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Uhrenindustrie: Hayek fordert Innovationsschub

Swatch Group-Präsident Nicolas G. Hayek warnt vor einer neuen Uhrenkrise. Rechts: François Thiebaud, VR-Präsident Tissot. Keystone

Die Schweizer Uhrenindustrie muss neue Produkte entwickeln und in neue Technologien investieren. Ansonsten befindet sie sich in fünf Jahren wieder in einer grossen Krise.

Dieser Inhalt wurde am 09. Januar 2003 - 12:18 publiziert

Diese Prognose machte der Leiter der Swatch Group Nicolas G. Hayek.

Anlass zu Hayeks Äusserungen war die Feier zum 150-jährigen Bestehen der Uhrenmarke Tissot im Uhrmacher-Städtchen Le Locle. Tissot gehört mit 19 andern Uhrenmarken zur Swatch Group, deren Präsident Hayek ist.

Dabei sparte er nicht mit Kritik an der Uhrenindustrie: "In den letzten drei Jahren rannten die Uhrenproduzenten nur dem Geld nach", sagte er gegenüber swissinfo. "Es gab keine Innovation, keine Neuentwicklungen. Als ich sie zu neuen Produktionen ermunterte, gab es nur Geschrei."

Streit um Uhrwerke

Hayek, der sich erst gerade vom Alltagsgeschäft der Swatch Group zurückgezogen hat, bezog sich mit seinen Äusserungen auf einen Streit, der zwischen seiner Uhrwerke produzierenden ETA Fabriques d'Ebauches SA und andern Uhrenherstellern entbrannte.

ETA verkauft an andere Firmen so genannte "ébauches", unfertige Uhr-Rohwerke. Dieses Geschäft will Hayek Ende 2005 einstellen - und gefährdet damit in den Augen der andern Uhren-Hersteller die reibungslose Produktion. Daher reichten sie bei der Wettbewerbskommission (Weko) Klage ein.

Die Weko hat entschieden, dass ETA weiterhin Uhrwerke liefern muss, bis sie ihre Abklärungen beendet habe. Nur so könne, so die Weko, die Wettbewerbs-Situation aufrecht erhalten werden.

Krise wegen fehlender Innovation droht

"Ich habe angekündigt, keine Uhrwerke mehr auszuliefern, wenn sie nicht versuchen, eine eigene Produktion aufzubauen", erklärte Hayek gegenüber swissinfo. "Sonst schlittert die Uhrenindustrie in dieselbe Krise wie vor fünf Jahren."

Den Entscheid der Weko nimmt er gelassen auf: "Ich habe ihn erwartet. Es ist das vierte Mal, dass ich dieses Problem habe, aber am Ende haben immer alle eingesehen, dass ich richtig lag", gibt sich Hayek zuversichtlich.

Nationalbank soll Franken schwächen

Am Anlass in Le Locle, wo auch eine Ausstellung zur Geschichte von Tissot eröffnet wurde, forderte Hayek die Nationalbank zum wiederholten Male auf, aktiv zu werden. Er könne nicht verstehen, dass die Nationalbank nicht mehr unternehme, um den Wert des Schweizer Frankens nach unten zu korrigieren.

Er wies auch darauf hin, dass die ganze Uhrenindustrie unter der allgemeinen Unsicherheit der Konsumentinnen und Konsumenten leide.

"Mister Swatch" als Retter

Hayek hat die Schweizer Uhrenbranche in den letzten Jahren in Bewegung gehalten. Hayek gilt als der Vater der Plastikuhr "Swatch".

Im vergangenen November wurde ihm die höchste Österreichische Auszeichnung verliehgen, das "Grosse Ehrenzeichen mit Stern". Im Laudatio wurde er als Retter der Schweizer Uhrenindustrie bezeichnet. Österreich ist für die Swatch Group laut eigenen Angaben einer der wichtigsten Märkte.

swissinfo, Robert Brookes und Philippe Kropf

Fakten

Swatch Group:
Präsident Nicolas G. Hayek. Die Gruppe ist in ca. 50 Ländern vertreten und beschäftigt 20'000 Personen und setzt fast 4,2 Mrd. Franken um.

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