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Steigende Einkommen in der Landwirtschaft

Hohe Ferkelpreise mit positiven und negativen Folgen. Keystone

Die Schweizer Bauern haben 2004 mehr verdient als in den Vorjahren. Gründe sind gutes Wetter und günstige Marktverhältnisse.

Dieser Inhalt wurde am 12. April 2005 - 11:57 publiziert

Der Bauernverband zeigt sich erfreut, warnt aber vor Übermut.

Das landwirtschaftliche Einkommen pro Betrieb lag im vergangenen Jahr bei 62'300 Franken; 2001 bis 2003 waren es im Mittel 53'000 Franken. Der Rohertrag lag 2004 im Mittel bei 219'800 Franken (2001-2003: 196'800 Franken).

Dies hält die Agroscope FAT Tänikon, die Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik, in ihrer am Montag publizierten provisorischen Auswertung fest. Einbezogen wurden 1051 Betriebe. Das sind rund ein Drittel der jährlich von der FAT ausgewerteten Betriebe.

Mehr Erträge

Nach dem trockenen Jahrhundertsommer 2003 seien die Erträge im Pflanzenbau, Ackerbau und aus der Obsternte im vergangenen Jahr wieder gewachsen. Hoch war zudem die Raufutterproduktion.

Die Bauern produzierten im letzten Jahr zwar mehr Milch, konnten aber die Einbussen bei den Preisen nicht wettmachen.

Gute Preise für Nutz- und Schlachtvieh

Gute Preise für Nutz- und Schlachtvieh brachten einen höheren Rohertrag in der Rindviehhaltung. Hohe Preise für Ferkel wirkten sich für die Züchter positiv und für Mastbetriebe negativ aus.

Die im Rohertrag eingerechneten Direktzahlungen an die Betriebe waren wegen höherer Beteiligung an Ökologie-Programmen leicht höher als in den Vorjahren. Das Mittel von 2004 lag bei 46'300 Franken, jenes der Vorjahre bei 45'300 Franken.

Mehr Einkommen pro Familienarbeitskraft

Gestiegen ist im letzten Jahr auch das Einkommen pro Familienarbeitskraft. 2004 lag der Mittelwert bei 41'200 Franken, in den Jahren 2001 bis 2003 bei 32'200 Franken.

Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf die tiefere Zahl von Familienarbeitskräften (1,22 pro Betrieb 2004 gegenüber 1,27 in den Jahren 2001 bis 2003) sowie den tieferen mittleren Zinssatz für Bundesobligationen.

Die Fremdkosten waren mit 157'500 Franken höher als im Mittel der drei Vorjahre (143'800 Franken): Dem tieferen Zinsniveau standen höhere Kosten für Reparaturen und Milchkontingente gegenüber.

Bauernverband warnt vor Übermut

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zeigte sich erfreut über die Einkommens-Verbesserung. Die erfreuliche Entwicklung trage dazu bei, den grossen Abstand zu Vergleichseinkommen zu verringern. Die Verbesserung sei dringend erforderlich, um den Bauernfamilien und jungen einstiegswilligen Bauern Zukunftsperspektiven zu geben.

Bedauerlich sei, dass sich die wirtschaftliche Situation im wichtigsten Produktionszweig der Landwirtschaft, der Milchwirtschaft, weiter verschärfe, was Milchpreis-Senkungen nicht zulasse.

Die guten Resultate bedeuteten indessen nicht, dass der Landwirtschafts-Sektor "über den Berg" sei und dürften nicht dazu verleiten, bei den kommenden Reformschritten übermütig zu werden.

Die geplante Aufhebung der Milchkontingentierung, die Agrarpolitik 2011 und die Agrarverhandlungen der Welthandels-Organisation (WTO) würden einschneidende Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben, schreibt der Bauernverband.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Der Verdienst pro Familienkraft stieg im Vergleich zum Mittel der Jahre 2001/2003 um fast 10'000 Franken auf 41'200 Franken.

Der Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft lag im Durchschnitt aller Betriebe bei rund 41'200 Franken (in den 3 Vorjahren rund 32'200).

In die Auswertung einbezogen wurden 1051 Betriebe (rund 1/3 der jährlich ausgewerteten Betriebe). Die definitiven Ergebnisse werden Ende August veröffentlicht.

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In Kürze

Agroscope umfasst die fünf eidgenössischen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Liebefeld-Posieux, FAL Reckenholz, FAT Tänikon, FAW Wädenswil und RAC Changins.

Agroscope forscht für eine nachhaltige Landwirtschaft und fördert einen ökonomisch leistungsfähigen und ökologisch verantwortungsvollen Agrarsektor mit einer sozialverträglichen Entwicklung.

Agroscope gehört zum Bundesamt für Landwirtschaft (BLW).

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