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Swisscom H1: Solides Ergebnis - Ausblick aufgrund Frankenstärke gesenkt (AF)

Dieser Inhalt wurde am 11. August 2011 - 08:46 publiziert

(Ergänzt um weitere Angaben zum Geschäftsverlauf)
Bern (awp) - Die Swisscom hat im ersten Halbjahr ein solides Ergebnis erzielt. Während der Gewinn leicht stieg, verzeichnete der Telekomriese beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang. Hauptursache für die tieferen Zahlen sind Umsatzeinbussen bei der italienischen Tochter Fastweb - das Schweizer Geschäft blieb indessen stabil. Für das Gesamtjahr 2011 korrigiert Swisscom aufgrund der Frankenstärke den Umsatz nach unten.
Die Swisscom weist für das erste Halbjahr 2011 einen um 3,8% gesunken Umsatz von 5,72 Mrd CHF aus. Auf Basis konstanter Währungen lag der Umsatz um 1,4% tiefer. Der Nettoumsatz der italienischen Tochter Fastweb sank aufgrund des "aggressiven Preiswettbewerbs" in lokaler Währung um 6,4% auf 875 Mio EUR. Der Umsatz von Swisscom ohne Fastweb blieb mit einem Rückgang von 3 Mio CHF auf 4,62 Mrd CHF praktisch stabil, wie der Telekomriese am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt.
Der EBITDA der Gruppe verminderte sich um 0,8% auf 2,27 Mrd CHF. Auf Basis konstanter Währungen hätte der EBITDA um 3,6% tiefer gelegen. Der EBIT verbesserte sich um 2,2% auf 1,33 Mrd CHF, unter dem Strich resultierte ein um 10,1% höherer Reingewinn von 962 Mio CHF.
Die Steigerung des Reingewinns sei vor allem auf die erwähnten Rückstellungen bei Fastweb zurückzuführen. Die Abnahme des bereinigten EBITDA wurde zudem durch ein verbessertes Finanzergebnis und tiefere Ertragssteuern fast kompensiert. Die Investitionen stiegen um 95 Mio auf 909 Mio CHF, was vor allem aufgrund höheren Investitionen in die Netze der neuen Generation im Schweizer Geschäft zurückzuführen sei, heisst es weiter.
Mit diesen Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen nicht ganz erreicht. Analysten hatten durchschnittlich (AWP-Konsens) einen Umsatz von 5'765 Mio, einen EBITDA von 2'310 Mio, einen EBIT von 1'355 Mio sowie einen Reingewinn von 986 Mio CHF prognostiziert.
Im Schweizer Geschäft hielt der Trend zu gebündelten Angeboten und neuen Preismodellen wie Pauschaltarifen an. Weiter war das Schweizer Kerngeschäft von einer Preiserosion in der Höhe von 298 Mio CHF betroffen, welche mit einem Kunden- und Volumenwachstum von 263 Mio CHF laut Swisscom fast kompensiert werden konnte.
Ende Juni verzeichneten die neuen Bündelangebote wie Vivo Casa rund 300'000 Kunden. Bei Swisscom TV stieg die Zahl der Kunden innert Jahresfrist um 62% auf 512'000. Damit ist Swisscom gemäss eigenen Angaben nur knapp fünf Jahre nach dem Einstieg ins Fernsehgeschäft Markführerin im Bereich des digitalen Fernsehens. Die Zahl der Mobilfunkkunden stieg im Vergleich zum Vorjahr um 222'000 (3,9%) auf 5,91 Mio. Im ersten Halbjahr verkaufte Swisscom 629'000 Mobilfunkgeräte - davon rund 60% Smartphones.
Das gestraffte Angebot sowie die tiefen Preise reduzierten den Umsatz der italienischen Tochter Fastweb um 6,4% auf 875 Mio EUR. Das Segmentergebnis vor Abschreibungen betrug 230 Mio EUR, was einer Zunahme innert Jahresfrist von 15% entspricht. Bereinigt um die im ersten Halbjahr 2010 verbuchten Rückstellungen verringerte sich das Segmentergebnis vor Abschreibungen um 14,8%.
Als Folge der Frankenschwäche passt Swisscom mit der Publikation des Halbjahresresultates die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Bei einem durchschnittlichen Wechselkurs für das Geschäftsjahr 2011 von 1,20 pro Euro (ursprüngliche Annahme 1,30 CHF pro Euro) erwartet Swisscom neu einen Nettoumsatz von 11,5 Mrd CHF. Bisher lautete die Prognose auf mindestens 11,8 Mrd CHF. Mehr oder weniger bekräftigt wurde dagegen die Guidance für den EBITDA und die Investitionen. Den EBITDA erwartet der Konzern auf 4,6 Mrd (bisher über 4,6 Mrd) und die Investitionen auf 2 Mrd (bisher unter 2,0 Mrd).
Die Gesellschaft erwartet für das Geschäftsjahr 2011 ausserdem weiterhin eine Dividendenausschüttung von mindestens 21 CHF pro Aktie.
lp/uh

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