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Welt- Nichtrauchertag: Neue Offensiven gegen das Rauchen

Auch die Schweiz will ihre Tabak-Prävention verstärken. Keystone

Die Weltgesundheits- Organisation (WHO) hat aus Anlass des heutigen internationalen Nichtraucher- Tags (31.05.) eine neue Offensive gegen die Tabak-Industrie lanciert. In der Schweiz wollen die Behörden die Prävention verstärken.

Dieser Inhalt wurde am 31. Mai 2000 - 11:36 publiziert

Der Kampf der WHO

"Du, Bob, ich habe Krebs" - mit diesem Slogan bekämpft die WHO in diesem Jahr die berühmte Zigarettenwerbung der Cowboys. WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland hatte den Tabakkonzernen bereits bei ihrem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren den Kampf erklärt.

Jeden Tag sterben 11'000 Personen nach WHO-Angaben an Krankheiten, die auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind. Jährlich sind dies vier Millionen Menschen. Die WHO prognostiziert, dass bei gleichbleibendem Konsum in 20 Jahren mehr als doppelt so viele Menschen an Tabak sterben.

Die WHO beschuldigte die grossen Tabakkonzerne, jedes Jahr rund sechs Milliarden Dollar auszugeben, um besonders junge Menschen zu ködern. Die Dokumente, die im Rahmen der grossen Schadenersatzprozesse ehemaliger Raucher in den USA aufgedeckt worden seien, hätten den "systematischsten Betrug aller Zeiten" an den Tag gebracht, betonte die WHO. Die Industrie habe das bis heute öffentlich nicht zugegebene Krebsrisiko beim Rauchen schon in den sechziger Jahren gekannt.

Eine Anti-Tabak-Konvention soll nach dem Willen der WHO bereits in drei Jahren in Kraft treten. Brundtland fordert in erster Linie ein Werbeverbot. Erste öffentliche Anhörungen, zu denen auch die Tabakindustrie eingeladen wurde, sollen im kommenden Oktober in Genf stattfinden. Unmittelbar danach will die WHO offiziell mit den Verhandlungen für die Anti-Tabak-Konvention beginnen.

Schweiz: Tabakprävention ohne Verbote

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will in der Schweiz künftig eine restriktivere, aber nicht von Verboten geprägte Tabakprävention betreiben. Das Präventionprogramm 2001-2005 sieht unter anderem eine Einschränkung der Werbung vor.

Kein totales Werbeverbot

Der Bund wolle kein totales Werbeverbot für Tabakprodukte, neue Massnahmen gegen das Rauchen seien aber unabdingbar, sagte BAG-Direktor Thomas Zeltner am Dienstag (30.05.) an einer Medienkonferenz in Bern. Es sei nie geplant gewesen, Tabak und Alkohol dem Betäubungsmittelgesetz zu unterstellen.

Der Entwurf des Tabakpräventions- Programm 2001-2005, das vom BAG am Dienstag in die Vernehmlassung geschickt wurde, verlangt aber für die künftige Arbeit zusätzliche Geldmittel und eine höhere Tabaksteuer; die insgesamt fünf Millionen Franken pro Jahr für alle Präventionspartner reichten bei weitem nicht aus.

Anpassung an EU-Vorschriften

Gemäss Entwurf soll die Besteuerung von Tabakprodukten den entsprechenden Vorschriften der Europäischen Union (EU) angepasst werden. Laut BAG-Vizedirektor Ueli Locher sollen die Detailhandelspreise pro "Päckli" Zigaretten schrittweise weiter erhöht werden und notwendige Gesetzesänderungen vorgenommen werden.

Eine Anpassung an die EU bedeute eine Erhöhung von 4,50 Franken auf 5,20 Franken. Zu den weiteren Zielen des neuen Programms zählen auch die Schaffung eines günstigen Umfelds für Jugendliche wie etwa rauchfreie Schulen, der Schutz vor dem Passivrauchen sowie eine deutlichere Deklarierung der Tabakprodukte.

Laut Locher will das BAG der Schweizer Regierung per Ende dieses Jahres ein Massnahmenpaket unterbreiten. Der Entwurf des BAG basiert auf einer Auswertung des BAG-Massnahmenpaket Tabak 1996-1999 durch das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern.

Die Forderungen der Zigarettenindustrie

Die Vereinigung der schweizerischen Zigarettenindustrie (CISC) verlangte nach Kenntnisnahme des Entwurfs, dass das BAG Erwachsene über die Gesundheitsgefährdung durch das Rauchen informiere, sie ihre eigenen Entscheide fällen lasse und nicht bevormunde. Das Ziel einer rauchfreien Gesellschaft sei unerreichbar, teilte die CISC mit. Die Industrie wolle an der vernünftigen Ausarbeitung der Massnahmen aber mitwirken.

swissinfo und Agenturen

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