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Terrorgeld gesucht

US-Unterstaatssekretär Jimmy Gurulé. swissinfo.ch

Ein hoher Beamter der US-Regierung tourt in Europa. In seinem Koffer vermutet man eine Liste mit verdächtigen Firmen und Organisationen.

Dieser Inhalt wurde am 20. Oktober 2002 - 15:24 publiziert

Erster Halt: die Schweiz. Jimmy Gurulé trifft aber offiziell nicht mit den Schweizer Behörden zusammen.

Jimmy Gurulé, Unterstaatssekretär im US-Finanzministerium, traf am Montag in Zürich Bundesanwalt Valentin Roschacher. "Die USA und die Schweiz arbeiten im Bereich Kampf gegen Terrorismusfinanzierung sehr gut zusammen", betonte Gurulé gegenüber Agenturen.

Gemäss "NZZ am Sonntag" ist Gurulé der oberste Beamte des amerikanischen Finanzministeriums im Kampf gegen die Finanzierung des Terrorismus ist.

Im Juni dieses Jahres war Gurulé bereits mit Bundesrätin Ruth Metzler zusammengetroffen. Damals schon hob er die Schlüsselrolle der Schweiz im Kampf gegen die Terrorismusfinanzierung hervor.

Mittagessen mit UBS und Credit Suisse

Ein offizielles Treffen mit Vertretern der Schweizer Behörden steht diesmal nicht auf dem Programm. Wohl aber ein Mittagessen am Dienstag mit Vertretern der Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse.

Recherchen der "NZZ am Sonntag" ergaben, dass niemand etwas sagen will über die genauen Hintergründe der Europatour von Gurulé, die ihn auch nach Liechtenstein, Luxemburg, Dänemark und Schweden führen wird.

Saudische Gelder im Visier?

Die "Washington Post" beruft sich auf hohe Regierungsbeamte im Finanzministerium und schreibt, dass Gurulé eine Liste von in den USA verdächtigen Personen, Firmen und Organisationen nach Europa bringe. Darauf würden vor allem "reiche saudiarabische Banker und Geschäftsleute" zu finden sein.

Im August hatte die "Financial Times" den Abfluss saudischer Gelder aus den USA auf zwischen 100 und 200 Mrd. Dollar geschätzt. Gemäss Angaben der Schweizer Nationalbank lagerten Ende 2001 saudische Guthaben in der Höhe von 18,8 Mrd. Franken auf Schweizer Bankkonten.

Wie stark diese Konten seither gewachsen sind, ist nicht klar. Gurulé selber hat sich in der Zwischenzeit vom Begriff der "Saudi-Liste" distanziert, schreibt die "NZZ am Sonntag".

Nach Gesprächen mit dem liechtensteinischen Aussenminister Ernst Walch dementierte Gurulé an einer Pressekonferenz in Vaduz amerikanische Zeitungsberichte, wonach er eine Liste von einem Dutzend verdächtiger Personen, vornehmlich saudiarabischer Geschäftsleute, im Gepäck mitführe. Eine solche Liste existiere nicht, sagte er.

Schweiz sperrte Konten

Gleichzeitig habe er aber bestätigt, er werde mit den "Verbündeten Europas" eine Liste von "bedeutenden und wichtigen Zielen im Kampf gegen die Finanzierung des Terrorismus" diskutieren.

In der Schweiz könnte demnach die inzwischen liquidierte Tessiner Finanzgesellschaft Al-Taqwa/Nada ein Thema sein. Die Bundesanwaltschaft führt ein Strafverfahren gegen die Verantwortlichen.

In der Schweiz und Liechtenstein sind seit den Terroranschlägen in den USA Bankkonten mit mehreren Dutzend Millionen Franken gesperrt worden.

swissinfo und Agenturen

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