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Schweizer Portal soll offen bleiben

Der Blick auf ch.ch.wird auch künftig möglich sein. swissinfo.ch

www.ch.ch. soll auch nach 2006 weitergeführt werden. Die Regierung will die "Visitenkarte der Schweiz im Cyberspace" nicht aufgeben.

Dieser Inhalt wurde am 19. Januar 2006 - 19:25 publiziert

Obwohl finanziell unter Druck, ist der Bundesrat der Meinung, dass dem Bürger der Zugang zu offiziellen Informationen gewährleistet werden muss.

Ursprünglich hatten die Behörden das Ziel eines "guichet virtuel", eines virtuellen Behördenschalters. Die Internet-Plattform hätte eine automatisierte, behördenübergreifende Datenbank sein sollen.

Eine Vermittlung zwischen allen Behörden, welche dem Bürger und der Bürgerin zu Verfügung gestanden hätte. Behördengänge von Bund, Kantonen und Gemeinden hätten über eine gemeinsame Schnittstelle abgewickelt werden können. Vom Pass bis hin zum Steuerformular wäre alles im Internet zu erledigen gewesen.

Bereits 1998 hatte sich der Bundesrat zum Ziel gesetzt, im eGovernment zu den führenden Staaten zu gehören. Trotz besten Voraussetzungen - 77% der Bevölkerung haben Zugang zum Internet, praktisch jeder Haushalt verfügt über einen Computer - belegt die Schweiz im europäischen Vergleich nur einen hinteren Listenplatz.

Kein Übungsabbruch

Die gemeinsame Internet-Einstiegsseite von Bund, Kantonen und Gemeinden www.ch.ch soll nun weiterleben und unter dem Namen "das Schweizer Portal" weitergeführt werden. Der Bundesrat misst der "nationalen digitalen Visitenkarte" staatspolitische Bedeutung zu.

Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz sagte am Donnerstag in Bern gegenüber swissinfo, dass die Bundeskanzlei den Auftrag erhalten habe, mit den Kantonen eine neue Vereinbarung für die Zusammenarbeit über mindestens vier Jahre (2007 - 2010) abzuschliessen. Nunmehr stünden alle Kantone hinter dem Projekt.

Eine Betriebseinstellung lehnte der Bundesrat ab. Wohl würden Kosten eingespart. Doch gleichzeitig müssten neue Projekte für einen bürgernahen elektronischen Zugang zu allen Informationen und Dienstleistungen der Schweizer Behörden erarbeitet werden. Know-how und Investitionen von 25 Mio. Franken würden verloren gehen.

Kleinere Brötchen backen

Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz sagte weiter, dass jedes Land über ein nationales Internet-Portal verfüge. "Das haben wir jetzt mit dem Schweizer Portal."

Dass nun kleinere Brötchen gebacken werden, als ursprünglich beabsichtigt, dass der "guichet virtuel" nicht kommt, begründet die Bundeskanzlerin so: "Gewisse Instrumente sind nicht verfügbar, zum Beispiel die elektronische Signatur. Aber auch die Kantone und Gemeinden sind auf sehr unterschiedlichem Niveau."

Der Bund sei in einer gewissen Euphorie gestartet, und wir haben unser Projekt entsprechend gestaltet. "Dann mussten wir aus Kostengründen aber auch aus Überlegungen der Praktikabilität Abstand nehmen und gehen jetzt schrittweise vor", so Hotz-Huber.

Reinhard Riedl, Leiter der Forschungsgruppe eGovernment am Institut für Informatik der Universität Zürich sagte zum abgespeckten Internet-Auftritt der Schweiz: "Ausgangspunkt des ganzen Problems war sicherlich, dass am Anfang keine klare Management-Perspektive definiert wurde."

swissinfo und Agenturen

Fakten

In der Projektphase von 2000 bis 2004 kostete ch.ch 20 Mio. Franken.
Betriebskosten 2005: 1,2 Mio. Franken.
Im Moment zählt ch.ch 4,5 Mio. Seiten-Anfragen pro Monat.
Das Portal erschliesst rund 3700 Websites in 5 Sprachen und verfügt über 220'000 Links.

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