Navigation

St.Gallen will das Unmögliche gegen Galatasaray schaffen

Charles Amoah (l.), die grösste Hoffnung der St.Galler. Keystone

Der FC St. Gallen greift nach den Sternen der Champions League. Die Ostschweizer wollen nach dem 1:2 im Hinspiel der Qualifikation gegen UEFA-Cupsieger Galatasaray Istanbul heute Abend (20.45 Uhr) im Ali-Sami-Yen- das Unmögliche doch noch schaffen.

Dieser Inhalt wurde am 22. August 2000 - 08:06 publiziert

Noch nie hat ein Schweizer Klubteam gegen den 14-fachen türkischen Meister am Bosporus gewonnen. Zürich (0:2) versuchte es 1963 in den Achtelfinals des Meistercups vergeblich, und auch Xamax 1988 (0:5 nach 3:0-Heimsieg), Sion 1997 (1:4) sowie ein Jahr später auch die Grasshoppers (1:2) scheiterten allesamt. Sie unterlagen in der "Hölle" des Ali Sami Yen, in der jeweils ein ohrenbetäubender Lärm die Gastmannschaft verunsichert und oft Steine, Münzen oder sonstige Gegenstände durch die Luft fliegen.

Koller - Torschütze im Ali Sami Yen

Nur das Nationalteam entrann einst siegreich der türkischen "Hölle". Im Dezember 1994 setzte sich die Mannschaft von Roy Hodgson in der EM-Ausscheidung in Istanbul dank einer taktischen Meisterleistung mit 2:1 durch und legte damit die Basis zur erstmaligen Teilnahme an der EM-Endrunde 1996 in England. Marcel Koller erzielte damals per Kopfstoss den Führungstreffer; es war eines von drei Toren des GC-Mittelfeldspielers in 55 Länderspielen.

Marcel Koller, inzwischen St. Gallens Meistertrainer, ist wieder voller Zuversicht: "Wir sind zwar weiter krasser Aussenseiter. Vor dem ersten Spiel räumte ich uns eine 10- bis 20-prozentige Chance gegen Galatasaray ein. Das Hinspiel zeigte aber, dass unsere Chancen grösser sind. Wir dominierten Galatasaray, wir hatten mehr Spielanteile und die besseren Torchancen. Nur, wir nutzten sie nicht. Das machte den Unterschied vor 14 Tagen aus."

Inzwischen hat der Renommierverein mit einem Jahresbudget von 134 Millionen Schweizer Franken im Vergleich zu bescheidenen 5,9 der St. Galler ohne Wettkampfpraxis das Hinspiel mit 2:1 gewonnen, ist mit zwei Siegen und 8:0-Toren hervorragend in die türkische Meisterschaft gestartet und hat am Samstag Erzurumspor 7:0 niedergekantert.

Allein fünf Tore erzielte der Brasilianer Jardel. Der für 26 Millionen Franken von Porto gekommene Goalgetter hat beim UEFA-Cupsieger wie eine Bombe eingeschlagen. Jardel war auch zweifacher Torschütze gegen St. Gallen. Zweimal wurde er für einen kurzen Moment aus den Augen gelassen, zweimal schlug er zu. Das nennt man Effizienz im Abschluss. Das ist Weltklasse.

Ohne Hagi und Capone

Jardel ist heute Abend wieder der Gefürchtete. Sein Landsmann, Aussenverteidiger Capone, fällt aber ebenso verletzt aus wie Ahmet. Und auch der rumänische Spielmacher Hagi ist erneut nicht mit von der Partie. Der "Maradona der Karpaten" ist wegen seiner Roten Karte im UEFA-Final gegen Arsenal auch fürs Rückspiel gesperrt. Dennoch ist die Zuversicht und das Selbstwertgefühl der Schützlinge des Rumänen Mircea Lucescu grenzenlos.

"Das ist unsere Chance. Überheblichkeit wird oftmals bestraft", weiss Koller aus Erfahrung. "Im Fussball entscheiden oftmals nicht finanzielle Mittel, sondern Bereitschaft zu sportlicher Leistung und Einstellung. Und die stimmt in meiner Mannschaft. Wir sind nicht in die Türkei geflogen, um vor Ehrfurcht zu erstarren und vor dem namhaften Gegner zu auch im Rückspiel zu Chancen kommen."

Kollers Optimismus wird bestärkt durch die Formrückkehr von Torschützenkönig Charles Amoah. Der Ghanaer hat gegen Sion (3:1) zwei herrliche Kopfballtore erzielt. Und sein Sturmparner, der Rumäne Gane, hat schon im Hinspiel seine Klasse und Gefährlichkeit bewiesen. Zwei Akteure werden St. Gallen aber fehlen. Der Internationale Giuseppe Mazzarelli ist nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Hinspiel gesperrt, Marco Walker für die Spiele der Champions League wegen zu spät erfolgtem Transfer nicht spielberechtigt.

swissinfo und Agenturen

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?