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Von Roll baut 650 Arbeitsplätze ab

Der Technologiekonzern Von Roll hat nach einem schwachen Geschäftsjahr ein Restrukturierungsprogramm und den Abbau von 650 Arbeitsplätzen angekündigt. Das Programm "Focus 2000" soll zu einer Steigerung der Produktivität führen.

Dieser Inhalt wurde am 29. Februar 2000 - 12:00 publiziert

Der Technologiekonzern Von Roll hat einen massiven Stellenabbau angekündigt. In den kommenden zwölf Monaten sollen 650 von insgesamt rund 6'500 Stellen gestrichen werden, wie der Konzern am Dienstag (29.02.)mitteilte. Gleichzeitig wurde nach einem schwachen Geschäftsjahr 1999 ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet.

Von Roll strebt in den kommenden Jahren eine nachhaltige Verbesserung des Geschäfts an. Deshalb leitetet der Konzern das Restrukturierungsprogramm "Focus 2000" ein, dem konzernweit 650 Stellen oder zehn Prozent der Arbeitsplätze zum Opfer fallen. 300 Arbeitsplätze sollen durch natürliche Abgänge und Pensionierungen abgebaut werden.

230 weitere Stellen will Von Roll in Frankreich, Italien und der Schweiz streichen. 120 Arbeitsplätze werden durch den Verkauf der Giesserei Moudon ausgelagert. Die Verkaufsverträge seien bereits unterzeichnet, die Arbeitsplätze blieben erhalten. Die Marktchancen für einen Alleingang der Giesserei Moudon seien gut.

Die Reaktionen der Gewerkschaften auf den angekündigten Abbau von 650 Stellen beiVon Roll sind moderat ausgefallen. Die Arbeitnehmerorganisationen anerkennen den Restrukturierungsbedarf des Konzerns.

Mit "Focus 2000" will Von Roll die Rentabilität und die Produktivität steigern. Das verlange ein Abbau von fixen Kosten, die Flexibilisierung des Mitarbeitereinsatzes und eine verstärkte Prozessorientierung. Zu den Massnahmen im Mitarbeiterbereich gehöre auch die beschleunigte Veränderung der internen Kultur, die den Kunden ins Zentrum des Denkens und Handelns stelle.

Die heute stark diversifizierten, dezentral operierenden Standortfirmen sollen möglichst rasch in Kompetenzzentren für spezifische Produkte umgewandelt werden. Insgesamt will sich der Konzern verstärkt auf seine Kernaktivitäten ausrichten und bis 2002 das Ergebnis operativ um 50 Millionen Franken verbessern.

Trotz höherem Umsatz weniger Gewinn

Verglichen mit dem Vorjahr konnte Von Roll 1999 den Umsatz vor allem dank Übernahmen um acht Prozent auf 1,560 Milliarden Franken steigern. Die Ertragsziele wurden dagegen verfehlt. Das operative Ergebnis ging um 26 Millionen auf 33 Millionen Franken zurück. Der Reingewinn schmolz von 30 Millionen auf zwei Millionen Franken zusammen.

Zusätzlich stellte der Konzern für das Restrukturierungsprogramm 102 Millionen Franken zurück. Die Nettofinanzschulden erhöhten sich um 115 Millionen auf 347 Millionen Franken. Weil sich das Ergebnis auch auf die Resultate der Von-Roll-Holding auswirkt, schlägt der Verwaltungsrat einen Dividendenverzicht vor.

Ausserordentliche Kosten verursachten die im Dezember bekannt gemachten Unregelmässigkeiten in den Büchern der Stahlgiesserei Biel. Für Nachlieferungen musste eine Rückstellung von zehn Millionen Franken gebildet werden. Zudem habe eine Überbewertung von Aktiven und eine Unterbewertung von Passiven zu einem buchmässigen Schaden von 15 Millionen Franken geführt. Gegen den mutmasslichen Verantwortlichen ist Strafanzeige eingereicht worden.

Für das laufende Jahr ist der Konzern verhalten optimistisch. Die eingeleiteten Restrukturierungen sollen bereits in diesem Jahr zu einer Ergebnisverbesserung beitragen. In den ersten Wochen hätten alle drei Konzernbereiche einen erfreulichen Bestellungseingang verzeichnet, der auf eine Belebung des Geschäfts hinweise.

SRI und Agenturen

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