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Weltalphabetisierungstag der Unesco: auch in der Schweiz können viele Menschen kaum lesen und schreiben

Weltweit können laut Angaben der UNO über eine Milliarde Menschen weder lesen noch schreiben, davon 880 Millionen in den Entwicklungsländern und über 200 Millionen in den Industriestaaten.

Dieser Inhalt wurde am 07. September 1999 - 14:08 publiziert

Weltweit können laut Angaben der UNO über eine Milliarde Menschen weder lesen noch schreiben, davon 880 Millionen in den Entwicklungsländern und über 200 Millionen in den Industriestaaten.

Trotz aller Alphabetisierungs-Bemühungen können weltweit mehr als 120 Millionen Kinder keine Schule besuchen. Unesco-Generaldirektor Federico Mayor hat daher im Rahmen des Weltalphabetisierungstags (08.09.) zu vermehrten Bemühungen zur Bekämpfung des Analphabetismus aufgerufen.

In den Industriestaaten wird zunehmend der sogenannte 'funktionale Analphabetismus' zum Problem. Dies bedeutet, dass die Betroffenen zwar eine Schule besuchten, jedoch nie richtig lesen und schreiben gelernt haben.

In der Schweiz haben gemäss einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OECD) zwischen 13 und 19 Prozent der Erwachsenen grosse Schwierigkeiten, einen alltäglichen Text zu verstehen, obwohl sie acht bis neuen Jahre zur Schule gegangen sind.

Laut dem Verein Lesen und Schreiben für Erwachsene (VLS) sind heute rund acht Prozent der 15 - 25- Jährigen Analphabeten. Diese verbrächten Jahre in der Schule, ohne vom Unterricht zu profitieren.

In der Schweiz werden dieses Jahr keine besonderen Aktivitäten zum Weltalphabetisierungstag durchgeführt. Im Frühling waren jedoch die Behörden mit einer Petition auf das Problem des funktionalen Analphabetismus aufmerksam gemacht worden. In der Petition wird das Recht auf Erwachsenenbildung im Bereich Lesen und Schreiben gefordert, da diese Fähigkeiten das Fundament für ein aktives Mitwirken am gesellschaftlichen Leben bildeten.

SRI und Agenturen

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