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Sony und Apple eröffnen Online-Musikladen

Musiktitel aus dem Internet auf den iPod laden. Nun auch in der Schweiz möglich. Keystone

Der weltgrösste Online-Musikladen iTunes hat am Dienstag für Schweizer Kunden sein Portal geöffnet. Am Mittwoch folgte Sony.

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2005 - 10:14 publiziert

Der Musik-Markt im Internet wird auch in der Schweiz neu aufgemischt: Ein Song kostet 1.50 Franken. Die CD rund 15 Franken. Damit ist die Schweiz teurer als die USA.

iTunes bietet gemäss eigenen Angaben ab sofort gut eine Million Musiktitel an. Sony Connect geht in der Schweiz mit rund 600'000 Titeln an den Start. Vergleichbar sind die Preise: Bei iTunes kostet ein Lied 1.50 Franken, ein Album 15 Franken. Bei Connect ist ein Song ab 1.50 Fr. zu haben, ein Album ab 14.50 Franken. Über Umsatzzahlen schweigen sich die Anbieter allerdings bis heute aus.

Der Grossverteiler Migros bietet mit Ex Libris seit Anfang Jahr bei den gleichen Preisen wie iTunes gut 400'000 Titel, mycokemusik (ehemals Citydisc) hat 450'000 Songs im Angebot. Als weitere mögliche Anbieter gelten Fnac, Virgin oder eBay.

In den USA billiger

Bei den Preisen besteht noch Spielraum: In den USA verlangt iTunes bloss 99 Cent (1.19 Franken) für ein Lied. Ein Ausweichen ist für Schweizer aber nicht möglich, da beim Kauf eine Kreditkarte mit einer Rechnungsadresse im Land des Erwerbs erforderlich ist.

iTunes war vor zwei Jahren in den USA online gegangen, im vergangenen Juni folgten Deutschland, Grossbritannien und Frankreich. Inzwischen sind die restlichen Länder mit Euro-Währung und Kanada hinzugekommen, sowie am Dienstag neben der Schweiz auch Dänemark, Norwegen und Schweden.

Der Aufbau brauche seine Zeit, begründete Apple-Sprecherin Andrea Brack die Verzögerung. Sie verwies darauf, dass iTunes in anderen grossen Märkten wie Japan oder Australien noch nicht aktiv sei. In den bisherigen Märkten liefen 70% der legalen Musikdownloads über iTunes.

Bis heute seien über 400 Mio. Titel über den iTunes Music Store gekauft und heruntergeladen worden, in der Regel auf mobile Musikabspielgerät wie iPod von Apple.

Im Angebot seien auch viele Schweizer Interpreten, sagte Brack. Weitere Verhandlungen liefen. Gewisse internationale Titel würden exklusiv angeboten.

Auch Sony Connect bietet neben den grossen Musik-Labels auch viele unabhängige und spezialisierte Nischenlabels sowie Schweizer Acts.

Kopierschutz

Um zu verhindern, dass die jeweiligen Musiktitel beliebig kopiert und weitergehandelt werden können, arbeiten die Anbieter mit speziell geschützten Dateien in den Formaten wie AAC (Apple), Atrac (Sony) oder WMA (Windows).

Allerdings existiert Software zur Umwandlung dieser Formate in das beliebig handelbare MP3. Einzelne Musiklabels setzen von sich aus keine Grenzen mehr und lassen Titel auf den Onlineplattformen bereits als MP3 anbieten.

Hauptziel der Musikbranche ist, die Downloads über die illegalen Gratisbörsen einzudämmen.

Allerdings sagt Ivan Cherpillod, Rechtsprofessor aus Lausanne, in der Zeitung "Le Matin", dass das Schweizer Gesetz einen Download aus einer Gratsibörse zu privatem Gebrauch erlaubt. Cherpillod: "Das Runterladen von Musiktiteln für mich, meine Familie, oder meinen Freundeskreis ist nicht illegal."

Das Problem, so sagt der Rechtsexperte, liege darin, dass sich derjenige schuldig macht, der solche Titel ins Internet stellt. Im Prinzip ist das strafbar und kann Bussen bis zu einigen zehntausend Franken nach sich ziehen.

Auch das oberste Schweizer Gericht, das Bundesgericht, hat in mehreren Urteilen die Grenzen des erlaubten Privatgebrauchs in etwa aufgezeigt. So macht sich strafbar, wer eine CD mit gekaufter Musik brennt und diese an Arbeitskollegen verschenkt.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Bis jetzt boten in der Schweiz einzig Citydisc, Microsoft und ExLibris einen Online-Musikladen an.

Citydisc begann im September 2003 mit 360'000 Titeln.

Seit November 2004 stellt Microsoft 400'000 Titel ins Netz.

ExLibris startete Anfang 2005 mit ebenfalls 400'000 Titel.

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