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Sensationeller Bertogliati

Der Schweizer Rubens Bertogliati hat die Favoriten übertrumpft. Keystone Archive

In Luxemburg gewann der junge Tessiner Rubens Bertogliati nicht nur die 1. Etappe, sondern er entthronte auch Prolog-Sieger Lance Armstrong (USA) als Leader.

Dieser Inhalt wurde am 07. Juli 2002 - 19:42 publiziert

Der am 9. Mai 1979 in Lugano geborene Bertogliati verbuchte den grössten Schweizer Raderfolg seit Oscar Camenzind 1998 Strassen- Weltmeister wurde. Bertogliati düpierte die Sprinter mit einem Antritt exakt einen Kilometer vor dem Ziel. Zunächst hatte er noch 500 m aufwärts zu bewältigen, und auf der flachen Zielgeraden hielt der Schweizer das heranbrausende Feld knapp in Schach.

Bertolgiati verhinderte nach 192,5 km nicht nur Erik Zabels (De) Etappensieg, sondern torpedierte auch alle Bemühungen Laurent Jalaberts (Fr) auf dem Weg zum Leader. Nur zu gerne hätte Zabel an seinem 32. Geburtstag den 11. Etappensieg in der Tour de France gefeiert. Und Jalabert hatte sich mit 2 Sekunden Zeitschrift in einem Zwischensprint nach 14,5 km in die Pole- Position zur Übernahme des "Maillot jaune" manövriert.

Ein Schnippchen geschlagen

Es kam freilich alles anders. In der animierten Etappe mit zahlreichen Fluchtversuchen hatten viele der ambitionierten Teams bereits viel Kraft gelassen. Im Moment der Entscheidung standen Zabel bloss noch der Sprinter Danilo Hondo (De) und der Roller Gian Matteo Fagnini (It) zur Seite. Beide waren aber nicht in der Lage, Bertogliatis energischen Antritt in der Steigung zu kontern. Und so hatte schliesslich auch ihr Chef das Nachsehen.

Bertogliati begann schon früh vor der Ziellinie zu jubeln. "Das ist sensationell, unfassbar", sagte Bertogliati nach dem Rennen. "Ich wollte den Sprintern ein Schnippchen schlagen. Ich habe mich während des ganzen Rennens zurückgehalten und mich ganz auf die Entscheidung konzentriert. Und ich habe im richtigen Moment attackiert."

Erster seit Zülle

Bertogliati bestreitet seine dritte Saison als Berufsfahrer und gewann vor dem Triumph in Luxemburg erst ein Rennen, Anfang März das Strassenrennen in Chiasso. Seit Beginn seiner Profilaufbahn steht er beim italienischen Rennstall Lampre unter Vertrag. Er ist der erste Schweizer seit Alex Zülle 1996, der das "Maillot jaune" tragen darf.

DAuch der letzte Schweizer Etappensieg vor jenem Bertogliatis wurde im Jahr 1996 erreicht, als Laurent Dufaux sich in Pamplona (Sp) durchsetzte. Bertogliati beteiligt sich schon zum zweiten Mal an der Tour de France; im Vorjahr hatte er Paris als Fünftletzter erreicht, auf den Strassen Frankreichs aber viele Erfahrungen gesammelt, die ihm nun dienlich sind.

Seine gute Verfassung hatte Bertogliati, der insbesondere als guter Roller gilt, schon im 7 km langen Prolog unter Beweis gestellt. Als bester Schweizer beendete er das anspruchsvolle Zeitfahren mit 17 Sekunden Rückstand auf Platz 19. Alle Sieger der Etappen mit Massenstart erhalten 20 Sekunden Zeitgutschrift, und so führt "Nobody" Bertogliati das Gesamtklassement nun je drei Sekunden vor den zeitgleichen "Superstars" Jalabert und Armstrong an.

Armstrong hatte 24 Stunden vor Bertogliatis Exploit das Prolog-Zeitfahren auf beeindruckende Weise zwei Sekunden vor Jalabert für sich entschieden und seine Rolle als Kronfavorit weiter untermauert. Der Amerikaner gewann nach 1999 - vor dem ersten seiner mittlerweile drei Gesamtsiegen - zum zweiten Mal die Auftaktprüfung.

swissinfo und Daniel Good (Si)

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