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Sozialausgaben in der Schweiz steigen wieder

Fast die Hälfte der Sozialausgaben entfällt auf die Altersvorsorge. Keystone

Nach einer Periode des abgeschwächten Wachstums ziehen die Sozialausgaben wieder an. Sie beliefen sich im Jahr 2001 auf 120 Mrd. Franken, 6% mehr als im Vorjahr.

Dieser Inhalt wurde am 13. Juni 2003 - 11:49 publiziert

Dennoch bleibt die Schweiz im Vergleich mit der Europäischen Union (EU) im Mittelfeld.

Das System der Sozialen Sicherheit in der Schweiz wurde in den vergangenen 50 Jahren kontinuierlich ausgebaut. Real stiegen die Sozialausgaben zwischen 1950 und 2000 von 5,6 auf 93,1 Mrd. Franken (Preisniveau von 1990). Wie das übrige Europa sieht sich die Schweiz mit grossen Fragen und Auseinandersetzungen zur Zukunft der Sozialwerke konfrontiert.

Die Quote, welche die Sozialausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) ausweist, stieg zwischen 1990 und 2001 von 20 auf 28 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mitteilte. Sie liegt damit laut dem BFS heute im Mittelfeld der EU-Staaten.

Europäische Spitze in der Altersvorsorge

Die Ausgaben für die Soziale Sicherheit sind zwischen 2000 und 2001 von insgesamt 113 Mrd. auf 120 Mrd. Franken angestiegen. Dies entspricht einem Ausgabenwachstum von 6,0% (1999-2000: 3,4%).

Gleichzeitig stiegen die Einnahmen von 135 Mrd. auf 141 Mrd. Franken an (plus 4,4%).

Das grössere Wachstum bei den Ausgaben ist in erster Linie auf höhere Rentenzahlungen und Spitalsubventionen zurückzuführen.

Überragende Bedeutung der Altersvorsorge

Fast die Hälfte der Sozialleistungen entfielen auf die Altersvorsorge. Ein Anteil, der im europäischen Raum nur noch von Italien und von Griechenland übertroffen wird.

Ein Viertel der Sozialleistungen ist für die Krankenpflege bzw. Gesundheitsvorsorge, ein Achtel für Invaliditätsleistungen bestimmt. Somit werden über vier Fünftel der Sozialleistungen dazu verwendet, um die Risiken Alter, Krankheit und Invalidität abzudecken.

Stark an Bedeutung verloren haben in den letzten Jahren die Leistungen bei Arbeitslosigkeit. 1997, auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise, hatten sie gut 7% der Sozialleistungen betragen. Allerdings ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr tiefer in die Misere gerutscht, was diesen Trend wieder kehren könnte.

Wichtigste Einnahmenquelle

Mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen sind Lohnbeiträge der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Selbständigen; 8% sind Prämien der obligatorischen Pflegeversicherung. Der Anteil der Sozialbeiträge der Arbeitgeber ist mit 30% höher als jener der Arbeitnehmer, der 22% beträgt.

Der Grund: unterschiedliche Beiträge für die Berufliche Vorsorge sowie bei den Familienzulagen und der Lohnfortzahlungen bei Krankheit und Mutterschaft, die nur von den Arbeitgebern finanziert werden.

Der Anteil der Staatsbeiträge beläuft sich auf 21%, die Hälfte davon sind Bundesgelder. Mit dem zusätzlichen Mehrwertsteuerprozent (1999) und der Spielbankenabgabe (2000) zugunsten der AHV gewannen zweckgebundene Steuern gegenüber den allgemeinen Steuermitteln an Bedeutung.

Kontinuierlicher Ausbau

Das System der Soziale Sicherheit wurde in der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich ausgebaut. In den 50er Jahren wurden gerade 1,5 Mrd. Fr. für die Soziale Sicherheit aufgewendet.

1970 betrugen die Sozialausgaben bereits 11 Mrd. Franken, 1990 waren es 63 Mrd. und im Jahr 2000 schliesslich 113 Mrd. Franken.

Real stiegen die Sozialausgaben zwischen 1950 und 2000 von 5,6 auf 93,1 Mrd. Fr. (Preise von 1990) an.

In den 70er Jahren wurden die Leistungen der AHV und der IV ausgebaut und in den 90er Jahren führte die langandauernde Rezession zu einer starken Zunahme der Arbeitslosigkeit.

Sozialausgabenquote im europäischen Mittel



Deutlich zeigt sich die Entwicklung der Sozialen Sicherung in der Schweiz an der Sozialausgabenquote: Diese stieg von knapp 8% in den 50er Jahren auf 18% 1976. Heute beträgt die Quote 28%.

Während die Sozialausgabenquote 1990 mit 19,8% noch immer beträchtlich unter dem EU-Mittel von 25,5% lag, entspricht heute die Sozialausgabenquote der Schweiz etwa dem EU-Mittel von 27,5%.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Berufliche Vorsorge 30,1%
AHV 24,1%
Krankenpflege-Grundversicherung 12,7%
Invaliden-Versicherung 7,7%
Arbeitslosen-Versicherung 2,4%

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In Kürze

Im Jahr 2001 beliefen sich die Sozialausgaben in der Schweiz auf 120 Mrd. Franken.

Fast die Hälfte der Sozialausgaben entfiel auf die Altersvorsorge. Im europäischen Mittel liegen nur Italien und Griechenland in diesem Bereich noch vor der Schweiz.

Die Sozialausgaben 2001 beliefen sich auf 28,4% des Bruttoinland-Produkts (BIP), womit die Schweiz im europäischen Mittelfeld liegt.

Trotz der gestiegenen Ausgaben blieben das Sozialversicherungs-System als Ganzes im Plus, denn die Einnahmen beliefen sich im Jahr 2001 auf 141 Mrd. Franken.

Zur Erinnerung: In den 50er Jahren hatten die Sozialausgaben 5,6 Mrd. Franken betragen, Anfang der 90er Jahre 63 Mrd. Franken.

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