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Werben für den Wirtschaftsstandort Schweiz

swissinfo.ch

Kontakte knüpfen mit russischen Unternehmen, die aufstrebende Wirtschaftsnation besser kennen lernen und den Wirtschaftsstandort Schweiz vorstellen: Das war das Ziel einer von der Osec und dem Swiss Business Hub Moskau organisierten Reise nach Russland.

Dieser Inhalt wurde am 30. Juni 2009 - 13:27 publiziert

Die Aussenwirtschaftsförderung Osec organisierte in Moskau und in St. Petersburg Standortförderungsanlässe, bei denen russischen Firmen der Wirtschaftsstandort Schweiz vorgestellt wurde. Aus der Schweiz nahmen daran Vertreter von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Wirtschaftsförderer teil.

"Russische Firmen, die sich in der Schweiz niederlassen wollen, finden bei uns ein innovations- und hochtechnologie-freundliches Umfeld. Für russische Firmen ist es ein Vorteil, wenn sie ihre Produkte mit dem Label 'Swiss Made' versehen können", sagt Martin Meyer von der Westschweizer Wirtschaftsförderung gegenüber swissinfo.ch.

Russland als aufstrebende Wirtschaftsnation werde für die Schweiz immer wichtiger, so Meyer. "Wir wollten in Russland auch den Wirtschaftsstandort Schweiz ins Bewusstsein rufen."

Andrey Kruglikov ist Marketingverantwortlicher einer Luftfahrt-Elektronikfirma in Moskau. Seine Firma ist an Firmen in Neuenburg und Grenchen beteiligt: "Die Schweiz ist eines der am höchsten entwickelten Länder der Welt, vor allem, was die Fähigkeit angeht, Ideen zu entwickeln und diese auch so umzusetzen, dass sie auf den Markt gebracht werden können", sagt Kruglikov im Gespräch mit swissinfo.ch.

"Sie hat eine stabile Währung, eine verlässliche Gesetzgebung und eine vernünftige Steuerpolitik. Am wichtigsten ist jedoch die Infrastruktur, die innovative Unternehmen unterstützt", so Kruglikov.

Vorsichtige Schweizer

"Russland hat den Ruf, ein sehr gefährliches Land zu sein", scherzte Alexander Shcherbatov, der Direktor der Bank "Russische Kommerzial Bank" in Zürich.

Er erzählt von einem praktisch bankrotten Pharmazeutik-Unternehmen, das von einer russischen Firma übernommen wurde und innerhalb eines Jahres wieder zum Erfolg zurückfand. Dank der Erweiterung der Geschäftstätigkeit auf Russland habe das Unternehmen seinen Umsatz verdreifacht, so Shcherbatov.

Die Tatsache, dass Schweizer Firmen in Russland noch nicht aktiv sind, erklärt er damit, dass der Markt in Russland für Aussenstehende nicht so leicht zu verstehen sei und mit der Vorsicht der Firmen.

Die Sulzer-Kontroverse

Während russische Firmen, die sich in der Schweiz niederlassen wollen, bei den kantonalen Wirtschaftsförderungen hoch willkommen sind, sind viele Leute in der Schweiz misstrauisch gegenüber russischen Firmen und Investoren.

So hat der russische Milliardär Viktor Vekselberg so viele Anteile am Technologiekonzern Sulzer erworben, dass er den Machtkampf für sich entscheiden konnte. Das Ereignis führte in den Medien zu Negativschlagzeilen.

"Wir sind ein Langzeit-Investor. Wir haben in Oerlikon und Sulzer investiert, um zum Wachstum und einer stabilen Entwicklung beizutragen", sagt Daniel Grotzky, Sprecher von Vekselbergs Firma, der Renova Group.

Vorurteile

Sonja Wollkopf von der Standortmarketingorganisation Greater Zurich Area AG räumt ein, dass ihre Aufgabe nach der Kontroverse um Sulzer und Vekselberg nicht einfacher geworden sei: "Es gibt eine ganze Reihe von Vorurteilen gegenüber Russen. Die Kontroverse hat diese bei vielen Leuten noch verstärkt. Manchmal habe ich den Eindruck, viele Russen sind sich bewusst, dass sie in der Schweiz nicht den besten Ruf haben. Das erschwert unsere Arbeit."

Shcherbatov hat dazu seine eigene Erklärung: "Wir sehen aus wie Westeuropäer, aber unsere Mentaltät ist unterschiedlich. Westeuropäer gehen davon aus, dass eine Person, die gleich aussieht wie sie und auch gleich gekleidet ist, genauso reagiert, wie ein Westeuropäer. Aber wird haben unser eigenes Verständnis von der Welt."

Julia Slater, Moskau, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Englischen: Andreas Keiser)

In Kürze

Die Nationalbank veröffentlicht keine Zahlen zu den direkten Investitionen russischer Firmen in der Schweiz.

Genf und Zug sind schweizerischen die Zentren des Öl-, Gas- und Rohstoffhandels.

Russische Investoren sind an Schweizer Firmen beteiligt, zum Beispiel an Sulzer, Oerlikon und Holcim.

Die russische Immobilenfirma Mirax plant in Crans Montana den Bau einer Luxus-Ferienanlage.

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