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Vom Managertreff zum Global-Event

Letzte Vorbereitungen am Tag vor der Eröffnung des Weltwirschaftsforum WEF. swiss-image.ch

Persönlichkeiten aus aller Welt treffen sich ab Donnerstag am Weltwirtschaftsforum in New York.

Dieser Inhalt wurde am 31. Januar 2002 - 22:54 publiziert

Der Mann hinter dem Forum heisst Klaus Schwab, Professor für Business Administration an der Universität Genf. Er war es, der 1970 die Führungsspitzen der europäischen Wirtschaft erstmals zu Gesprächen in den Winterkurort Davos einlud.

Der Erfolg führte zur Gründung des Europäischen Management Forums. 1987 wurde der Name in Weltwirtschaftsforum umgewandelt, um den weltweiten Anspruch der Organisation auszudrücken. Neben Managementfragen ging es zunehmend auch um politische, soziale und Umweltthemen.

Irans Charassi aus Protest nicht dabei

Am Forum, welches am Donnerstag beginnt und bis 4. Februar dauert, nehmen über 2000 Personen aus über 50 Ländern teil.

Eröffnet wird es durch den Schweizer Bundespräsidenten Kaspar Villiger, den WEF-Präsidenten Klaus Schwab und den Gouverneur von New York, George Patakis. Die Schweiz ist weiter vertreten durch Wirtschaftsminister Pascal Couchepin und Aussenminister Joseph Deiss.

Mit scharfen Worten hat das geistliche erhaupt Irans am Donnerstag auf die Rede von US-Präsident George W. Bush zur Lage der Nation reagiert. Vor Teilnehmern einer Konferenz zur Unterstützung der Palästinenser bezeichnete Ayatollah Ali Chamenei Bush als "blutrünstigen" Politiker, der die ganze Welt bedrohe. Der iranische Aussenminister Kamal Charrasi sagte aus Protest seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in New York ab. In seiner Ansprache am Dienstag hatte Bush Iran, Nordkorea und Irak als "Achse des Bösen" bezeichnet.

Wieder ausgeladen hat das WEF Palästinenserpräsident Yassir Arafat. Nachdem der israelische Premierminister Ariel Sharon beschlossen hatte, wegen der Lage im Nahen Osten nicht teilzunehmen, suchte das WEF das Gespräch mit den Palästinensern. Dabei habe man sich geeinigt, dass Arafat nicht teilnehmen werde, sagte WEF-Direktor André Schneider gegenüber swissinfo.

Kontroverse um WEF

Laut den Organisatoren soll das Forum zu Diskussionen anregen, damit die wichtigsten Entscheidungsträger der Welt Probleme identifizieren, Lösungen suchen und neue Kontakte schaffen können.

Kritiker finden allerdings, das WEF schotte sich ab, sei elitär und behindere den sozialen Fortschritt. Greenpeace hat eine Einladung an das diesjährige Forum in New York abgelehnt. Die Umweltorganisation klagt, dass das WEF eine Initiative über den Klimawandel, auf welche man sich am Gipfel vom letzten Jahr geeinigt habe, einschlafen liess. Greenpeace nimmt stattdessen am "Weltsozialgipfel" teil, dem Parallelanlass in Porto Alegre, Brasilien.

Mit dem "Public Eye on Davos", einer Schweizer Organisation, findet zeitgleich mit dem World Economic Forum eine andere internationale Konferenz in New York statt. Das "Public Eye on Davos" will wie der Gipfel in Porto Alegre einen Kontrapunkt zum WEF setzen und die dort vertretenen Ansichten in Frage stellen.

Der Schweizer Bundespräsident hält auch an der Gegenveranstaltung in New York die Eröffnungsrede.

Die Globalisierungsgegnerinnen und -gegner kritisieren das Weltwirtschaftsforum als Club der Reichen, der sich abschotte, elitär sei und den sozialen Fortschritt behindere. Ihrer Ansicht nach hilft das WEF den Multis und den reichen Ländern, die Armen der Welt vom wirtschaftlichen Entscheidungsprozess auszuschliessen.

Traktanden ergänzt

Das WEF hat versucht, die Kritik aufzufangen, indem es soziale, kulturelle und Umweltfragen in sein Programm aufnahm. Die Organisatoren bekräftigen, dass die Vorzüge des Wirtschaftswachstums und der Globalisierung auch den Entwicklungsländern zugute kommen sollen.

Die Polizei von New York versucht mit gewaltigen Sicherheitsvorkehrungen Demonstrationen zu verhindern. Aber das Forum wird auf jeden Fall Dissidenten anziehen, welche die Verantwortung für die erdrückende Armut in vielen Ländern der Welt in der Weltwirtschaftsordnung anlasten.

swissinfo und Agenturen

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