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Swissness als Garant für schöneres Wohnen

Teilweise schon in den 1920er-Jahren eingeführt: Die Strassennamen. swissinfo.ch

Altdorfer Strasse, Lausanner Strasse, Engelberger Strasse, Haus Montreux, Haus Monte Rosa: Das Schweizer Viertel ist eines der grössten Wohnbaugebiete in Berlin.

Dieser Inhalt wurde am 25. Mai 2007 - 11:37 publiziert

Auf dem 21 Hektaren grossen Gelände hausten und exerzierten einst die amerikanischen Streitkräfte. Der historische Bezug zur Schweiz fördert auch das Marketing.

"Wenn Sie eine grosse Wohnsiedlung entwickeln, dann ist die Identität etwas ganz wichtiges", betont der Architekt des Viertels, Kay Wieland.

"Menschen leben lieber dort, wo es einen Bezug zur Tradition gibt. Qualität ist nicht etwas völlig Übergestülptes, sie leitet sich aus der Geschichte ab."

Das Schweizer Viertel liegt im Stadtteil Steglitz im Südwesten Berlins. Dereinst werden hier 700 familienfreundliche Wohnungen stehen. Baubeginn war 2001. 400 Wohnungen sind bereits gebaut.

Die Siedlung hat Parkcharakter. Zwischen den typisierten Häusern liegen Ziergärten und Kinderspielplätze. Zäune gibt es keine. Auffallend ist die Ruhe mitten im städtischen Raum.

"Die Überbauung weist eine relativ grosse Dichte auf. Wir wollten nicht Wohnen im Grünen vortäuschen, sondern urbane Dichte mit Individualität und Anspruch kombinieren", so der Architekt.

Alpaufzug und Bernhardiner

Montreux, Neuchâtel, Monte Rosa – so nennen sich die Haustypen, welche auch beim zweiten Blick nicht an traditionelle Westschweizer Bauten erinnern, sondern einer moderat zeitgenössischen Architektur verpflichtet sind.

"Es stimmt, die Bauten sind der Berliner Tradition verpflichtet. Wir wollten die Häuser jedoch nicht lediglich Typ A und Typ B nennen, sondern mit Orten aus der Schweiz, welche den Deutschen durchaus geläufig sein können, den qualitativen Anspruch untermauern. Die Schweiz steht ja auch in Deutschland für hohe Qualität", räumt Wieland ein.

Zum Marketing gehört auch das Maskottchen, ein Bernhardiner-Hund. "Anlässlich der Grundsteinlegung gab es sogar einen Almauftrieb auf der Altdorfer Strasse ", erzählt der Projektleiter der Überbauung, Thomas Scharnhorst.

Name hat sich eingebürgert

Die Strassennamen haben teilweise einen historischen Bezug zur Schweiz. 1865 kaufte der Hamburger Kaufmann Johannes Anton Wilhelm Carstenns das Areal Lichterfelde.

Den Kern des Geländes überliess er der Armee. Darum herum entstand die Villenkolonie Lichterfelde. Deren Strassen wurden in den 1920er-Jahren nach Schweizer Städten benannt.

"Die neuen Zufahrten zu den Häusern des Schweizer Viertels haben wir ebenfalls mit Namen aus der Schweiz benannt und sie damit mit dem bereits bestehenden Gebiet verzahnt", erzählt Scharnhorst.

Die Operation ist geglückt. "Vielfach geben ja die Bewohner ihrem Viertel einen Übernamen. Hier ist das nicht der Fall. Alle reden vom Schweizer Viertel. Es hat sich eine neue Begrifflichkeit definiert. Mittlerweile werden sogar die umliegenden alten Villen auf Immobilien-Websites unter der Marke Schweizer Viertel angeboten.

Bewegte Geschichte

In den Zeiten des preussischen Königreichs stand auf dem Areal der neuen Überbauung die Haupt-Kadettenanstalt Lichterfelde. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, war die "SS-Leibstandarte Adolf Hitler" hier untergebracht.

1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, baute die US-Armee hier mit der "Andrews Barracks" ihre grösste Kaserne in West-Berlin. 1994 zogen die USA ihre Truppen zurück und hinterliessen eine Brache.

Ein staatliches Wohnbauprojekt im Jahr 1997 sah vor, Wohnungen für die aus Bonn in die neue Hauptstadt Berlin zuziehenden Beamten zu bauen. Das Projekt scheiterte an mangelndem Interesse.

1999 verkaufte der Staat das Areal an private Investoren. Die leer stehenden Kasernengebäude wurden abgerissen.

swissinfo, Andreas Keiser, Berlin

Schweizen

Mehr als 200 Gebiete in aller Welt führen den Namen Schweiz als Zusatz.

Vor allem am Ende des 18. Jahrhunderts gab es eine weltweite Bewegung, Regionen und Gebiete mit dem Zusatz Schweiz zu bezeichnen.

Allein in Deutschland führen mehr als 60 Gebiete den Begriff Schweiz im Namen.

Auch die deutsche Bundes-Hauptstadt ist keine Ausnahme. Berliner Schweiz heisst das leicht hügelige Berliner Umland.

In vielen Ländern der Welt existieren Landesteile, mit dem Namen Schweiz. Die Schweiz wird als Vorbild gerne im Namen geführt.

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