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Tui spürt Erholung in Touristik und Schifffahrt - Aschewolke trübt Bild (AF)

Dieser Inhalt wurde am 12. Mai 2010 - 08:22 publiziert

HANNOVER (awp international) - Der weltgrösste Reisekonzern Tui hat im zweiten Geschäftsquartal von der beginnenden Erholung in Touristik und Containerschifffahrt profitiert. Der saisontypische Verlust im Reisegeschäft ging spürbar zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Die im Jahr 2009 schwer angeschlagene Reederei Hapag-Lloyd steuerte sogar einen kleinen Gewinn bei. Für das Geschäftsjahr bis Ende September bleibt der Vorstand optimistisch, den um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn leicht zu steigern. Eine Belastung steht bereits fest: Das Flugverbot wegen der Vulkanasche aus Island im April dürfte Tui rund 100 Millionen Euro kosten.
Wegen der Vulkanasche-Wolke aus Island war der Flugverkehr über Europa über Tage hinweg grösstenteils lahmgelegt. Millionen Reisende sassen an ihren Reisezielen fest oder konnten von Europa aus erst gar nicht starten. Die Belastungen kommen bei Tui allerdings erst im dritten Geschäftsquartal zum Tragen.
WENIGER VERLUST
In der Zeit von Januar bis März reduzierte das im MDax notierte Unternehmen seinen Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (EBITA) um gut ein Viertel auf 252 Millionen Euro. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Verlust von 177 Millionen Euro, nachdem Tui ein Jahr zuvor wegen des Teilverkaufs der Container-Reederei Hapag-Lloyd einen Gewinn von 744 Millionen Euro erzielt hatte. Reiseveranstalter schreiben im Winterhalbjahr typischerweise rote Zahlen, weil sie ihre Kosten in dieser Zeit nicht decken können. Den Grossteil ihres Gewinns fahren sie im Sommer ein.
In diesem Winter kamen Tui auch Umstrukturierungen bei der Tochter Tui Travel zugute. Das Unternehmen, das zu 54 Prozent zum Hannoveraner Konzern gehört, war 2007 aus der Fusion der damaligen Tui-Veranstaltersparte mit der britischen First Choice Holidays entstanden. Nun machten sich die Synergieeffekte aus der Fusion bemerkbar. Zudem fielen geringere Kosten für die Umstrukturierung an. Auch die Übertragung der defizitären Städteverbindungen der deutschen Fluggesellschaft Tuifly an Air Berlin sorgte für Entlastung.
Dabei ging der Umsatz des Tui-Konzerns um 6,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Tui Travel hatte das Flug- und Hotelangebot zuvor wegen der Wirtschaftskrise deutlich zusammengestrichen, um Reisen nicht wegen schwacher Nachfrage zu Niedrigpreisen verramschen zu müssen.
REEDEREI ERHOLT SICH
Nach oben zeigte die Entwicklung auch bei der Container-Reederei Hapag-Lloyd. Das Unternehmen, das im Krisenjahr 2009 sogar um Staatshilfe hatte anfragen müssen, steigerte seinen Umsatz um 13 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Sondereffekte herausgerechnet, kam Hapag-Lloyd mit einem EBITA von 13 Millionen Euro auch wieder in die schwarzen Zahlen. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Verlust von 222 Millionen Euro gestanden.
Dieses Mal profitierte die Reederei von einem scharfen Sparprogramm und der anziehenden Nachfrage im Frachtgeschäft. Der Tui-Konzern ist noch mit 43 Prozent an dem Hamburger Unternehmen beteiligt und konnte von dem Hapag-Lloyd-Ergebnis 6 Millionen Euro in seine Bücher aufnehmen.
stw/hosvdp/wiz

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