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Umweltverbände gegen Sondierstollen am Wellenberg

Die Diskussion rund um Lager für radioaktive Abfälle am Wellenberg (Archivbild) geht weiter. Keystone

Atomkritiker lehnen die Forderung nach einem Sondierstollen am Wellenberg im Kanton Nidwalden ab. Das Konzept eines überwachbaren Langzeitlagers für radioaktiven Abfall sei zu wenig ausgegoren, erklärten Umweltorganisationen am Montag (29.05.).

Dieser Inhalt wurde am 29. Mai 2000 - 08:32 publiziert

Greenpeace, die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) und das Komitee für eine Mitsprache des Nidwaldner Volks bei Atomanlagen (MNA) haben am Montag in Luzern die Politik zum Handeln aufgerufen. Die Frage des Lagerstandorts dürfe erst gestellt werden, wenn ein technisch und gesellschaftlich akzeptiertes Konzept vorliege.

Anlass der Medienkonferenz war ein im Februar veröffentlichter Bericht einer Expertengruppe des Bundes. Diese hatte vorgeschlagen, statt ein Endlager ein Langzeitlager zu bauen, bei dem das Lagergut überwacht werden kann. Gleichzeitig empfahl sie den Bau eines Sondierstollens im Wellenberg.

Neues Konzept begrüsst

Die Atomkritiker verbuchen das Aus für das Endlager-Konzept als Erfolg. Rosmarie Bär von der SES würdigte den neuen Weg als "kreativen Ansatz". Die Kontrollierbarkeit und Rückholbarkeit sei ethisch und gesellschaftlich sehr wichtig, sagte sie.

Für Greenpeace, SES und MNA ist klar, dass bei der relativ jungen Idee des überwachbaren Atommülllagers noch viele Fragen offen sind. Bereits jetzt an einen Sondierstollen zu denken sei Zwängerei, sagte Bär.

Unredlichkeit

Stefan Füglister von Greenpeace befürchtet, dass über den Sondierstollen der Standort Wellenberg gesichert werden soll. Er sei überzeugt, dass dann auf das Konzept der Endlagerung zurückgeschwenkt werde, sagte er.

Die Umweltverbände sprechen deshalb von "Etikettenschwindel" und kündigten Opposition gegen das erwartete Gesuch der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (nagra) an.

Der Bundesrat müsse Vertrauen schaffen. Die Umweltverbände wiederholten deshalb ihre Forderung, dass die nagra klarer von der Atomwirtschaft getrennt und die Frage des Atomabfalls einer unabhängigen Entsorgungsagentur anvertraut wird.

Erneute Opposition

Den Willen zur Opposition bekräftigte auch Peter Steiner, Nidwaldner Landrat und Präsident des MNA. Die Nidwaldner Stimmberechtigten hatten 1995 ein Endlager für schwach- und mittelaktive Abfälle im Wellenberg abgelehnt.

Für das MNA ist im Übrigen klar, dass der Standort Wellenberg für ein Lager ohnehin nicht geeignet sei. Dagegen sprächen Faktoren wie die Erdbebengefahr, die Gefahr einer weiträumigen Wasserverschmutzung, lange Transportwege und negative Auswirkungen auf den Tourismus.

swissinfo und Agenturen

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