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swiss und American Airlines werden Partner

swiss-Chef André Dosé - optimistisch vor den gemeinsamen Logos swiss und AA. Keystone

Die neue Schweizer Fluggesellschaft swiss will Vollmitglied der Allianz Oneworld werden. Vorerst geht sie eine Partnerschaft mit dem US-Oneworld-Schwergewicht American Airlines (AA) ein.

Dieser Inhalt wurde am 26. März 2002 - 15:16 publiziert

"Es ist die Absicht von swiss, Vollmitglied von Oneworld zu werden", sagte swiss-Chef André Dosé am Dienstag vor den Medien. Es war die letzte öffentliche Information vor dem Start der neuen Airline am Ostersonntag.

swiss sei in enger Verbindung mit den anderen Oneworld-Partnern, so das Unternehmen weiter. Ein voller Beitritt bedinge bilaterale Abkommen mit allen Allianzpartnern. Auch wenn Dosé betont, dieser Prozess sei "schon weit fortgeschritten": Ihr Ziel, mit dem Abheben an Ostern bereits einer Allianz anzugehören, hat swiss verfehlt.

Allianz noch in diesem Jahr?

Die Verhandlungen mit den anderen Oneworld-Partnern - Air Lingus, British Airways, Iberia, Cathay Pacific, Quantas, Lan Chile und Finnair - hätten aus Zeitgründen noch nicht abgeschlossen werden können.

swiss hofft, im Winter Vollmitglied der Allianz zu sein. Ob dieser optimistische Zeitplan eingehalten werden kann, ist offen. Denn bereits verlautete verschiedentlich, dass British Airways - mit ihrem Hub in London - einige Vorbehalte gegenüber der Schweizer Gesellschaft habe.

Stolz auf Partnerschaft mit AA

Vorerst geht die swiss eine Partnerschaft mit American Airline ein - der grössten Fluggesellschaft der Welt. Die beiden Gesellschaften planen ein "weitführendes Code Sharing" von den USA und Zürich aus. Die Vereinbarung soll "bald" in Kraft treten.

Beim Code Sharing (LX für swiss) wird auf dem Flugticket für den Passagier nicht mehr ersichtlich, ob er nun mit einer swiss- oder einer AA-Maschine fliegt. Meist teilen Airlines auf diese Weise stark konkurrierte und extrem viel oder extrem wenig beflogene Routen unter sich auf, um Kapazitäten einzusparen.

"Wir sind erfreut und auch ein bisschen stolz, dass American mit uns eine solche Partnerschaft eingegangen ist", wird swiss-Konzernchef André Dosé zitiert. Dosé bezeichnete die Partnerschaft als "ersten Schritt zum Vollbeitritt zur Allianz".

Die Vereinbarung mit American Airlines muss noch von den amerikanischen Flugbehörden, dem US-Departement of Transportation, genehmigt werden, bevor sie in Kraft tritt.

Nebst dem Code Sharing wollen American Airlines und swiss auch beim Vielflieger-Programm zusammenarbeiten.

swiss sieht sich auf Zielkurs

Innerhalb knapp 5 Monaten hat sich die regionale Fluggesellschaft Crossair nun zur swiss entwickelt. "Noch nie in der Geschichte unserer Branche wurde ein derart anspruchsvolles Projekt in so kurzer Zeit realisiert", sagte Dosé.

Die Chancen für einen funktionierenden Take off stehen denn auch nicht schlecht - der swiss-Chef verwies unter anderem auf die im Branchenvergleich sehr gute Eigenkapital-Deckung von 35 Prozent.

Die ersten Monate des laufenden Jahres sind laut Aussagen von Dosé (für die jetzt noch Crossair und Swissair) positiv verlaufen. Sowohl im Europa- wie im Interkontinentalgeschäft liege man über den Plan-Vorgaben von 48 Prozent Sitz-Auslastung: Im Europa- Geschäft liege diese bei rund 54 und im Interkontinental-Geschäft bei etwa 80 Prozent, so Dosé.

Im 2. Quartal Verluste

Zwar sei der Buchungsstand im April bei den Langstrecken rückläufig, sagte Dosé. Da dort aber Vorausbuchungen drei bis vier Monate im Voraus erfolgten, spiegle sich darin wohl die Unsicherheit vom letzten Dezember über die Zukunft der neuen Airline.

Ertragsmässig sei die swiss voll auf Kurs, und auch die Kostenvorgaben seien erreicht, betonte Dosé. Den grössten Verlust erwarte er für das zweite Quartal 2002. "Aber wir sind liquide und können auch einen kräftigen Windstoss überleben."

2003 soll die neue Fluggesellschaft bei einem Umsatz von 5 Mrd. Franken in die schwarzen Zahlen zurückkehren.

Entwicklung im Flugverkehr unsicher

Noch ist allerdings offen, wie sich der internationale Flugmarkt weiter entwickeln wird. Ob swiss wirklich so rasch wie gewünscht in die Gewinnzone fliegen wird, sei "in diesem schwierigen Umfeld kaum vorauszusagen", erklärte Hilary Cook, Analystin bei Barclays in London gegenüber swissinfo. Sie bewertet die Kostensenkungs-Anstrengungen von swiss positiv, deshalb "sollte es möglich sein, einen Profit zu erzielen".

Es sind also noch einige Fragen offen. Neben der Entwicklung des Flugverkehrs und der Allianz ist auch eine baldige Vereinbarung mit den Crossair-Piloten zentral. Ein Streik der Piloten ist aber laut Dosé ausgeschlossen.

Neue Maschinen: Airbus statt MD-11

Bereits erste Änderungen gibt es bei den Flugzeug-Typen: Auf den Langstrecken wird die gesamte MD-11-Flotte durch 13 neue Airbus A340-300 ersetzt. Die neuen Maschinen seien bequemer, umweltfreundlicher und verursachten vor allem tiefere Betriebskosten, begründet Crossair den Entscheid.

Können bis am 15. April alle vertraglichen Eckpunkte gelöst werden, wird das erste neue Flugzeug im Juni 2003, das letzte im Juli 2004 ausgeliefert. Die bis dahin eingesetzten MD-11-Flugzeuge werden sukzessive im Rahmen der vereinbarten Leasingverträge an deren Eigentümer zurückgegeben.

swissinfo und Agenturen

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