Navigation

Trüb teilt die Karten aus

Sicherheit wird bei Trüb hoch gehalten - Foto-Handys dürfen nicht in die Produktionshallen. Trüb

Eine kleine Firma in Aarau kann sich damit brüsten, dass alle Schweizerinnen und Schweizer mindestens eine ihrer Karten im Portemonnaie haben.

Dieser Inhalt wurde am 18. Februar 2005 - 17:11 publiziert

Die Firma Trüb produziert jedes Jahr zwischen 40 und 50 Mio. Ausweis-, Kredit- und Kundenkarten.

"Seit 1994 sind wir für die Schweizer Identitätskarte verantwortlich. Wir produzieren und personalisieren die ID für die Schweizer Regierung", sagt Hertor Bauer, Leiter Marketing und Verkauf, gegenüber swissinfo. "Die Karten sind so sicher, dass man sie auf der ganzen Welt kennt. Sie sind wahrscheinlich die sichersten Karten, die es gibt."

Das Unternehmen produziert auch Karten für mehrere Schweizer Banken. Begonnen hatte alles 1859 mit dem Druck von Wertpapieren.

Von Aktien zu Kreditkarten

Immer noch werden Dividendenpapiere, Anleihen, Schecks, Gutschriften, Garantie- oder Urheberrechts-Zertifikate gedruckt. Doch die Zeiten haben sich geändert und dieser Bereich macht nur noch drei bis vier Prozent der jährlichen Verkäufe aus.

"Anfangs der 1970er-Jahre kamen Kreditkarten in der Schweiz auf. Wir produzierten und personalisierten die Plastik-Karten", erklärt Bauer.

"Wir bauten das Knowhow für die Bank-Karten auf. Das war der erste Schritt. Dank unserer Erfahrung und unserem Sicherheits-Umfeld erhielten wir 1994 den Zuschlag zur Produktion der neuen Schweizer Identitätskarte. So entwickelten wir uns vom Drucker von Wertpapieren zum Hersteller von Bank- und Kundenkarten."

Jede persönlich aber gleich

Die grösste Herausforderung sei die gleichbleibende Qualität. "Wir produzieren jedes Jahr ungefähr zehn Mio. Ausweise. Der erste und der letzte müssen dieselbe Qualität haben."

Die Identitätsausweise und die neuen Führerscheine bestünden aus einem delikaten Material – Polykarbonat – und nur wenige Firmen weltweit seien wirklich in der Lage, solche Karten herzustellen.

Nach der Produktion der Karte selber beginnt der Personalisierungs-Prozess. Diverse Informationen können auf der Karte oder einem Chip gespeichert werden.

Die Schweizer ID beispielsweise verfügt über Foto und Name des Inhabers oder der Inhaberin und wird ergänzt durch Geburtsdatum, Körpergrösse, Augenfarbe, Heimat- und Ausstellungs-Ort sowie einer Unterschrift. Die Ausweis-Nummer wird auf einem fälschungssicheren, silbrigen, so genannten Kinegramm gezeigt.

Exportmarkt im Visier

Die Aargauer produzieren unterdessen auch für den Export, allen voran für Estland und Hongkong. Als die Firma den Zuschlag für den estnischen Personalausweis erhielt, baute sie eine Produktionsstätte in der Hauptstadt Tallinn.

"Wir produzieren die Karten selber hier in der Schweiz. In Tallinn wird sie personalisiert und dann den Behörden übergeben", erklärt Bauer. Im vergangenen Jahr erhielt Trüb auch die Aufgabe, Führerscheine nach Vorgaben der Europäischen Union (EU) für das baltische Land zu produzieren.

In Hongkong errichtete die Firma eine Personalisierungs-Stätte, inklusive der notwendigen Maschinen. "Optisch drucken wir das Bild mit Laser-Technologie. Wir drucken Namen, Geburtsdatum und so weiter."

Die zweite Technologie sei der Chip: "Auf diesen schreiben wir zusätzlich die Versicherungsnummer und das Bild oder biometrische Daten in maschinenlesbarer Form."

Smart-Cards als Gold-Esel

In den kommenden Jahren wird Trüb rund 7,5 Mio. Karten in Aarau herstellen und nach Hongkong schicken. Nach nur sechs Jahren im Exportgeschäft machen die Aufträge aus dem Ausland rund 40 Prozent des Jahresumsatzes aus.

Viel Umsatz wird in Zukunft von so genannten Smart-Cards erwartet. Diese erlauben Geschäfte via Internet, welche durch eine Public-Key-Infrastruktur abgesichert werden.

"Man braucht zwei Schlüssel in einem Chip, einen privaten und einen öffentlichen", erklärt Bauer. "Damit und mit dem persönlichen PIN-Code kann man E-Business machen. Wir packen die Schlüssel in den Chip."

Sicherheit als Argument

Es kann nicht erstaunen, dass die Sicherheit im Trüb-Hauptsitz in Aarau einen hohen Stellenwert hat. Schliesslich arbeitet die Firma mit den sensiblen Daten von Regierungen, Behörden, Banken, Grossverteilern oder Transport-Unternehmen.

Von aussen erinnert das Gebäude mit seinen vergitterten Fenstern an ein Gefängnis. Der Empfang hingegen ist freundlich, eine Notiz weist aber darauf hin, dass im Gebäude keine Kameras erlaubt sind. Auch Mobiltelefone mit eingebauter Kamera dürfen nicht mitgenommen werden.

"Weil wir Dokumente für die Regierung, Ausweise und Bankkarten produzieren müssen wir sicher stellen, dass keine einzige Karte gestohlen oder missbraucht werden kann", erklärt Bauer. "Die Daten müssen geschützt werden."

swissinfo, Robert Brookes in Aaarau
(Übertragung aus dem Englischen von Philippe Kropf)

Fakten

Trüb wurde 1859 gegründet und druckte Wertpapiere.
Heute produziert sie hauptsächlich Karten für Regierungen, Banken und Grossverteiler.
Die Firma zählt am Hauptsitz in Aarau und im Ausland rund 400 Angestellte.
Der Umsatz betrug im Jahr 2004 rund 120 Mio. Franken.

End of insertion

In Kürze

Trüb produziert jährlich rund 100 Mio. Karten, 20 Mio. davon sind Smart-Cards mit einem eingebauten Chip.

Auch Kreditkarten für Banken auf der ganzen Welt werden vom Aargauer Unternehmen hergestellt.

Zudem werden Kundenkarten und Ausweise fürs In- und Ausland produziert.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?