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WEF neu in New York

swissinfo.ch

Das Weltwirtschaftsforum findet nächstes Jahr zum ersten Mal in seiner 32-jährigen Geschichte nicht in Davos sondern in New York statt. Dies bestätigte das WEF am Dienstagabend.

Dieser Inhalt wurde am 06. November 2001 - 18:19 publiziert

2003 soll das WEF aber wieder in Davos stattfinden, heisst es in einer Mitteilung der Forumsdirektion an die Gemeinde Davos. Die Entscheidung, das WEF für ein Jahr nach New York zu verlegen, sei am Montag am Treffen im Bundeshaus in Bern unter der Leitung von Bundesrat Pascal Couchepin getroffen worden.

Das bis Mittwoch vereinbarte Stillschweigen wurde nicht eingehalten, und mehrere Medien berichteten bereits am Dienstag unter Berufung auf informierte Kreise über den Entscheid. Mit ein Grund für die offizielle Zurückhaltung war offenbar die noch ausstehende Zustimmung der US-Behörden.

Hintergrund der Verlegung sind Sicherheits-Bedenken nach den Terroranschlägen sowie die von Globalisierungs-Gegnern angedrohten schweren Demonstrationen. Die Sicherheitskosten für ein nächstes WEF in Davos wurden auf 10 Mio. Franken geschätzt. Zudem fehlte noch die Zusage Zürichs, wiederum Stadtpolizisten nach Davos zu schicken.

Im Waldorf-Astoria

Die "New York Times" berichtete am Dienstag, das nächste WEF werde vom 31. Januar bis 5. Februar 2002 im Luxushotel "Waldorf-Astoria" in Manhattan durchgeführt. Die Organisatoren möchten damit auch die Solidarität mit der von den Anschlägen auf das World Trade Center erschütterten Stadt demonstrieren.

Am Mittwoch werde WEF-Gründer Klaus Schwab mit New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani und Gouverneur George Pataki eine Medienkonferenz abhalten. In Bern orientieren am gleichen Tag voraussichtlich Bundesrat Pascal Couchepin, der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Klaus Huber, Landamman Erwin Roffler sowie WEF-Direktor André Schneider die Öffentlichkeit.

Schweigen in Chur

Die Bündner Regierung übte sich noch in Informations-Begrenzung. "Sie können uns auf den Kopf stellen. Es kommt nichts heraus", sagte die Bündner Regierungs-Präsidentin Eveline Widmer vor einer Schar von Medienleuten.

In Bern reagierten die bürgerlichen Bundesratsparteien enttäuscht auf die Verlegung. Damit werde ein falsches Zeichen gesetzt, sagte FDP-Pressesprecherin Barbara Perriard. "Wir geben dem Druck einer gewalttätigen Minderheit nach", sagte CVP-Sprecherin Béatrice Wertli.

Für SVP-Generalsekretär Gregor Rutz wären die 10 Mio. Franken für das WEF gut investiert gewesen. "Wahrscheinlich sogar besser als die 3 bis 4 Milliarden, die in die Swissair fliessen."

Die SP gewinnt der Verlegung dagegen Positives ab. Pressesprecher Jean-Philippe Jeannerat sprach von einem "Zeichen der Betroffenheit und Solidarität mit New York". Die Schweiz erhalte zudem Gelegenheit, nach konstruktiven Lösungen für künftige Austragungen des WEF in der Schweiz zu suchen.

Ausfälle in Davos

In Davos klagten Hoteliers über herbe finanzielle Verluste. Der Schaden gehe in die hunderttausende von Franken, wenn nicht gar in die Millionen. Sie wollen Sonderarrangements prüfen.

Offenbar wird aber auch eine längerfristige Verlegung des Forums sondiert. So wurde der kanadische Skiort Whistler Mountain angefragt, wie eine Mitarbeiterin des Touristen-Informationszentrums sagte. Ein Wechsel dorthin sei jedoch frühestens in drei oder vier Jahren ein Thema.

Auch in New York dagegen

Die Schweizer Globalisierungs-Gegner wollen den Widerstand gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) auch in New York fortsetzen. Bei Vertretern der Antiglobalisierungs-Bewegung sei er auf eine hohe Bereitschaft zur Teilnahme an Protestaktionen gestossen, sagte der Sprecher der Libertären Koordination, Giovanni A. Schumacher.

Bei den Anti-WEF-Demonstrationen in New York rechnet Schumacher mit einer ähnlich hohen Zahl von Schweizer Globalisierungs-Gegnern wie beim WTO-Gipfel in Genua, als 1'000 Demonstranten aus der Schweiz vor Ort gewesen seien.

Dank den verbilligten Swissair-Tickets koste eine Reise nach New York heute nur noch 490 Franken. "Diese Möglichkeit wollen wir nutzen", sagte Schumacher in Bern.

swissinfo und Agenturen

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