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Wissenschaft und Wirtschaft an erster Stelle

Pascal Couchepin (r.) und Amtskollege Matan Vilnai: Wissenschaftliche Zusammenarbeit wird verstärkt. Keystone

Bundesrat Pascal Couchepin hat seinen Israel-Besuch beendet. Im Mittelpunkt standen die wissenschaftlichen und ökonomischen bilateralen Beziehungen.

Dieser Inhalt wurde am 18. September 2005 - 16:02 publiziert

Laut Mitgliedern der ihn begleitenden wissenschaftlichen Delegation sollte die Schweiz den Einbezug von palästinensischen Forschern verlangen.

Der Chef des Eidg. Departements des Inneren (EDI), Pascal Couchpin, hat am Sonntag seine viertägige Arbeitsvisite in Israel mit dem Besuch der hebräischen Universität von Jerusalem abgeschlossen.

Einer wichtiger Höhepunkt war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem hebräischen Staat.

"Israel ist auf wissenschaftlichem Niveau ein aussergewöhnliches Land", sagte Couchepin und erinnerte daran, dass Israel weltweit den grössten Teil des Bruttosozialproduktes (4,8%) für die Forschung aufwendet. "Die Schweiz, die auf diesem Gebiet auch Ambitionen hat, muss deshalb mit Israel zusammenarbeiten," sagte er.

Nicht ohne Palästinenser

Während seines Besuches hatte der Bundesrat nur israelische Ansprechpartner. Mitglieder von Couchepins wissenschaftlicher Delegation unterstrichen jedoch die Wichtigkeit, sich in Zukunft auch mit palästinensischen Forschern auszutauschen.

Für den Direktor des Schweizerischen Tropeninstituts in Basel, Marcel Tanner, müsste die Schweiz zukünftig eine Form der Zusammenarbeit mit Israel wählen, an der auch Forscher der palästinensischen Universitäten teilnehmen könnten.

"Man muss eine Kohärenz zwischen der politischen Position der Schweiz und der strategischen Forschungs-Zusammenarbeit finden," sagte Tanner. Sonst werde die Schweiz ihre Handlungsfähigkeit und ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

Für Urs Altermatt, Rektor der Universität Freiburg, ist der Einbezug der Palästinenser "moralisch" zwingend. Er hat sich für die Aufnahme von tripartiten Sitzungen zwischen israelischen, palästinensischen und Schweizer Wissenschaftern ausgesprochen

Für Altermatt müssten diese Zusammenkünfte am Anfang in der Schweiz stattfinden, denn der israelisch-palästinensische Konflikt erschwere die Zusammenarbeit zwischen israelischen und palästinensischen Forschern. Letztere hätten nur schon wegen der Grenzhindernisse alle Mühe, zu hebräischen Universitäten zu gelangen.

Besuch von Bundesrat Deiss

Ehud Olmert, Handels-, Industrie- und Finanzminister, die Nummer zwei des israelischen Kabinetts, hat den Wunsch geäussert, mit Wirtschaftsminister Joseph Deiss zusammenzutreffen.

Olmert rief Hochtechnologie-Unternehmen, insbesondere aus dem pharmazeutischen Sektor, dazu auf, mehr in Israel zu investieren. Couchpin wollte das gerne weiterleiten, Israel müsse sich jedoch an den Schutz des geistigen Eigentums halten.

Diese Anliegen sollten beim für den Anfang 2006 vorgesehenen Besuch von Wirtschaftsminister Joseph Deiss weiter besprochen werden.

Tauwetter

Dies scheint von einer Klimaerwärmung zwischen den beiden Ländern zu zeugen, wäre doch Deiss' Besuch bereits der vierte eines Schweizer Bundesrates in Israel innerhalb eines Jahres.

Die Besuchsserie startete im letzten Februar Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, gefolgt von Bundespräsident Samuel Schmid und von Innenminister Couchepin.

Erst vor einigen Monaten hatte der israelische Botschafter in einer Rede in Bern gesagt, dass sich Israel von der Schweiz nicht so gut verstanden fühle. In einem Interview erklärte er gar: Die allgemeine Atmosphäre zwischen beiden Ländern könnte besser sein."

Nach dem Zusammentreffen mit Couchepin taxierte Olmert jedoch die Beziehung der beiden Ländern als "sehr gut".

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Innen- und Bildungsminister Pascal Couchepin hat Israel vom 15. bis 18. September einen Arbeitsbesuch abgestattet.

Im Zentrum der Gespräche stand die Verstärkung der Zusammenarbeit der beiden Länder im Forschungs-Bereich. So wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, welche die wissenschaftliche Zusammenarbeit von Israel und der Schweiz intensivieren soll.

Pascal Couchepin wurde begleitet von
- Olaf Kübler, Präsident der Eidg. Technischen Hochschule in Zürich ETH
- Urs Altermatt, Historiker und Rektor der Universität Freiburg
- Marcel Tanner, Chef des Schweizerischen Tropeninstitutes in Basel
- Michel Aguet, Direktor des Schweizerischen Institut für experimentelle Krebsforschung (ISREC) in Lausanne.

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