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Wichtiger Faktor für Alzheimer-Risiko entdeckt

Ein Mediziner der Universität Zürich hat eine Gen-Variante entdeckt, die das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, zwei- bis dreifach erhöht.

Dieser Inhalt wurde am 21. Januar 2003 - 15:02 publiziert

Die Studie ist nun im Fachblatt "Archives of Neurology" veröffentlicht worden.

Das seit 1998 bekannte Gen CYP46 ist das zentrale Gen für den Cholesterin-Stoffwechsel im Gehirn. Funktioniert es nicht, kann sich Cholesterin im Gehirn ansammeln und damit die Bildung der so genannten Plaques begünstigt werden. Diese Ablagerungen sind typisch für Alzheimer.

Die Variante von CYP46, die Andreas Papassotiropoulos fand, lässt sich auch bei gesunden Menschen nachweisen. "Bei Alzheimer-Patienten war sie aber häufiger zu beobachten", erklärte er am Dienstag. Für seine Studie untersuchte Papassotiropoulos hunderte Patienten mit Alzheimer-Erkrankung und gesunde Probanden in der Schweiz, in Italien und Griechenland.

Fazit seiner Forschung sei, dass die Variante von CYP46 das Risiko erhöht, an Alzheimer zu erkranken. Um ein Vielfaches höher ist laut Papassotiropoulos das Risiko für Menschen, bei denen die Varianten der beiden Cholesterin-relevanten Gene CYP46 und APOE4 auftreten.

Allerdings betont er, dass sich diese Risiko-Erhöhung nur dann nachweisen lässt, wenn viele hundert Patienten untersucht werden. Die von ihm entdeckte Genvariante erlaube keine Risiko-Abschätzung für einzelne Personen.

Hoher Cholesterin-Spiegel kein eindeutiges Risiko

Es sehe danach aus, dass der Cholesterin-Stoffwechsel für die Entstehung der Alzheimer-Demenz letztlich eine zentrale Rolle spielt, bilanziert Papassotiropoulos. Die zugrunde liegenden Mechanismen seien allerdings unklar.

Auch warnt er vor zu schnellen Schlüssen: Es bedeute nicht, dass Menschen mit hohem Cholesterin-Spiegel zwangsläufig an Alzheimer erkranken. Dafür verantwortlich ist letztlich das Zusammenspiel der menschlichen Gene.

Der Mediziner hofft, dass es dank der Forschung möglich ist, die bereits vorhandenen Medikamente zur Senkung des Cholesterins auf ihre Wirksamkeit prüfen zu können. Oder dass es irgendwann einmal möglich sein werde, den Cholesterin-Stoffwechsel des Gehirns mit anderen und besseren Mitteln zu beeinflussen.

Die Alzheimer-Krankheit, bei der die Hirnleistung nach und nach verschwindet, gilt als unheilbar. Ihr Verlauf lässt sich aber verzögern. Von den rund 75'000 Demenzkranken in der Schweiz leiden etwa 50'000 an Alzheimer.

swissinfo und Agenturen

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