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Tui muss Bilanz korrigieren - Finanzchef von Tui Travel geht (AF)

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2010 - 11:22 publiziert

HANNOVER/LONDON (awp international) - Der weltgrösste Reisekonzern Tui muss wegen Rechenfehlern bei seiner britischen Tochter Tui Travel und zusätzlicher Millionen-Abschreibungen seine Bilanz korrigieren. Tui-Travel-Finanzchef Paul Bowtell nimmt aufgrund der Unstimmigkeiten seinen Hut. Zwar bekräftigten die Führungsspitzen von Mutter- und Tochtergesellschaft am Donnerstag trotz der zusätzlichen Belastungen von mehr als 100 Millionen Euro ihre Gewinnziele für das Geschäftsjahr 2009/2010, die Aktien von Tui und Tui Travel stürzten am Morgen dennoch in die Verlustzone.
Am Vormittag verbilligte sich die Tui-Aktie um 3,41 Prozent auf 8,577 Euro und war damit zweitschwächster Wert im MDax . Tui-Travel-Papiere waren im FTSE-100 mit einem Minus von 6,68 Prozent auf 215,00 britischen Pence Schlusslicht.
LASTEN VON 120 MIO EURO
Bei der deutschen Tui AG, die mit 57 Prozent an Tui Travel beteiligt ist, schlagen sich die Korrekturen in zusätzlichen Belastungen von 120 Millionen Euro nieder. Davon werden 45 Millionen im verkürzten Rumpfgeschäftsjahr 2009 verbucht, wo sie das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (bereinigtes EBITA) nach unten ziehen. Die restlichen 75 Millionen Euro entfallen auf frühere Geschäftsjahre - sie werden deshalb im Jahr 2009 im Eigenkapital verbucht.
Tui Travel korrigierte den bereinigten operativen Gewinn für das Jahr 2008/2009 um 42 Millionen auf 401 Millionen britische Pfund (456 Mio Euro) nach unten. Für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2009/2010 kündigte das Management zudem höhere Abschreibungen an - statt 29 Millionen lasten nun 117 Millionen Pfund auf dem Ergebnis.
FEHLER IM SYSTEM
Die Ursache der millionenschweren Fehler steckt den Angaben zufolge in den Computersystemen, die Tui Travel bis vor kurzem in seinem Grossbritannien-Geschäft eingesetzt hatte. Dadurch seien die Forderungsbestände zwischen den Computersystemen der Reiseveranstalter und denjenigen des Vertriebs falsch abgeglichen worden, hiess es. Die jetzige Situation habe sich über Jahre aufgebaut, sagte Tui-Travel-Chef Peter Long.
Sein Finanzchef Paul Bowtell zieht nun die Konsequenzen. Zum Jahresende verlässt er das Unternehmen. Den Angaben zufolge hat er selbst seinen Rücktritt angeboten. "Er ist einer der fähigsten Finanzchefs, die ich kenne", sagte Tui-Travel-Chef Long und bedauerte den Rückzug des 42-jährigen Managers. Bowtell gehörte mehr als sechs Jahre lang zu Longs Team. Mit ihm führte er bereits den früheren britischen Reiseveranstalter First Choice. Nach dessen Zusammenführung mit der Tui-Veranstaltersparte im Jahr 2007 übernahm Bowtell das Finanzressort des fusionierten Unternehmens Tui Travel.
ZIELE BEKRÄFTIGT
Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr halten Long und die Hannoveraner Tui-Führung um Vorstandschef Michael Frenzel an ihren bisherigen Gewinnplänen fest. Die Tui-Führung will das bereinigte EBITA der Touristiksparte weiterhin stabil halten. Ausserdem erwartet der Vorstand ein positives Konzernergebnis. Tui Travel will die Jahresbilanz 2. Dezember vorlegen. Die Tui AG stellt ihren Jahresabschluss am 14. Dezember vor./stw/enl/tw

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