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Vorsicht, aber keine Panik

Ausverkauf in Uruguay - viele Geschäfte und Läden stecken in Not und müssen schliessen. Keystone Archive

Uruguay öffnet seine Banken wieder und erhält von den USA einen Überbrückungs-Kredit von 1,5 Mrd. Dollar. Die Schweiz ist von der dortigen Krise nicht betroffen.

Dieser Inhalt wurde am 05. August 2002 - 16:11 publiziert

Die USA versprachen dem in akuten Finanznöten steckenden lateinamerikanischen Land einen sofortigen Kredit in der Höhe von 1,5 Mrd. Dollar. Das Geld der USA wird zur Überbrückung gewährt, bis der IWF den Kredit übernimmt.

Uruguays Parlament hatte vor der Kredit-Sprechung Konten-Beschränkungen beschlossen - eine Voraussetzung für die schnelle Hilfe aus den USA.

Am 30. Juli hatte die Regierung die Schliessung der Banken verfügt, nachdem die Geldreserven der Zentralbank alleine im Juli um über 50% gesunken waren. Es kam zu mehrtägigen Ausschreitungen und Plünderungen.

Marginaler Markt für die Schweiz

Der bilaterale Handel zwischen der Schweiz und Uruguay ist bescheiden: Die Importe (chemische und landwirtschaftliche Produkte sowie Textilien) beliefen sich im letzten Jahr auf 12,4 Mio. Franken, das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von über 60%.

Auch die Schweizer Exporte (pharmazeutische und chemische Produkte sowie Uhren) gingen zurück, nämlich um 7,6%. Sie beliefen sich 2001 auf 68 Mio. Franken.

Da es sich um einen relativen kleinen Markt handle, habe die aktuelle Krise in Uruguay im Moment für die Schweiz kaum Auswirkungen, sagte Jean-Jacques Maeder vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) gegenüber swissinfo.

Laut Maeder ist die Lage in Uruguay eskaliert, weil die Wirtschaft total von jener Argentiniens abhängig sei. Die dortige schwere Krise wirke sich nun auch auf die Nachbarländer aus. Die ebenfalls schwierige Lage in Brasilien ist laut Maeder weniger von Argentinien verursacht, da Brasilien eine eigene Dynamik habe.

Ernst, aber nicht dramatisch

Christian Scherer, zuständig für Wirtschaftsfragen in der Schweizer Botschaft in Montevideo, bezeichnet die gegenwärtige Lage in Uruguay als delikat. "Ich habe verschiedene Schweizer Bankiers kontaktiert. Sie beurteilen die Situation als ernst, nicht aber als dramatisch. Die Regierung hat die Lage unter Kontrolle."

Laut Jean-Jacques Maeder vom seco könnte der Handelsaustausch mit Uruguay angesichts der Krise weiter zurückgehen. "Für die Schweizer Unternehmen in der dortigen Region ist sicher Vorsicht angesagt."

Schweizer Investitionen

Laut der Schweizerischen Nationalbank wurden im Jahr 2000 gut 300 Mio. Franken in Uruguay investiert. Unter den Schweizer Firmen, die in Uruguay vertreten sind, befinden sich Nestlé, Novartis, Roche, Swiss Cargo und die UBS.

Infolge der Reformen im Land wurden viele Schweizer Produktions-Tätigkeiten eingestellt. So hat auch die von einem Auslandschweizer aufgebaute grösste Schokolade-Fabrik Uruguays die Marktöffnung nicht überlebt.

Nur mehr der Multi Nestlé, der seit Ende des 19. Jahrhunderts in Südamerika tätig ist, unterhält eine nennenswerte Produktion vor Ort. Man sei bereits durch viele Krisen gegangen und sei eng mit dem Gastland verbunden, erklärte François-Xavier Perroud von Nestlé. "Wir sind ein Teil des Landes."

Zugenommen hat jedoch die Präsenz schweizerischer Dienstleistungs-Unternehmen, allen voran jene von Banken.

Insgesamt sind rund 900 Schweizerinnen und Schweizer in Uruguay registriert.

Die Schweizer Gemeinde in Uruguay bestehe vorwiegend aus älteren Menschen, sagte Christian Scherer von der Schweizer Botschaft. "Und diese bangen natürlich um ihre Rente."

Gaby Ochsenbein

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