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Zwischenlager für radioaktive Abfälle eingeweiht

Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe ist am Donnerstag (27.04.)das Zwischenlager für radioaktive Abfälle (Zwilag) in Würenlingen AG eingeweiht worden. Gefeiert wurde das Ereignis als "Freudentag für die Schweizer Kernkraftwerkbetreiber".

Dieser Inhalt wurde am 27. April 2000 - 14:02 publiziert

Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe und einer kirchlichen Weihung ist am Donnerstag (27.04.)das Zwischenlager für radioaktive Abfälle (Zwilag) in Würenlingen AG eingeweiht worden. Gefeiert wurde das Ereignis als "Freudentag für die Schweizer Kernkraftwerkbetreiber".

Das sei ein Meilenstein im Entsorgungskonzept, sagte Kurt Küffer, Verwaltungsratspräsident der Zwilag AG. Das Zwilag sei zwar bei weitem nicht in der Lage, das Gesamtproblem radioaktive Abfälle zu lösen. Nach Küffer können jedoch die sich abzeichnenden Lager-Engpässe bei den einzelnen Kernkraftwerken beseitigt werden. Damit könne deren Weiterbetrieb lagertechnisch nicht mehr in Frage gestellt werden.

Anlage bereits bezahlt

Die Gesamtinvestitionen für das Zwischenlager in Würenlingen belaufen sich - inklusive der noch zu realisierenden Lagerhalle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle - auf rund 500 Mio. Franken. Laut Küffer werden die Kosten vollumfänglich durch Rückstellungen der Kernkraftwerke gedeckt.

Auf Wiederaufbereitung verzichten

Werner Bühlmann vom Bundesamt für Energie betonte, mit dem Zwilag sei auch die Möglichkeit geschaffen worden, auf die Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente zu verzichten und diese in Würenlingen zwischenzulagern. Dies entspreche genau der Forderung der Kernenergie-Gegner.

Im weiteren verwies Bühlmann auf die geplante Revision des Kernenergie-Gesetzes, die mit Blick auf die Moratoriums- und die Ausstiegsinitiative sehr entscheidend sei. Die Chancen der beiden Initiativen hänge wesentlich davon ab, wie die Befristung derBetriebsbewilligungen für die bestehendenKKW geregelt werde.

Kritik von Greenpeace

Heini Glauser, Präsident von Greenpeace Schweiz, sagte im Schweizer Fernsehen, die Eröffnung des Zwilag sei für die Anwohner kein Freudentag. Die Abfälle würden für 35 Jahre im Zwilag liegen, niemand wisse, wohin sie danach gehen.

Das Zwilag könnte zu einem Langzeitprovisorium werden, das mit zunehmendem Alter zusätzliche Gefahren in die Umgebung bringe. Zudem habe das Zwilag markante Sicherheitsprobleme. Würenlingen sei ein sehr problematischer Sachzwang. Die Frage des danach sei nicht gelöst, wie die Atommüll-Problematik überhaupt nicht gelöst sei.

swissinfo und Agenturen

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