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Swissaid: Gentechnik ist kein Rezept gegen Hunger

Gentechnisch veränderte Pflanzen vermögen aus Sicht von Swissaid das Hungerproblem nicht zu lösen. Das Hilfswerk forderte eine Umlenkung der öffentlichen Gelder für die Agrarforschung hin zur nicht-gentechnischen Forschung und zum Biolandbau.

Dieser Inhalt wurde am 17. Februar 2000 - 15:27 publiziert

Gentechnisch veränderte Pflanzen vermögen aus Sicht von Swissaid das Hungerproblem nicht zu lösen. Das Hilfswerk forderte an seiner Jahresmedienkonferenz am Donnerstag (17.02.) in Bern eine Umlenkung der öffentlichen Gelder für die Agrarforschung hin zur nicht-gentechnischen Forschung und zum Biolandbau.

"Rezepte gegen den Hunger" stehen im Zentrum der neuen Spendenkampagne von Swissaid. Hunger sei nicht in erster Linie eine Frage der Produktion, sondern eine Frage von ungerechter Verteilung von Nahrungsmitteln und eine Folge von Armut. "Genveränderte Pflanzen lösen das Hungerproblem nicht", hiess es an der Medienorientierung in Bern.

Das Hauptgewicht für das Erreichen von Ernährungssicherheit in den Entwicklungsländern müsse auf einen ganzheitlichen Ausbildungsansatz von Bauer zu Bauer auf dem Feld gelegt werden. Swissaid fordere deshalb auch eine Umorientierung der öffentlichen Gelder in der Agrarforschung zu Gunsten der nicht gentechnischen Forschung und für den Biolandbau.

Das Hilfswerk rief das Parlament zudem auf, in der sogenannten "Gen-Lex" ein zehnjähriges Freisetzungs-Moratorium für gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft festzuschreiben.

Das Moratorium wäre laut Miges Baumann von Swissaid ein positives Signal an die Regierungen der Entwicklungsländer. Es würde jenen Kräften in der Dritten Welt den Rücken stärken, die sich für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzten und die befürchteten, dass die Entwicklungsländer zu Versuchskaninchen für gentechnische Experimente missbraucht würden.

Die von alt Nationalrätin Liliane Uchtenhagen präsidierte Stiftung Swissaid hat 1999 die Einnahmen aus Spenden, Abzeichenverkauf und Beiträgen der öffentlichen Hand um 11,0 Prozent auf 7,9 Millionen Franken erhöht.

Ende Jahr liefen 209 Hilfsprojekte in Indien, Burma, Guinea-Bissau, Niger, Tanzania, Tschad, Ecuador, Kolumbien und Nicaragua. Pro Projekt bewilligte Swissaid durchschnittlich rund 88'000 Franken. Für Beiträge und Projekte in der Schweiz wendete Swissaid im vergangenen Jahr 728'000 Franken auf.

Bild: Maria und Jorge Pugsha gehören zu den führenden Köpfen einer von SWISSAID unterstützten Kleinbauern-Vereinigung in Ecuador. Bei ihnen gedeihen gar Tomaten auf 3300 Meter über Meer.

Um in den Anden nachhaltige Landwirtschaft betreiben zu können, sind viele Kleinbauern auf das Wissen erfahrener Kolleginnen und Kollegen angewiesen. Die von SWISSAID unterstützte Vereinigung der "Granjeros" in Ecuador ermöglicht den Austausch dieses Wissens. Die Vielfalt der angebauten Pflanzen ist in der nachhaltigen Landwirtschaft ein wichtiges Element und die Basis der Ernährungssicherheit.

SRI und Agenturen

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