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Thailändischer Demokratie-Verfechter auf Gratwanderung

In Thailand wollen die Demonstrierenden, die gegen die Monarchie protestieren, ihren Kampf für Demokratie nicht aufgeben. Der Journalist Pravit Rojanaphruk erklärt im Beitrag für unsere Serie Global Voices of Freedom, was auf dem Spiel steht.

Dieser Inhalt wurde am 26. November 2021 - 10:00 publiziert

Ein beeindruckendes Schwarz-Weiss-Bild des italienischen Fotografen Jan Daga zeigt einen Protest im August 2020: Reihen junger Studierenden gehen Hand in Hand eine Straße in Bangkok hinunter, gefolgt von einer Gruppe schwer bewaffneter Polizist:innen.

Vor der Szene steht ein einsamer Journalist mit einem Smartphone, der live vom Kampfplatz der thailändischen Demokratie berichtet – Pravit Rojanaphruk.

Jan Daga

Der 51-jährige Journalist arbeitet als leitender Redaktor für Khaosod English ("frische Nachrichten"). Früher schrieb er eine regelmässige Kolumne für die Nation, eine englischsprachige Zeitung des Landes, wurde aber nach dem Staatsstreich von 2014 wegen seiner politischen Ansichten zum Rücktritt gezwungen.

Seitdem hat er sich einen Ruf als einer der prominentesten Verfechter von Demokratie und Meinungsfreiheit in Südasien erworben – und wurde infolgedessen als "Feind des Volkes" bezeichnet und mehrfach verhaftet.

Im Gespräch nennt Rojanaphruk ein zentrales Hindernis für die Demokratie in seinem Land – das so genannte "lèse majesté"-Gesetz, das jegliche Kritik an der Monarchie verbietet.

Die Befürworter:innen einer modernen Demokratie in Thailand befinden sich in der Tat in einer Art Gratwanderung. Seit Jan Daga im letzten Sommer dieses ikonische Foto geschossen hat, wurden Tausende mehrheitlich junger Demonstrant:innen verhaftet und ins Gefängnis gesteckt.

Pravit Rojanaphruk seinerseits marschiert immer noch an der Spitze dieser wichtigen Bewegung für Meinungsfreiheit und Volksmacht: als professioneller Reporter und leidenschaftlicher Verfechter der Demokratie.

Serie Meinungsfreiheit

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