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Zwei Punkte, verdampft im schwül-heissen Tel Aviv

Am Boden: Goalie Benaglio (hinten) und Verteidiger Grichting. Links Spycher. Keystone

Die Sonntagspresse ist mit Trainer Ottmar Hitzfeld einig: Die Schweizer Fussball-Nati hat zwei Punkte verschenkt. Anders ist der Ton: Die Journalisten sind frustriert, der Coach bleibt optimistisch.

Dieser Inhalt wurde am 07. September 2008 - 12:28 publiziert

Die Euro 2008 war für Gastgeber Schweiz nach 180 Minuten vorbei. Die Hoffnung, dass der neue Trainer Ottmar Hitzfeld die gedemütigten Schweizer Fussballer zurück auf die Erfolgsstrasse führt und mit den Fans versöhnt, hat sich beim Auftakt zur Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika nicht erfüllt. Zumindest nicht für die Sportjournalisten der Sonntagspresse: Die Preisgabe des 2:0-Vorsprungs wird nicht goutiert.

"Bittere Pille. In der Nachspielzeit den Sieg vergeigt", ärgert sich der "SonntagsBlick". Das Remis schmecke wie eine bittere Niederlage. Nicht einmal Yakins Kunst als Freistossschütze habe zum Sieg gereicht.

Den Gegentreffer zum 2:2 siedelt die Zeitung in der Kategorie "selten dämlich" an. "Ist diese Mannschaft zu unerfahren", lautet die Frage. Die Forderung ist klar: "Am Mittwoch muss gegen Luxemburg ein Sieg her."

Die Nati ist beim "SonntagsBlick" dennoch nicht abgeschrieben. Hitzfelds Siegeswille sei ansteckend, so die Diagnose. Trotz des späten Ausgleichs der Israelis würden die Schweizer Spieler wieder an sich glauben und Tore schiessen, auch ohne Alex Frei.

"Big point" nicht gemacht

"Den Lohn noch verspielt", lautet das Fazit der "NZZ am Sonntag". Aus dem maximalen Ertrag sei in letzter Sekunde nichts geworden. Dabei wäre ein Sieg im Startspiel womöglich der "big point" der langen Qualifikation gewesen.

Die "SonntagsZeitung" spricht von einem verhinderten Traumstart und einem "Geschenk in der Sauna von Tel Aviv". In der schwül-heissen Luft seien zwei Punkte verdampft. "Es gibt kein Vertun: Die Schweizer verloren zwei wertvolle Punkte."

Auch die Zeitung "Sonntag" rückte die ungewohnten klimatischen Bedingungen in den Vordergrund: "Déja-vu im Dampfkochtopf - ein 2:2 als gefühlte Niederlage".

Wie beim Spiel 2004 in der letzten WM-Quali an gleicher Stätte habe Israel einen Rückstand aufgeholt.

Wichtiger Punkt gegen direkten Konkurrenten

Auch Coach Ottmar Hitzfeld machte aus seiner Enttäuschung nach der Ernstkampf-Premiere keinen Hehl. "Wir haben zwar zwei Punkte verschenkt, aber trotzdem ein wichtiges Unentschieden gegen einen Direktkonkurrenten geholt."

Nach der 2:0-Führung habe das Team zu wenig konsequent gespielt statt weiter anzugreifen. Auch hätten seine Spieler wie schon in der Anfangsphase zu viele Bälle verloren.

Aber Hitzfeld wäre nicht Hitzfeld, würde er nicht weiter Optimismus versprühen. Das Resultat werde die Mannschaft nicht umhauen, sie werde aus den Fehlern lernen.

Der neue Coach schaute auch bereits wieder nach vorn. "Nun müssen wir uns auf die nächsten beiden Heimspiele gegen Luxemburg und Lettland konzentrieren. In diesen Spielen müssen wir sechs Punkte holen", gab er die Marschrichtung vor.

swissinfo, Renat Künzi

STAND GRUPPE 2

Spiele erste Runde:

Israel-Schweiz 2:2
Luxemburg-Griechenland 0:3
Lettland-Moldawien 2:1

Rangliste:

1. Griechenland 3 Punkte
2. Lettland 3
3. Schweiz 1
4. Israel 1
5. Moldawien 0
6. Luxemburg 0

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"Schweizer" Gruppe 2

In Europa erküren die Teams in neun Qualifikationsgruppen die 13 WM-Teilnehmer des Kontinents. Die Schweiz, die in Gruppe 2 antritt, belegt in der aktuellen Fifa-Rangliste Platz 43.

Gruppenfavorit ist Griechenland (Rang 18). Auch Israel (19) liegt klar vor der Schweiz. Moldawien (48), Lettland (63) und Luxemburg (152) sind Aussenseiter.

Die neun Gruppensieger qualifizieren sich direkt. Die acht besten Gruppenzweiten ermitteln in einer Barrage mit Hin- und Rückspiel weitere vier Teilnehmer.

Das nächste Quali-Spiel bestreitet die Schweiz bereits am nächsten Mittwoch in Zürich gegen Luxemburg.

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