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Wachstum der Schweizer Wirtschaft beschleunigt sich

Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft hat sich im dritten Quartal dieses Jahres weiter beschleunigt. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 2,4 Prozent. Im Vorjahresvergleich betrug die Zunahme 1,6 Prozent.

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 1999 - 13:24 publiziert

Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft hat sich im dritten Quartal dieses Jahres weiter beschleunigt. Nach Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco)von Donnerstag (09.12.) erhöhte sich das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 2,4 Prozent. Im Vorjahresvergleich betrug die Zunahme 1,6 Prozent. Das Seco revidierte zudem die Wachstumsrate für das zweite Quartal von 1,2 Prozent auf 1,8 Prozent nach oben.

Der Konsum der privaten Haushalte legte nach einer eher flauen Entwicklung in der ersten Jahreshälfte wieder kräftig um 2,5 Prozent zu, wie das Seco bekannt gab. Höhere Ausgaben für Verkehr und Kommunikation sowie für Freizeit und Kultur kurbelten den Konsum an.

Auch Bauwirtschaft im Aufschwung

Die Bauindustrie schaffte die Wende. Die Bauinvestitionen nahmen gegenüber dem Vorquartal um 3,4 Prozent zu. Dabei legten der Hoch- und der Tiefbau zu. Der Start weiterer grosser Eisenbahn-Projekte wirkte als Stütze. Die Ausrüstungsinvestitionen erhöhten sich dank starker Auto- und Nutzfahrzeugverkäufe um 3,1 Prozent.

Auch der Aussenhandel florierte. Die realen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen stiegen gegenüber dem Vorquartal um 8,2 Prozent. Die Einfuhren nahmen noch stärker um 13,7 Prozent zu.

BIP wuchs stärker als erwartet

Das BIP-Wachstum fiel im dritten Quartal deutlich stärker aus, als von Ökonomen erwartet. Sie hatten mit einem Wachstum von 1,2 bis 1,7 Prozent gerechnet. Auch für das zweite Quartal revidierte das Seco die BIP-Zahlen deutlich nach oben. Gegenüber dem Vorquartal betrug die Zunahme 1,8 Prozent statt 1,2 Prozent

2 Prozent Wachstum für 2000 erwartet

Die Kommission für Konjunkturfragen des Bundes stellte in dem gleichzeitig veröffentlichten Quartalsbericht fest, dass die Konjunktur an Schwung gewinne. Das beratende Organ des Bundesrats rechnet nun für nächstes Jahr mit zwei Prozent Wachstum, nachdem vor drei Monaten noch eine Zunahme des BIP um 1,8 Prozent für 2000 erwartet worden war.

Ende der Krisenjahre

Die Schweizer Wirtschaft befindet sich am Ende der schwierigen 90er Jahre in einem kräftigen Aufschwung. Die Erholung ist breit abgestützt, mit dem Konsum und den Exporten als tragende Pfeiler. Die Risiken, die den Aufschwung gefährden könnten, werden von der Kommission für Konjunkturfragen als gering eingestuft.

Die 90er Jahren werden als schwieriges Jahrzehnt für die Schweizer Wirtschaft in die Geschichtsbücher eingehen. Sie waren gekennzeichnet von anhaltender Stagnation und einem starken Strukturwandel mit vielen Stellenverlusten. An der Schwelle zum 21. Jahrhundert kann die Schweiz die Früchte ihrer Bemühungen ernten.

Die Aussichten seien gut, dass der Aufschwung anhalte, sagte Max Zumstein, Leiter Konjunkturpolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), am Donnerstag. Die Wachstumszahlen für die Schweiz seien erfreulich. Überraschend sei, wie rasch die Asienkrise überwunden worden sei.

Risiken dennoch vorhanden

Zumstein wies aber auch auf die Risiken hin, die den Aufschwung gefährden könnten. Eine harte Landung der US-Konjunktur könnte zu einer restriktiven Geldpolitik mit deutlich höheren Zinsen führen. Ferner seien wachsende aussenwirtschaftliche Ungleichgewichtige ein möglicher Nährboden für Währungsturbulenzen.

Spannungen innerhalb der Europäischen Währungsunion könnten den Schweizer Franken unter Aufwärtsdruck setzen, was den Export bremsen würden. Insgesamt teilt Zumstein aber die Einschätzung der Kommission für Konjunkturfragen, dass diese Risiken eher als gering sind.

Schuldenbremse beim Bund gefordert

Die Kommission für Konjunkturfragen (KfK) verlangt in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Viertelsjahresbericht die Einführung einer Schuldenbremse beim Bund. Damit soll das Budget ausgeglichen werden. Der konjunkturelle Aufschwung müsse dazu genutzt werden, die festgelegten Sanierungsziele zu realisieren. In ihren Anmerkungen zur Wirtschaftspolitik verweist die KfK darauf, dass sich die Defizite der öffentlichen Haushalte spürbar zurückbildeten. Der konjunkturelle Aufschwung solle dazu genutzt werden, dass die festgelegten Sanierungsziele innerhalb der gesetzten Fristen realisiert werden können. Beim Bund gehe es in einem ersten Schritt darum, das in der Bundesverfassung festgelegte Haushaltsziel 2001 zu erreichen. In einem zweiten Schritt müsse der Budgetausgleich durch die Einführung einer Schuldenbremse gesichert werden.

SRI und Agenturen

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