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SRK verliert Blutplasma-Abnehmer

SRK muss andere Absatzmärkte für Blutplasma finden. Keystone

Die Firma ZLB Bioplasma AG hat dem Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) den Abnahmevertrag für Blutplasma gekündigt. Sie will ihren Bedarf künftig aus Blutbanken in den USA decken. Das SRK sucht neue Abnehmer.

Dieser Inhalt wurde am 06. September 2001 - 16:09 publiziert

Derzeit werde juristisch geprüft, ob eine derart kurzfristige Kündigung des Abnahmevertrags durch die Bioplasma AG überhaupt zulässig sei, sagte Rudolf Schwabe, Direktor des SRK-Blutspendedienstes, am Donnerstag (06.09.) zu einem Artikel im "Tages-Anzeiger".

Die Kündigung sei Ende vergangener Woche mündlich erfolgt. Die schriftliche Kündigung stand am Donnerstag laut Schwabe aus. Ausser dem Blutspendezentrum Bern, dessen Vertrag mit der Bioplasma bis 2004 läuft, sind alle 13 regionalen Blutspendedienste der Schweiz betroffen.

Grosse Nachfrage nach Plasma

Schwabe fürchtet nicht, auf den jährlich anfallenden gut 50'000 Litern Schweizer Blutplasmas sitzen zu bleiben. Die Nachfrage sei gross, und weltweit bestehe ein Mangel an Plasma. Seinem Unternehmen obliege es nun, andere Absatzkanäle zu finden. Er sei zuversichtlich, diese in Europa erschliessen zu können.

Die ZLB Bioplasma AG - früher Zentrallaboratorium Bern und im Besitz des SRK - sei ein wichtiger Plasma-Abnehmer in Europa gewesen. Die Firma habe aber ihren Jahresbedarf von gut zwei Mio. Litern bereits bisher zu über 95% in den USA gedeckt

SRK verkaufte Firma vor einem Jahr

Das SRK hatte das Zentrallaboratorium Bern vor etwas mehr als einem Jahr für gut eine Mrd. Franken an die australische Gesellschaft CSL verkauft. Die Mutterfirma CSL erwirbt derzeit in den USA eine Blutbanken-Kette mit 47 Spendenzentren. Aus dieser Kette will Bioplasma den künftigen Plasmabedarf decken.

Blutplasma wird in der Pharmaindustrie benötigt. Aus ihm werden Medikamente etwa zur Blutgerinnung für Bluter-Kranke oder Mittel zur Verminderung der Abstossung nach Transplantationen hergestellt. Geringere Mengen werden auch direkt in Spitälern verwendet, wie SRK-Blutspende-Direktor Schwabe erklärte.

swissinfo und Agenturen

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