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Swisscom-Chef übernimmt Fastweb-Steuer

Carsten Schloter, der Swisscom–Chef übernimmt ab sofort die Führung der skandalgebeutelten Tochter Fastweb in Italien. Damit soll die drohende Zwangsverwaltung der Firma verhindert werden.

Dieser Inhalt wurde am 03. April 2010 - 10:40 publiziert

Der bisherige Fastweb-Chef Stefano Parisi trat auf den 1. April vorübergehend von seiner Funktion zurück, teilte die Swisscom am Karfreitagabend mit.

Schloter als Fastweb-Verwaltungsratspräsident nehme die Zügel in die Hand, man rechnet mit ein bis zwei Monaten, bis Parisis Rolle im Rahmen der laufenden Ermittlungen wegen Steuerbetrugs und Geldwäscherei geklärt sei. Neben Parisi treten drei weitere Fastweb-Manager vorübergehend zurück.

Der Wechsel an der Spitze dient der Verhinderung einer Zwangsverwaltung von Fastweb durch die Behörden.

Die Ermittlungen gegen die italienische Tochter kommen die Swisscom teuer zu stehen, wie sie bekannt gab. Fastweb muss für das vergangene Jahr Rückstellungen von 70 Mio. Euro vornehmen. Damit weist die Fastweb-Bilanz für 2009 ein Minus von 34 Mio. Euro aus.

Swisscom verbucht die Rückstellung im ersten Quartal 2010 als Aufwand. Das belastet das Betriebsergebnis (EBITDA) im laufenden Jahr mit rund 100 Mio. Franken.

Fastweb und die Telecom Italia-Tochter Sparkle stehen im Zentrum von Ermittlungen wegen Mehrwertsteuerbetrugs und Geldwäscherei. Dabei sollen zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Mrd. Euro in Rechnung gestellt und der Fiskus um 365 Mio. Euro betrogen worden sein.

Die italienische Justiz ermittelt gegen 80 Personen, gegen 56 Personen wurde Haftbefehl erlassen, darunter auch Fastweb-Gründer Silvio Scaglia, der 2007 das Mailänder Unternehmen an die Swisscom verkauft hatte.

swissinfo.ch

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