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Schweizer Tourismus profitiert vom schwachen Franken

Die Kaufkraft der Gäste aus dem Euro-Gebiet nimmt zu. Keystone

Schweizer Kurorte spüren die Wohltat des schwachen Frankens. Dieser rutschte gegenüber dem Euro auf ein Rekordtief und schwächelt auch gegenüber dem britischen Pfund.

Dieser Inhalt wurde am 13. Juli 2007 - 14:15 publiziert

Das Swiss Travel Centre, gewichtige Buchungszentrale für Schweiz-Ferien, berichtet von steigenden Urlaubs-Reservationen für die Schweiz. Europa-Buchungen blieben demgegenüber konstant.

Schweizer EU-Urlauber spüren seit der Höherbewertung des Euro gegenüber dem Franken die stetig steigenden Kosten, die Ferien in einem Land der Euro-Zone verursachen.

Die Rekord-Notierung von 1.66 Fr. für einen Euro auf den Devisenmärkten im vergangenen Monat bedeutet eine Verteuerung von EU-Aufenthalten für Schweizer von 6,8% allein in einem Jahr.

Auch in Grossbritannien geht es Besuchern aus der Schweiz nicht viel besser: Das Pfund hat in den vergangenen Monaten an Wert gewonnen.

Andererseits konnte die Schweiz als Touristenland ein Buchungs-Plus von 20% verzeichnen. Der Direktor des Swiss Travel Centre (STC), Klaus Oegerli, führt dies hauptsächlich auf die gestiegenen Urlaubskosten in der Euro-Zone zurück.

Das STC fungiert als eine Art Buchungszentrale für die Schweiz und wurde 1998 von Schweiz Tourismus, der damaligen Swissair, SBB, hotelleriesuisse, Gastrosuisse und Europcar gegründet.

Für die Schweiz doppelt besser

"Die EU wird teurer für Schweizer und die Schweiz wird billiger für Ausländer, was einen positiven Effekt für beide Seiten von Ferienbuchungen für die Schweiz hat", sagt Oegerli gegenüber swissinfo.

Mit anderen Worten: Einerseits buchen mehr Ausländer Ferien in der Schweiz und andererseits bleiben mehr Schweizer für ihre Ferien im Inland.

"In den vergangenen beiden Jahren bildete sich der Franken gegenüber dem Euro um 15% zurück", so Oegerli. "Das macht zwar nicht den gesamten Effekt der Mehrbuchungen aus, aber es stimuliert zusätzliche Buchungen spürbar."

"Es hängt ja nicht nur von der Schwäche der eigenen Währung ab, ob ein Schweizer sich entschliesst, in seinen Ferien dieses Jahr im eigenen Land zu bleiben - aber es kann diesen Entscheid mitbeeinflussen."

Europas Feriendestinationen laufen dennoch gut

Doch das Buchungsplus für die Schweiz bedeutet nicht, dass weniger Schweizer Touristen in die europäischen Feriendestinationen reisen. Der Tour Operator Kuoni sieht keine Anzeichen, dass die Leute nun weniger Urlaub in beliebten Ländern wie Griechenland, Italien oder Spanien buchen, nur weil die Kaufkraft ihres Frankens weniger weit reicht.

Kuoni-Sprecher Peter Brun sagte gegenüber swissinfo, die Sommer-Ferienpakete seien nicht von der Frankenschwäche betroffen, da viele Schweizer sie schon im vergangenen Herbst gebucht hätten, als die aktuelle Schwäche noch weniger spürbar war.

Laut Brun dürften die Ferienkosten für den kommenden Sommer nur 2 bis 4% steigen, denn der Flug-Teil des Arrangements falle ja in Franken (und nicht in Euro) an. Dies schränkt die wechselkursbedingte Verteuerung ein.

"Kuoni geht davon aus, dass der Wechselkurs bis nächsten Herbst gleich bleibt", so Brun. "Die Leute gehen einfach sehr gern ans Mittelmeer. Wegen einem kleinen Preiszuschlag zwischen 20 bis 40 Franken pro Person wird wohl kaum jemand seine Ferienpläne ändern."

Die Kunden seien sicher preissensibel, doch sie achteten auch auf die Qualität. Ausserdem laufe die Konjunktur zur Zeit sehr gut, so dass sie wohl etwas mehr Kaufkraft zur Verfügung hätten.

swissinfo, Matthew Allen
(Übertragung aus dem Englischen: Alexander P. Künzle)

Fakten

2006 stiegen die Logiernächte (LN) um 5,8% auf 34,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr.
Das sind die besten Resultate seit 2000. Sie setzen sich zusammen aus 19,7 Mio. LN von Ausländern (+7%), und 15,2 Mio. LN von Inländern (+4%).
Fast zwei Drittel (62%) aller Übernachtungen entfallen auf die Regionen Graubünden, Zürich, Wallis, Berner Oberland und Zentralschweiz. Das sind mehr als 3,5 Mio. pro Region.
Auf die Stadt Zürich entfielen 2,4 Mio. LN, auf Genf 1,8 Mio., Zermatt 1,2, Luzern 860'000 und Basel 720'000.

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