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Weiterer Milliarden-Abschreiber bei der UBS

Die Wolken über der UBS haben sich noch nicht verzogen. Keystone

Die krisengeschüttelte Grossbank UBS weist im zweiten Quartal 358 Mio. Franken Verlust aus und verbucht einen Netto-Neugeldabfluss von 43,8 Mrd. Franken. Nun soll mit einem Umbau und neuen Köpfen ein Weg aus der Krise gefunden werden.

Dieser Inhalt wurde am 12. August 2008 - 15:34 publiziert

Der Quartalsverlust von 358 Mio. Franken vergleicht sich mit einem Verlust von 11,535 Mrd. Franken im Vorquartal 2008 und einem Gewinn von 5,547 Mrd. Franken Mitte 2007.

Laut Konzernchef Marcel Rohner wurde das Ergebnis belastet durch die Abschreibungen und Rückstellung von 919 Mio. Franken für den letzte Woche in den USA erzielten Vergleich um Auction-Rate Securities (ARS).

Berücksichtigt sei eine Steuergutschrift von 3,829 Mrd. Franken. Die UBS musste in den vergangenen vier Quartalen wegen der US-Kreditkrise insgesamt 45,4 Mrd. Franken abschreiben und im ersten Halbjahr 2008 einen Gesamtverlust von 11,893 Mrd. Franken zeigen.

Verkauf der Investmentbank?

Die Grossbank wird nun ihre drei Geschäftseinheiten in eine weitgehende Selbständigkeit entlassen. Damit schafft sie eine Voraussetzung für einen von wichtigen Aktionären geforderten Verkauf der Investmentbank, die tief in den roten Zahlen steckt.

UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer machte bei der Vorlage des Abschlusses für das zweite Quartal jedoch deutlich, dass es "zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei spezifische Pläne" für einen Verkauf der Investmentbank oder eines anderen Gruppenteils gebe.

Für die Zukunft wollte er aber keine Möglichkeit ausschliessen, wenn es darum gehe, Werte für die Aktionäre zu maximieren. Es seien bisher auch keine ernstzunehmendes Angebote für einen Gruppenteil eingegangen, ergänzte Kurer vor den Medien.

Die drei Einheiten sollen bis Ende 2009 einen erweiterten operativen Entscheidungsspielraum und verstärkt Ergebnis-Verantwortung erhalten. Das notwendige Kapital soll ihnen von der Konzernzentrale zugeteilt werden, die auch die Risikokontrolle übernimmt. Auch die Boni für die Mitarbeitenden sollen von den Ergebnissen der Bereiche abhängen.

Vermögensverwaltung: Grosser Reputationsschaden

Während die Investmentbank bei aller Marktunsicherheit das Schlimmste möglicherweise hinter sich hat und die Risikopositionen beherrschbar scheinen, hat der Reputationsschaden, der durch die Verwicklung in die Kreditkrise ausgelöst wurde, das einstige UBS-Paradepferd Wealth Management im Mitleidenschaft gezogen.

Reiche und superreiche Kunden zogen mehr Geld ab als neues hinzukam, und das so genannte Netto-Neugeld des internationalen Geschäfts verzeichnete ein Minus von 17,3 Mrd. Franken.

Zusätzlich sind zwei Mrd. Franken von Schweizer Kunden abgeflossen, und im Asset Management betrug der Abfluss 24,5 Mrd. Franken. Das war deutlich mehr als Analysten erwartet hatten.

Wann der Abfluss von Geld aus der Vermögensverwaltung zu einem Ende kommt, vermochte UBS-Konzernchef Marcel Rohner nicht genau zu sagen. Das Schlimmste sollte aber vorbei sein. Und wenn die Bank 2009 wieder in die Gewinnzone zurückkehre, werde sich auch beim Vermögenszufluss die Lage bessern.

Alte Garde abgelöst

Mit Finanzchef Marco Suter scheidet das letzte Mitglied der Leitungsgruppe um den früheren UBS-Präsidenten Marcel Ospel aus der Konzernspitze aus. Die Bank will vier neue Verwaltungsräte berufen.

Darunter ist der frühere stellvertretende Chef der Schweizerischen Nationalbank, Bruno Gehrig, der zurzeit Präsident des Versicherers Swiss Life ist.

Gehrig geniesst in der Schweizer Öffentlichkeit hohes Ansehen. Er könnte der UBS auch von Nutzen sein, wenn es um die in der Schweiz geplante Verschärfung der Eigenmittel-Vorschriften für die Grossbanken geht, bei der die Notenbank als treibende Kraft gilt.

swissinfo und Agenturen

Höchst belastete Banken

Die Finanzkrise hat bei Geldhäusern rund um den Globus bislang zu Belastungen von mehr als 400 Mrd. Dollar geführt. Auflistung der Belastungen der einzelnen Institute seit Beginn der Krise Mitte 2007 (Summen in Mrd. Dollar):

Citigroup 57,5
Merrill Lynch 46,8
UBS 41,8
HSBC 18,7
AIG 16,8
RBS 16,5
Bank of America 15,3
IKB 14,7
Fannie Mae 12,7
Morgan Stanley 11,7
Wachovia 11,6
Deutsche Bank 11,4
Ambac 10,3
MBIA 9,4
Barclays 9,2
JPMorgan 8,7
Credit Suisse 8,1
Washington Mutual 8,1
HBOS 7,5
Lehman Brothers 7,0
BayernLB 6,7
Freddie Mac 6,7
Société Générale 6,4
Mizuho Financial Group 6,2
Dresdner Bank 5,0
Bear Stearns 3,4
Fortis 3,1
WestLB 3,1
BNP Paribas 2,7
UniCredit 2,7
Lloyds TSB 2,6
Nomura Holdings 2,5
DZ Bank 2,0
Natixis 2,0
Swiss Re 1,8
HSH Nordbank 1,7
LBBW 1,7
Commerzbank 1,2
Mitsubishi UFJ 1,2
Sumitomo 1,2
AXA 1,1

(Die Zahlen basieren auf der Summe aus Abschreibungen, Risikovorsorge und Handelsverlusten.

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