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Tochterfirma und früherer Manager der Credit Suisse Group (CSG) in Japan angeklagt

Gegen die Londoner Zentrale der Credit Suisse Financial Products (CSFP) ist in Japan Anklage erhoben worden. Sie lautet auf Verstoss gegen das Bankengesetz. Ebenfalls angeklagt wurde der im November verhaftete ehemalige Tokioter Bürochef von CSFP.

Dieser Inhalt wurde am 08. Dezember 1999 - 15:27 publiziert

Gegen die Londoner Zentrale der Credit Suisse Financial Products (CSFP) ist in Japan Anklage erhoben worden. Sie lautet auf Verstoss gegen das Bankengesetz. Ebenfalls angeklagt wurde der im November verhaftete ehemalige Tokioter Bürochef von CSFP.

Die japanische Staatsanwaltschaft meldete die Anklageerhebung am Mittwoch (08.12.). Mit dieser ungewöhnlich harten Massnahme gehen die japanischen Behörden erstmals gegen ein ausländisches Geldinstitut strafrechtlich vor.

Der Tokyo District Court habe die Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft erhalten, bestätigte ein Gerichtssprecher. Genauere Details zur Anklage wegen “Verstoss gegen das Bankengesetz” konnte er aber nicht nennen.

Die Credit Suisse Group (CSG) in Zürich ist mit dem Vorgehen der japanischen Behörden nicht einverstanden. In einer Reaktion per Communiqué hiess es: “Ein allfälliges strafrechtliches Verfahren ist der Gruppe auf der Basis der vorliegenden Fakten nicht verständlich.”

Der Staatsanwalt in Tokio begründe seine Anklage offenbar mit dem Fehlverhalten einzelner früherer Mitarbeiter der CSFP. Gegen diese habe man aber selber interne Untersuchungen eingeleitet. Ihre Verfehlungen seien aufgedeckt worden, und sie seien auch disziplinarisch bestraft worden.

Die interen Untersuchung, für die eine internationale Anwaltsfirma beauftragt worden war, habe ergeben, dass das Management ausserhalb Japans von deren Verfehlungen nichts gewusst habe, hiess es weiter. Schliesslich habe die CSG die japanischen Behörden umgehend informiert.

Dem ehemaligen Bürochef der Tochtergesellschaft der Credit Suisse Group, Shinji Yamada, wird vorgeworfen, während Untersuchungen der Financial Supervisory Agency (FSA) Anfang Jahr Dokumente unterschlagen und an die Firmenzentrale in Grossbritannien geschickt zu haben. Von London seien die Unterlagen später wieder zur Tokioter Niederlassung zurück geschickt worden. Deswegen bestehe der Verdacht, dass das Institut systematisch in die Vorgänge verwickelt gewesen sei.

Der 46-jährigen Yamada wird zudem beschuldigt, seine Mitarbeiter zur Vernichtung von Unterlagen angewiesen zu haben. Ausserdem habe er den Beamten einen Grundriss seiner Filiale ausgehändigt, auf dem ein Archivraum nicht eingezeichnet gewesen sei. Mitte Oktober durchsuchte die Polizei daraufhin sein Büro und sein Privathaus.

Die FSA hatte der CSFP aufgrund ihrer Untersuchungen im Oktober die Lizenz entzogen. Die Behörde wirft der CSFP sowie der Credit Suisse Trust and Banking Co. vor, in illegale Derivatgeschäfte mit japanischen Geldhäusern verwickelt gewesen zu sein und anschliessend die FSA an Überprüfungen gehindert zu haben.

Nach Branchenabgaben soll die Credit Suisse-Gruppe komplizierte Geldgeschäfte mit Derivatprodukten angeboten haben, mit denen rund 100 japanische Banken ihre Verluste aus Wertpapiergeschäften vertuschen konnten.

SRI und Agenturen

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