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Schweizer Mordverdächtiger nicht prozessfähig

Ein 27-jähriger Schweizer, der seine Vermieterin in San Francisco getötet und zerstückelt haben soll, ist von einer Richterin als nicht prozessfähig eingestuft worden. Der Prozess wurde am Montag (05.06.) auf unbestimmte Zeit verschoben.

Dieser Inhalt wurde am 06. Juni 2000 - 09:04 publiziert

Der an der San Francisco State University eingeschriebene Student war am vergangenen 1. Mai verhaftet worden, nachdem er der Polizei gestanden haben soll, seine 47-jährige Vermieterin getötet, enthäutet und zerstückelt zu haben. An einem kurzen Gerichtstermin entschied Oberrichterin Mary Morgan am Montag auf Grund eines psychiatrischen Gutachtens, dass der Schweizer nicht prozessfähig sei.

Der Inhalt des Gutachtens wurde nicht veröffentlicht. Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Am 26. Juni soll an einer weiteren Anhörung vor Gericht entschieden werden, in welcher psychiatrischen Klinik der Beschuldigte behandelt werden soll.

Bis dahin wird er in der medizinischen Abteilung des Bezirksgefängnisses untergebracht. Der Schweizer, der kahl geschoren und in einem orangen Trainer des Gefängnisses vor Gericht erschien, stand während des Hearings neben seinem Pflichtverteidiger Franz Fuetsch, ohne ein Wort zu sagen.

Der Verteidiger sagte anschliessend, das Gericht habe erkannt, wie schwer die Krankheit seines Mandanten sei. Dieser sei nicht in der Lage, zusammenhängende Antworten zu geben, wenn er auf die Vorwürfe gegen ihn angesprochen werde. Staatsanwalt Paul V. Cummins erklärte sich mit der Verschiebung des Verfahrens einverstanden.

Die Ermittlungen über das Verschwinden der 47-jährigen Vermieterin gingen weiter, sagte er. Der Schweizer soll der Polizei gestanden haben, den Rumpf der ermordeten Frau in einen Abfallkübel im Golden Gate Park geworfen zu haben.

Die dort sichergestellten Leichenteile wurden einer DNA-Analyse unterzogen, deren Resultat bisher nicht veröffentlicht wurde. "Zweifellos ist eine Frau vom Erdboden verschwunden", sagte der Staatsanwalt und fügte hinzu: "Die Frage ist, wer es getan hat und warum."

Der Schweizer soll in seinem ersten Geständnis die Tat damit begründet haben, dass seine Vermieterin bösartige Ausstrahlungen auf ihn gehabt und dass er befürchtet habe, in die "Matrix" gezogen zu werden.

Mit der "Matrix" scheint der Film gemeint zu sein, in dem ein von Keanu Reeves gespielter Computer-Hacker zwischen zwei Realitäten hin und her gerissen wird. Verteidiger Fuetsch erklärte, sein Klient sei bei der Verhaftung in einer tiefen Psychose gewesen. Alle Aussagen seien deshalb belanglos. Das Schweizer Konsulat in San Francisco unterstützt die Verteidigung des aus Genf stammenden Schweizers, der sich seit 1996 in San Francisco aufhält.

swissinfo und Agenturen

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