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Die Inflationsdebatte im Geldcast

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Die Preise steigen: In den USA und in Europa liegt die Teuerung seit Monaten deutlich über dem Zielwert. Und auch in der Schweiz steigt die Inflation. Was müssen die Zentralbanken jetzt tun?

Dieser Inhalt wurde am 16. Dezember 2021 - 15:00 publiziert
Fabio Canetg

Die Zentralbanken stehen vor einer kniffligen Aufgabe: Alles wird teurer und gleichzeitig bringt die Omikron-Variante des Coronavirus neue wirtschaftliche Unsicherheiten. Wie weiter also in der Geldpolitik? Diese Frage ist umstritten. Das zeigen die Aussagen der Gäste im swissinfo.ch Geldpolitik-Podcast "Geldcast"Externer Link.

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Für eine geldpolitische Vollbremsung ist Aymo Brunetti, Professor an der Universität Bern. "Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte die Zinsen sofort erhöhen", sagte er bereits im Juni. Eine ähnliche Meinung hat Alexandra Janssen, CEO bei Ecofin Portfolio Solutions. Idealerweise sollten die Zinsen aber nicht zu schnell steigen, so die Ökonomin. Sonst würden die Banken grosse Verluste einfahren.

Weniger Sorgen um die hohe Teuerung macht sich die Leiterin der geldpolitischen Strategie bei der EZB, Katrin Assenmacher. Sie sagte im November: "Die Inflation wird sich von alleine zurückbilden.". Das sieht Tobias Straumann, Wirtschaftshistoriker an der Universität Zürich, ähnlich. Im Geldcast vom September sagte er: "In einem Jahr werden wir kein Inflationsproblem mehr haben."

Flucht in den Bitcoin?

Wie wäre es mit dem Bitcoin als Inflationsschutz? Thomas Moser, Mitglied im erweiterten Direktorium der Schweizerischen Nationalbank, ist skeptisch: Es sei nicht auszuschliessen, dass der Bitcoin-Kurs auf null fallen werde, so der Experte für Kryptowährungen.

Gar nicht erst für stabile Preise sorgen muss Signe Krogstrup, Gouverneurin bei der dänischen Zentralbank. "Wir haben kein Inflationsziel, sondern ein Wechselkursziel", sagt sie im Geldcast. Das habe "signifikante Vorteile" gebracht, so Krogstrup.

Wäre das auch etwas für die Schweiz? "Ja", findet Yvan Lengwiler, Professor an der Universität Basel. Ginge es nach ihm, würde der Wechselkurs explizit als geldpolitisches Instrument eingesetzt. Er fordert von der Nationalbank ein höheres Inflationsziel.

>> Hier finden Sie alle bisherigen Geldcasts zum NachhörenExterner Link.

Autor Fabio CanetgExterner Link hat an der Universität Bern und an der Toulouse School of Economics zum Thema Geld­politik doktoriert. Heute ist er Dozent MAS an der Universität Bern. Als Journalist arbeitet er für die SRF Arena, das Republik Magazin und swissinfo.ch. Er moderiert den Geldpolitik-Podcast "GeldcastExterner Link".

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