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Schweizer Wirtschaft darf hoffen

Schweizer Wirtschaft: Noch Wolken am Himmel swissinfo.ch

Die Credit Suisse erwartet ab dem nächsten Sommer eine Erholung der Schweizer Wirtschaft.

Dieser Inhalt wurde am 17. Dezember 2002 - 17:49 publiziert

Doch steigende Arbeitslosigkeit und hohe Krankenkassen-Prämien drücken die Konsumlust.

Anders als die bisherigen Konjunkturexperten gibt sich die Credit Suisse First Boston (CSFB) recht optimistisch: Sie rechnet mit einer Erholung der Schweizer Wirtschaft ab dem nächsten Sommer.

Arbeitslosigkeit und Krankenkassenprämien

Allerdings beeinträchtigen die steigende Arbeitslosigkeit und ein weiterer Schub der Krankenkassenprämien laut CSFB die Konsumlust. Dafür bleibe die Teuerung moderat.

Laut CSFB-Ökonomin Nannette Hechler-Fayd'herbe wird sich die Konjunktur im ersten Halbjahr 2003 relativ verhalten entwickeln.

Die Konsumentenstimmung werde durch die weiter steigende Arbeitslosigkeit gedrückt, die bis zum Sommer auf knapp 4% klettern dürfte. Die durchschnittliche Arbeitslosenrate werde 2003 bei 3,8% liegen.

Zudem lasse die weitere massive Erhöhung der Krankenkassenprämien das verfügbare Einkommen schrumpfen.

Wenn dann noch die Pensionskassenbeiträge stiegen, weil grössere Institutionen der beruflichen Vorsorge eine Unterdeckung aufwiesen, würde die Sparquote zwangsweise zunehmen. Dies würde den Privatkonsum zusätzlich belasten.

Kein grosser Beitrag zum Wirtschaftswachstum sei vom Staat zu erwarten, der wegen der Schuldenbremse teuerungsbereinigt kaum mehr ausgeben dürfte.

Mehr Investitionen

Die CSFB rechnet mit einem Anziehen der Wirtschaft im späteren Verlauf von 2003. Angeführt werde die Erholung von der Binnennachfrage.

Die Investitionen in Produktionsanlagen seien in den letzten zwei Jahren so stark zurückgegangen, dass bereits eine Stabilisierung der Weltwirtschaft genügte, die Schweizer Firmen zu neuen Investitionen zu ermutigen, heisst es bei der CSFB weiter.

Wirtschaft wächst bald wieder

Insgesamt werde das Bruttoinlandprodukt (BIP) im nächsten Jahr um 1,1% zulegen. "Für 2004 sind wir etwas optimistischer", sagte Hechler-Fayd'herbe. Mit der breiter abgestützten Erholung der Weltwirtschaft sollte das BIP um 1,8 Prozent zunehmen.

Sowohl der Privatkonsum als auch die öffentliche Hand dürften das Wirtschaftswachstum stärker stützen als 2003. In allen Sektoren würden die Investitionen anhalten. Die Bank rechnet speziell in der Bauwirtschaft mit einem deutlichen Anziehen der Tätigkeiten.

Profitieren von EU-Erweiterung

Die Schweizer Exportwirtschaft wird laut CSFB von der EU-Osterweiterung profitieren. Diese lasse die Nachfrage nach Schweizer Produkten steigen.

"Im Gegensatz zu früher bringt die anziehende Konjunktur keine steigende Inflation mit sich", sagte Hechler-Fayd'herbe: "Wir erwarten eine Teuerung von 1% in den nächsten zwei Jahren."

Denn die Preise in der Schweiz seien gemäss einer Studie des Staatsekretariates für Wirtschaft (seco) im Schnitt um 28% höher als in der EU. Es gebe einiges Potential, dass die Preise unter Druck gerieten durch die zunehmende Öffnung der Schweiz.

Deflation

Momentan stehe die Schweiz nicht vor einer Deflation, sagte Hechler-Fayd'herbe. Denn die Löhne stiegen nominell immer noch, auch Eigenheime würden teurer. Die Binneninflation liege bei über 1%.

Der Preisverfall komme von den eingeführten Gütern und sei somit importiert. Allerdings seien die Importpreise sehr volatil und hingen vom Wechselkurs des Frankens ab. Dieser dürfte sich eher abschwächen.

Die Investmentbank rechnet mit einer Rückkehr des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro auf einen "geschätzten fairen Wert" bei knapp unter 1,50 Franken. Zur Zeit notiert der Euro bei 1.4760 Franken.

swissinfo und Agenturen

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