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Swiss New Market: Erwartungen übertroffen

Ein Jahr Swiss New Market: SWX zieht eine positive Bilanz. Keystone

Der SWX New Market feiert am Donnerstag (20.07.) seinen ersten Geburtstag. Nach einem zögernden Start und trotz einer harten europäischen Konkurrenz hat die Schweizer Börsenplattform für wachstumsstarke Unternehmen die Erwartungen übertroffen.

Dieser Inhalt wurde am 19. Juli 2000 - 16:54 publiziert

"Wir sind auf dem richtigen Weg", freut sich Robert Wyss, Produkte-Chef der Schweizer Börse SWX. Ein Jahr nach dem Start setzt sich der Swiss New Market (SNM), das schweizerische Gegenstück zur amerikanischen Nasdaq, aus 14 Gesellschaften zusammen. Zum Vergleich: Der Neue Markt in Frankfurt zählte nach einem Jahr 12 Unternehmen.

Frischer Wind

Der Erfolg des SNM macht vor den Schweizer Grenzen nicht halt: Mehrere ausländische Unternehmen sind bereits am SNM notiert und weitere werden folgen. Laut Experten sind die internationale Zusammensetzung des SNM sowie die bescheidene Grösse des Schweizer Marktes ein Vorteil. Die Unternehmen hätten es leichter, die Absichten der Investoren früher und besser zu erkennen als auf grossen Börsenplätzen.

Die Analysten begrüssen den Auftritt des Swiss New Market. Der Grund: Kleine Unternehmen haben es so wesentlich leichter, an der Börse zu Kapital zu kommen. "Der New Market bringt frischen Wind in den Börsenhandel", erklärt Jérôme Schupp von der Privatbank Syz & Co.

Noch zu früh für eine Bilanz

Laut Schupp beweisen die neuen Werte, dass es möglich ist, anders zu investieren als auf dem traditionellen, oft trägen Markt. Der New Market biete den Investoren die Möglichkeit, sich von traditionellen Werten wie etwa Nestlé oder Novartis zu entfernen.

Für Jean-Charles Zimmermann von Darier Hentsch & Cie ist das Hauptverdienst des New Market dessen Existenz. Der Analyst relativiert allerdings die in das neue Börsensegment gesetzten Erwartungen.

Für Zimmermann ist es noch zu früh, eine definitive Bilanz zu ziehen. Seiner Ansicht nach muss noch etwa drei Jahre zugewartet werden, um zu sehen, was aus den SNM-kotierten Unternehmen geworden ist.

Kinderkrankheiten

"Die Einführungen auf dem New Market erfolgen jeweils aufgrund etwas grosszügiger Einschätzungen. Unternehmen, die seit längerer Zeit bestehen, werden bei einem Börsengang kritischer unter die Lupe genommen", sagt Zimmermann.

Der Swiss New Market leidet vorderhand noch an einigen Kinderkrankheiten. Die Erwartungen beruhen fast ausschliesslich auf dem Erfolg der kotierten Unternehmen. "Dieser Umstand hat einen Haken: Wenn ein Unternehmen, wie kürzlich Miracle, eine schlechte Neuigkeit veröffentlicht, bricht der Kurs der Aktie sofort ein", bedauert Schupp.

Kapitalisierung von 13 Mrd. Franken

Robert Wyss bezeichnet das Volumen der am New Market kotierten Unternehmen als erstaunlich: "Wir haben eine Kapitalisierung von insgesamt 13 Mrd. Franken erreicht. Dies ist auch insofern erfreulich, als damit ein flüssiger Handel möglich ist."

Für Wyss geht es in Zukunft darum, die bisherige Ausgewogenheit zwischen Unternehmen der Hightech- und der Biotech-Branche aufrecht zu erhalten. Dieser Mix verleihe dem New Market einen grösseren Rückhalt.

Bis Ende Jahr werden nach Schätzungen von Wyss an die 20 Unternehmen am New Market kotiert sein. Die notwendige kritische Grösse, die er auf etwa 50 Unternehmen schätzt, könnte seiner Meinung nach im Jahr 2002 erreicht werden.

Das Interesse der Anleger werde sich diesen Herbst zweifellos auf die SNM-Kotierung der Swisscom-Tochter Blue Window konzentrieren. Neben diesem "grossen Brocken" erwartet Wyss ein weiterhin starkes Wachstum des New Market, weil sich die schweizerische Privatwirtschaft zu 80 Prozent aus Klein- und Mittelunternehmen (KMU) zusammensetze.

swissinfo und Agenturen

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