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Vier Hunderstel fehlten

Undankbarer Vierter: Der Bündner Ambrosi Hoffmann. Keystone

Stephan Eberharter ist Weltmeister, Hermann Maier und Bode Miller landen zeitgleich auf Platz 2. Und der Schweizer Ambrosi Hoffmann auf Platz 4 am Super-G der Ski-WM in St. Moritz.

Dieser Inhalt wurde am 02. Februar 2003 - 21:21 publiziert

Trotz der verpassten Medaille - für die Organisatoren ist eine perfekte Organisation fast wichtiger.

Es sollte ein Traum bleiben. Für die Schweizer Delegation, das Publikum und für die Organisatoren der WM hier in St. Moritz. Aber auch die zahlreich anwesenden Schweizer Medien haderten mit vier Hundertstel-Sekunden.

Genau diesen Rückstand und Platz vier erfuhr sich Ambrosi Hoffmann, der beinahe vor seiner eigenen Haustüre - und an seiner ersten Weltmeisterschaft - nahe an einer Medaille war.

Das sind die Geschichten, welche die Ski-WM nun in noch neun weiteren Rennen schreiben wird.

Ambrosi Hoffmann: "Extrem glücklich bin ich natürlich nicht über den vierten Platz. Aber ich habe eine Topleistung gezeigt und muss das Verdikt akzeptieren." Er versuche nun, die Emotionen im Hinblick auf die Abfahrt positiv umzusetzen.

Auf die Abfahrt hoffen

Die andern Schweizer, Didier Cuche, Didier Defago und Bruno Kernen verloren im unteren Teil der Strecke Zeit. Cuche sagte nach dem Rennen: "Für die Abfahrt werde ich Material, vor allem Schuhe testen müssen."

Nichts zu testen wird es für den strahlenden Sieger Stephan Eberharter aus Österreich geben. Auch in St. Moritz wieder etwas im Schatten von Hermann Maier, verbeugte sich Eberharter im Zielraum vor dem Publikum nach allen Seiten.

Er meinte anschliessend, er habe wie ein Tiger gekämpft. "Sieger des WM-Rennens zu sein ist wichtiger, als Hermann Maier zu schlagen. Wir haben kein schlechtes Verhältnis, das wird von den Medien aufgespielt."

Sportliche Erwartungen? Ja, aber nicht nur

Eine Schweizer Medaille hätte mit Blick auf die kommenden Rennen etwas Druck von der Delegation genommen.

"Aber Geduld", sagt Jean Daniel Mudry, Direktor von Swiss-Ski und Mitorganisator der WM. Für ihn zählt vor allem, dass in St. Moritz "alles klappt", wie er sagt.

"Diese WM muss ohne Probleme über die Bühne gehen, damit Swiss-Ski und St. Moritz weltweit einen positiven Eindruck hinterlassen." Die 61 teilnehmenden Delegationen müssten mit den besten Erinnerungen wieder nach Hause gehen. "Und mit dem Wunsch, wieder zurückzukehren", meint Mudry.

Ein touristisches und ökonomisches Gewinnspiel

Die gleiche Meinung vertritt der Präsident des Internationalen Skiverbandes.

"Schweizer Medaillen sind wichtig, um Begeisterung zu entfachen. Je eher sie kommen, desto besser. Aber das ist nicht alles", sagte Gian Franco Kasper unmittelbar vor Beginn der WM.

Kasper ist St. Moritzer und hofft speziell dass "sein" Ort sehr lange von diesen zwei Wochen im internationalen Schaufenster zehren wird.

Die direkten und indirekten Investitionen dieser WM belaufen sich auf über eine Milliarde Franken und müssten Früchte tragen. Vor allem für den Tourismus.

Das Image von St. Moritz wird während über zweier Wochen weltweit in den Medien verbreitet werden. Daher ist aus dieser Sicht für die Verantwortlichen eine perfekte Organisation wichtiger als Schweizer Medaillen.

Langzeitwirkung auch für VIPs

Für Jürg Capol, den Marketingverantwortlichen der WM, soll der Event auch die "Besucherstruktur" von St. Moritz verjüngen helfen. Deshalb hatte man auch DJ Bobo an die Eröffnungsfeier gebracht.

Wenn tatsächlich die Superreichen, die St. Moritz jeweils im Winter besuchen, während den Weltmeisterschaften etwas weniger dort weilen, hoffen doch alle auf die Langzeitwirkung der enormen und weltweiten Medienpräsenz.

So auch Roland Fasel, General Manager im Padrutts Palace, einem der weltweit führenden Hotels der Welt. Er sagte gegenüber swissinfo: "Klar sind einige VIPs während der WM nicht da. Doch die unbezahlbare weltweite Werbung wird das längst wettmachen. Denn langfristig werden schliesslich mehr Gäste kommen."

swissinfo, Urs Maurer, St. Moritz

Fakten

Den Super G gewinnt Stephan Eberharter, Österreich, vor Hermann Maier, Österreich und Bode Miller, USA (beide zeitgleich)
Vier Hundertstel zurück: Ambrosi Hoffmann, Schweiz.
Die Ränge der übrigen Schweizer: Bruno Kernen (8), Didier Cuche (11), Didier Defago (21).

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In Kürze

Schweizer Medaillen sind für die WM wichtig. Wichtiger aber ist für St. Moritz letztlich, dass die Organisation klappt und die weltweit anwesenden Medien ein perfektes Bild des Ferienortes in die Welt tragen.

Die direkten und indirekten Investitionen, welche die WM bringt, werden auf über eine Milliarde Franken geschätzt.

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