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Schweizer Wirtschaft wächst wie seit 10 Jahren nicht mehr

Von der boomenden Wirtschaft profitiert auch die Baubranche. Keystone

Die Schweizer Wirtschaft wächst so schnell wie seit zehn Jahren nicht mehr. Mindestens bis Herbst soll sie weiter an Tempo zulegen, wie die UBS in ihrer am Mittwoch (05.07.) veröffentlichten Konjunkturanalyse schreibt.

Dieser Inhalt wurde am 05. Juli 2000 - 10:57 publiziert

Auf Ende Jahr rechnet die Bank mit einer leichten Beruhigung.

Der Aufschwung in den Monaten April bis Juni war weit lebhafter als erwartet. Gemäss den von der UBS im Juni befragten 300 Industriefirmen haben neben der hohen Exportnachfrage vor allen der Privatkonsum und der Bau für Impulse gesorgt. Die UBS geht für das zweite Quartal von einem hohen Realwachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 3,9 Prozent aus.

Bei rund zwei Dritteln der Unternehmen lagen Umsatz und Produktion über dem Vorjahresniveau. Rund 30 Prozent haben ihren Personalbestand erhöht. Der stark gestiegene Arbeitsvorrat per Ende Juni deutet nach Ansicht der Grossbank auf ein ungebrochenes Wachstum in den Monaten Juli bis September hin.

Dynamik hält an

Die UBS erwartet auch für das dritte Quartal ein BIP-Wachstum von 3,9 Prozent. Motor des Booms sind die Exporte, die nach wie vor vom günstigen Franken profitieren. Als noch stärkere Stütze der Konjunktur gilt die ungebrochene Konsumfreude der Schweizer Haushalte. Die UBS nimmt für dieses Jahr eine weitere Zunahme des privaten Konsums um rekordhohe 2,5 Prozent an.

Weitere Fortschritte macht auch die über Jahre krisengeschüttelte Bauwirtschaft. Im ersten Quartal sind im Vergleich zum Vorjahr 5 Prozent mehr Mittel in Bauten investiert worden. Zahlreiche Indikatoren zeigen laut der UBS auf ein Anhalten des Trends.

Engpässe auf dem Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt zeichnen sich bereits Kapazitätsgrenzen ab. Aufgrund des weiterhin kräftigen Beschäftigungszuwachses rechnet die UBS mit Engpässen bei qualifizierten Berufsleuten. Deshalb sei der Rückgang der Arbeitslosenqote begrenzt. Bis 2001 soll sich die Quote, die im Mai die 2-Prozent-Marke unterschritt, nur noch marginal zurückbilden.

Trotz der auf vollen Touren laufenden Wirtschaft, hat sich die Teuerung auf einem moderaten Niveau konsolidiert. Die UBS sagt für 2000 eine Inflationsrate von 1,4 Prozent und für 2001 eine Teuerung von 1,6 Prozent voraus. Damit mache die Inflation keine Anstalten, die kritische Marke von 2 Prozent zu überschreiten.

Leichte Abkühlung für 2001

An den bemerkenswert günstigen wirtschaftlichen Bedingungen wird sich gemäss der UBS auch im nächsten Jahr nichts Wesentliches ändern. Zwar kühle sich die Weltwirtschaft vor allem in den USA, aber auch in Europa etwas ab. Zudem dämpften hohe Zinsen die Inlandkonjunktur. Da aber der Privatkonsum gut gestützt bleibe, erwartet die Bank nur eine Abschwächung des realen BIP-Wachstums auf 2,2 Prozent.

Noch optimistischer zeigt sich die Zürcher Kantonalbank. In ihrem am Dienstag abend veröffentlichten Konjunkturbarometer geht sie für das Jahr 2001 von einem BIP-Wachstum von 2,4 Prozent aus.

swissinfo und Agenturen

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