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UBS: Grosser Geldgeber des Tourismus

Marcel Ospel mit dem Wanderrucksack, den er von den Tourismusprofis mit auf den Weg erhalten hat. swissinfo.ch

Die UBS ist die dominante Finanzierungs-Institution im schweizerischen Tourismus. UBS-VR-Präsident Marcel Ospel verlangt nun aber eine Abkehr vom kleinräumigen Denken.

Dieser Inhalt wurde am 13. April 2002 - 12:03 publiziert

In Crans-Montana, vor den 800 am "Ferientag" versammelten Tourismusprofis, hatte UBS-Chef Marcel Ospel keinen leichten Stand. Denn es gab kaum einen Tourismusakteur im Saal, der in seinem Schulden-Portfeuille nicht auch einen UBS-Kredit hat.

Ospel-kritisches Publikum

Die UBS hatte Mitte der neunziger Jahre ihre Kreditpolitik ziemlich abrupt über den Haufen geworfen und die Verlängerung vieler Kredit an Hotel- und touristische Betriebe verweigert. Die Folge: eine Konkurswelle.

Dazu kommt die unvorteilhafte Rolle, die Ospel aus Branchensicht beim Grounding der Swissair spielte. Die trug ihm nicht unbedingt die Sympathien des Tourismus ein. Der Incoming-Tourismus hing emotional und auch finanziell sehr stark vom ehemaligen "National Carrier" ab, was Promotionshilfe, Support und Infrastruktur betrifft.

UBS zieht sich nicht zurück

Ospel bemühte sich deshalb, den Touristikern zu versichern, dass sich die UBS nicht aus dem Tourismuskreditgeschäft zurückzieht. "Wir haben weitgehend parallele Interessen", rief Ospel der Branche zu. Eine Aussage mit viel Erklärungsbedarf, wenn man an die Konkursaufhäufung denkt, die dem Schwenker in der UBS-Kreditpolitik in den 90er Jahren folgte.

Der UBS-Chef wies zu Recht auf die sehr zerstückelte Angebotsstruktur im Tourismus hin, auf die Kleinräumigkeit statt auf einen regionalen Risikoausgleich, der sich - aus seiner Sicht - viel leichter finanzieren liesse.

Gute Prognosen

Hingegen räumen die UBS-Analysten der Fremdenverkehrs-Konjunktur gute Chancen ein. Ospel gab sich in Crans-Montana deutlich optimistisch bezüglich Binnentourismus, nicht zuletzt wegen der Expo.02. "Immerhin", so rechnete der UBS-Chef vor, "werden 2002 nach unseren Schätzungen insgesamt rund zwei Millionen Menschen in die Schweiz reisen".

UBS und Marke Schweiz

"Wenn Banking, dann Switzerland", scherzte Ospel, und wies auf die wichtige Rolle der Kurorte im Private Banking seiner Bank hin: Die vielen Bankfilialen gerade in den eleganten Ferienorten zeigen die Symbiose von Tourismus und Finanzplatz besser auf als sämtliche Statistiken.

Ospel ist sich dieser gemeinsamen Wahrnehmung seiner Auslandkundschaft - sprich der Schweiz-Touristen - bestens bewusst: "Auch wir stützen uns auf das touristische Angebot der Schweiz und dessen guten Ruf", nicht zuletzt, um die Kontakte zu den Private-Banking-Kunden zu stärken.

Deshalb sei die UBS sicher dabei, wenn es darum geht, für die Marke Schweiz positive Impulse zu kreieren.

Alexander Künzle, Crans-Montana

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