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Jedes Jahr organisiert die Stiftung für junge Auslandschweizer Ferienlager für Kinder von Auslandschweizern.

Dieser Inhalt wurde am 25. Juli 2005 - 16:34 publiziert

In diesem Jahr weilen rund 260 dieser Kinder an diversen Orten in den Ferien. Ein Besuch in Torgon im Kanton Wallis.

Das Walliser Dorf Torgon liegt hoch oben im Chablais und bezeichnet sich selber als "Portes du Soleil". Das Gebiet ist vor allem als Skiort bekannt, im Sommer geht es auf dem Plateau mit dem herrlichen Blick ins Tal und in die Berge ruhiger zu.

Wer die enge Strasse mit dem Postauto hochfährt, bewundert nebst der Aussicht auch die Fahrkünste des Buschauffeurs. Bei der Post in Torgon heisst es aussteigen, und hier steht auch das Jugendhaus "La Nouvelle Volière".

Am Sonntag herrschte rund um das Haus reger Betrieb. Denn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ferienlagers, welches wie alle andern auch, von der Stiftung für junge Auslandschweizer organisiert wird, geniessen den Spieltag zu Hause. Für einmal steht keine Wanderung und keine Besichtung auf dem Programm.

Kinder aus über 20 Ländern

Vom Grasplatz vor dem Haus öffnet sich ein gewaltiger Blick hinunter auf das hier sehr breite Tal der Rhone, die bald in den Genfersee fliessen wird. Der Blick geht nach rechts zur Verengung bei St. Maurice, wo das eigentliche Wallis beginnt. Weit unten ist das waadtländische Aigle mit seinen bekannten Weinbergen zu sehen, links beginnt der Genfersee. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen die Waadtländer Alpen.

Hier, inmitten der tollen Aussicht in die Berge und das Tal, verbringen rund 50 Auslandschweizer-Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren zwei Wochen Ferien und erkunden die Wurzeln ihrer Herkunft.

Aus über 20 Ländern kamen sie nach Torgon: aus Iran, Kenia, China, den USA, aus Japan und Mexico und vielen mehr.

Im Moment haben sie jedoch keine Zeit für den Blick ins Tal oder auf die Berge. In einem Postenlauf gilt es, die eigene Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen: Auf Rollen gehen, mit einer Wasserpistole Kerzen löschen oder als "blinde Kuh" möglichst schnell um Slalomstangen kurven.

Neun Betreuerinnen und Betreuer sorgen sich um das Wohl der Kinder und Jugendlichen. Mitten drin im Trubel Markus Kurmann, dem die Hauptleitung obliegt.

Die Schweiz kennenlernen

"Das Ferienlager will zwei Hauptanliegen erfüllen: Einmal sollen die Auslandschweizer-Kinder ihr Heimatland erstmals oder nach früheren Besuchen noch besser kennenlernen. Dann sollen Kontakte geknüpft werden zwischen Kindern und Jugendlichen, die von überall her kommen und gemeinsame Schweizer Wurzeln haben," sagt Kurmann.

Dabei sei "Schweiz" nicht selten ein vager Begriff. Es gebe die Auslandschweizer-Kinder, bei denen Vater und Mutter Schweizer seien und dann diejenigen, bei denen nur ein Elternteil Schweizer sei. Letztere würden auch die Landessprache kaum mehr sprechen. Generell falle auf, dass etwa Schweizerdeutsch kaum und auch nicht gerne gesprochen werde.

Sowieso herrscht ein fast babylonisches Sprachgewirr. Über allem ist immer wieder die englische Sprache auszumachen. Sie hat sich auch unter den Auslandschweizer-Kindern als gemeinsame Sprache durchgesetzt.

Stimmung gut

Im Aufenthaltsraum hat es selbstgemachte Poster über alle Herkunftsländer. "Wir haben die jungen Leute gebeten, kurz ihr Land vorzustellen", sagt Markus Kurmann. "Dort sind sie zu Hause, sie sprechen die Sprache. Hier in der Schweiz sind sie in den Ferien und wollen viel von ihr mitnehmen."

Deshalb werden markante Orte in der Region besucht: Zermatt, die Staumauer des Kraftwerkes Grand Dixence, die Salzsalinen in Bex oder das Schloss Chillon. Kulinarisch wird auch im Sommer auf das Fondue oder die Fotzelschnitte nicht verzichtet. Zudem steht ein abendfüllendes Schweizerquiz auf dem Programm.

Markus Kurmann und die Betreuerinnen und Betreuer finden die Stimmung in Torgon toll. Auch die Hauptakteure, die Auslandschweizer-Kinder, sind des Lobes voll und finden das Sommerlager "beautyful". Viele bewundern die Berge. Andere wiederum geniessen das Zusammensein mit Gleichaltrigen.

Dass die Sommer- und Winterlager der Stiftung für junge Auslandschweizer erfolgreich und beliebt sind, zeigen die Wartelisten. Auch in diesem Jahr sind sechs der sieben Lager ausgebucht. Einzig auf dem Beatenberg gibt es noch einige freie Plätze.

swissinfo, Urs Maurer, Torgon

In Kürze

Jedes Jahr führt die Stiftung für junge Auslandschweizer diverse 14-tägige Sommerferienlager in der Schweiz durch.

Teilnehmen können Auslandschweizer-Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren.

Im Winter werden zwei Skilager organisiert.

2005 finden die Sommer-Ferienlager in Stäfa (ZH), Wald (AR), Torgon (VS), Mannenbach (TG), Valbella (GR), Hasliberg (BE) und Beatenberg (BE) statt.

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