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Sport: Schrittmacher für Frieden und Entwicklung

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Toleranz und Verständnis fördern - mit Sport. Diese Botschaft findet laut Alt-Bundesrat Adolf Ogi bei den UNO-Staaten immer mehr Verständnis.

Dieser Inhalt wurde am 04. November 2006 - 12:01 publiziert

Nach einer Debatte über den Bericht des scheidenden Generalsekretärs Kofi Annan zu dem Thema erneuerte die Generalversammlung in New York die Resolution über Sport.

"Unsere Aktivitäten haben viel Goodwill geschaffen", sagte Ogi am Freitag in New York gegenüber swissinfo. "Schritt für Schritt kommen wir voran", wie beim Bergsteigen. Der Sport sei ein kostengünstiges und effizientes Mittel, die Millenniumsziele der UNO zu erreichen.

Es brauche einen langen Atem, sagte Ogi, der Sonderberater Annans für Sport weiter. Die Erneuerung der Resolution und die Tatsache, dass über die Aktivitäten der nächsten drei Jahre gesprochen wurde, zeige die wachsende Anerkennung des Sportes als Teil der UNO-Aktivitäten.

Kofi Annan hatte in einem Bericht an die Generalversammlung erörtert, wie Sport verstärkt zur Förderung von Frieden und Entwicklung eingesetzt werden kann. Dazu gehört auch ein Aktionsprogramm.

Der Schweizer UNO-Botschafter Peter Maurer erklärte in der Debatte, es gehe nicht nur um Frieden und Entwicklung, sondern auch um das Profil der UNO. Die Zukunft der UNO liege in einer verstärkten Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft. "Dabei kann der Sport eine wichtige Rolle spielen."

Brücken bauen

Sport sei nicht nur gesund, er fördere soziale Fähigkeiten und sei eine wichtige Lebenschule. Beim Sport könnten junge Menschen lernen, was Toleranz sei, betonte Ogi. Daran glaube er, auch wenn er manchmal für seinen Enthusiasmus belächelt werde.

"Im Sport lernt man, zu siegen, ohne zu denken, man sei der oder die Beste, man lernt, zu verlieren, ohne zu denken, das sei das Ende."

Sport helfe, Brücken über religiöse, kulturelle oder rassenbedingte Gräben zu bauen, sagte Ogi im UNO-Hauptquartier.

Ein Beispiel dafür sei die Teilnahme eines gemischten israelisch-palästinensischen Teams an einem Fussball-Turnier für Jugendliche, das im August in der Schweiz stattgefunden hatte. "Dies obschon Mitte Juli der Konflikt zwischen Israel und Libanon derart eskaliert war."

Buch zum Jahr des Sports

Ogi präsentierte zudem ein Buch zum Internationalen Jahr des Sportes 2005. Das 400 Seiten umfassende Werk bietet eine Übersicht über die verschiedenen Aktivitäten der beteiligten Länder, der Sportverbände und vieler Nichtregierungs-Organisationen in dem Jahr.

Es beleuchtet aber auch die Rolle, die Spitzensportler wie der Schweizer Tennisstar Roger Federer (als UNICEF-Botschafter) oder Fussballer wie David Beckham oder Ronaldo bei der Verbreitung von positiven Werten des Sportes spielen können.

Bisherige Erfolge

Bei einem Gespräch mit Schweizer Medien über seine bisherigen Aktivitäten hatte sich Ogi zuvor unter anderem erfreut gezeigt, dass Sport bei humanitären Einsätzen der UNO einen festen Platz erhalten soll.

Die stellvertretende Generalsekretärin im UNO-Büro für humanitäre Angelegenheiten, Margaret Wahlström, habe ihm dazu Unterstützung zugesichert.

Auch bei Friedensoperationen der UNO soll vermehrt auf Sport gesetzt werden. So hätten südafrikanische UNO-Truppen damit begonnen, Rugby-Spiele zu organisieren.

Übergangszeit

Ogi hatte in den letzten Tagen in New York zahlreiche Treffen gehabt, unter anderem mit dem Team von Kofi Annans Nachfolger Ban Ki-moon. Ogi ist bereit, sein Amt bei Bedarf für eine Übergangszeit weiter auszuüben.

Noch sind aber keine konkreten Entscheide gefallen. Er rechne damit, dass sich das in den ersten Monaten des nächsten Jahres klären werde, sagte Ogi.

swissinfo, Rita Emch in New York

In Kürze

Der frühere Bundesrat Adolf Ogi wurde 2001 von Kofi Annan zum UNO-Sonderbeauftragten für Sport als Förderer von Frieden und Entwicklung ernannt.

Im November 2004 lancierte Ogi das UNO-Jahr des Sportes in New York im Beisein von Kofi Annan und dem Schweizer Tennis-Star Roger Federer.

Im Dezember 2005 endete das Jahr des Sportes mit einer Konferenz im schweizerischen Magglingen.

Die Schweizer Regierung unterstützt Ogis Bemühungen in den Jahren 2006 und 2007 mit je 410'000 Franken.

Adolf Ogi ist bereit, sein Amt unter Kofi Annans Nachfolger Ban Ki-moon für eine noch nicht festgelegte Übergangszeit weiter auszuführen.

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UNO-Sport-Resolution

Die von der Generalversammlung verabschiedete Resolution über Sport für Frieden und Entwicklung fordert die UNO, die Mitglieds-Staaten, Sport- und andere Verbände auf, eine Vision von Sport als Instrument für Frieden und Entwicklung zu schaffen.

Die UNO-Staaten sollen Sportprogramme entwickeln und damit auch die Geschlechtergleichheit und die Befähigung von Frauen fördern.

Regierungen und internationale Sport-Verbände werden aufgerufen, Entwicklungsländer bei der Schaffung solcher Projekte zu unterstützen.

Damit der Sonderberater seine Aktivitäten weiterführen kann, ruft die UNO zu freiwilligen Finanzbeiträgen auf.

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