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Telearbeit in der Schweiz noch wenig verbreitet

Telearbeit - Arbeiten zu Hause am PC - ist in der Schweiz wenig verbreitet. Nur gerade in knapp drei Prozent der Schweizer Betriebe werden Tätigkeiten ausgelagert, die genau so gut am Firmenarbeitsplatz erledigt werden könnten.

Dieser Inhalt wurde am 23. März 2000 - 13:58 publiziert

Telearbeit ist in der Schweiz wenig verbreitet. Nur gerade in knapp drei Prozent der Schweizer Betriebe werden Tätigkeiten ausgelagert, die genau so gut am Firmenarbeitsplatz erledigt werden könnten. Telearbeit ist auch unter den Begriff Mobile Arbeit bekannt und umfasst Tätigkeiten, die am Computer zu Hause erledigt werden.

Dies geht aus der neusten Studie des Programms für Technologie- Abschätzung (TA) des schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates hervor, die am Donnerstag (23.03.) vorgestellt wurde.

Die Studie räumt gleich noch mit einem weit verbreitenen Vorurteil auf: Die Telearbeit wird vorwiegend von gut ausgebildeten Arbeitskräften für kreative und konzeptionelle Tätigkeiten ausgeführt. Im Gegensatz dazu meint ein grosser Teil der Bevölkerung, dass vor allem unqualifizierte Angestellte anspruchslose Routinearbeiten am Computer zu Hause erledigen.

Schweiz war einst Pionier in Europa

Noch in den 80er Jahren gehörte die Schweiz bei gewissen Formen der mobilen Arbeit zu den Pionieren in Europa. 1987 gründeten das geographische Institut der ETH Zürich im bündnerischen Sumvitg das erste schweizerische Telearbeitszentrum: eine Zweigstelle des 111- Auskunftsdienstes der Post.

Telearbeit wurde aber zunächst in den USA propagiert: Man versprach sich von ihr Abhilfe gegen die Blechlawinen des täglichen Pendlerverkehrs.Die Ölkrise der 70er Jahre lieferte weitere Argumente, um sich für Organisationsformen einzusetzen, bei denen die Arbeit zu den Arbeitnehmern bewegen sollte, und nicht umgekehrt.

Viel Handlungsspielraum

Das Resultat der Studie erstaunt, denn in nahezu der Hälfte der Schweizer Betriebe (46,6 Prozent) arbeiten gemäss Studie die Angestellten zeitweise ausserhalb der Arbeitsstätte. Als typisches Beispiel wird der Aussendienst
erwähnt. In 16,9 Prozent der Betriebe werden solche dezentral ausgeführten Arbeiten mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologie erledigt.

Dabei wurde in den Erhebungen deutlich, so das Communiqué, dass Telearbeit durchaus Handlungsspielraum bietet, um zum allseitigen Vorteil gestaltet zu werden: Den Angestellten gewährt sie tendenziell grössere Freiheiten in ihrer Arbeits- und Freizeitgestaltung. Dadurch könnten Privat- und Erwerbsleben besser miteinander verbunden werden.

Andererseits sparen Betriebe dank Telearbeit unter Umständen Raumkosten und verleihen sich ein innovatives und effizientes Image, heisst es im Communiqué weiter.

Fehlende Kontrolle der Angestellten werde von den Firmenverantwortlichen kaum als Nachteil der Telearbeit ins Feld geführt. Hingegen sei es mit Angestellten, die nur sporadisch am Firmensitz arbeiten, viel schwieriger, eine eigene "Firmenkultur" zu entwickeln.

swissinfo und Agenturen

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