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Schweizer Experte erfreut über Shuttle-Start

Die Discovery hebt vom Kennedy Space Center ab. Keystone

Das Schweizer Institut für Weltraumforschung ist erfreut über den erfolgreichen Start des Spaceshuttles Discovery, der zwei Wochen nach Plan stattfand.

Dieser Inhalt wurde am 26. Juli 2005 - 19:55 publiziert

Doch Rudolf von Steiger, einer der Direktoren des Berner Instituts, wies darauf hin, dass die Shuttle-Flotte in letzter Zeit Alterserscheinungen zeige.

Die Raumfähre Discovery hob am Dienstag wie vorgesehen um 10:39 Uhr Ortszeit (16:39 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit, MESZ) ab. Am Donnerstag um 13:18 Uhr MESZ soll sie an der mehr als 350 Kilometer über der Erde kreisenden Raumstation ISS andocken.

Während der nächsten 12 Tage werden die Astronauten nun neue Sicherheits- und Reparatur-Massnahmen testen, die nach dem Absturz der Raumfähre Columbia vor zweieinhalb Jahren eingeführt wurden.

Bei deren Start am 1. Februar 2003 waren Hitzekacheln am linken Flügel beschädigt worden. Als das Space Shuttle wieder in die Atmosphäre eindrang, brach es auseinander. Alle sieben Astronauten kamen dabei ums Leben.

Hitzeschild beschädigt

Auch beim jünsten Start scheint bei der Raumfähre offenbar ein Stück einer Hitzeschutzkachel an der Unterseite des Shuttles abgeplatzt zu sein. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA nach der ersten Auswertung von Kamera-Aufzeichnungen des Starts mit.

Zu einer möglichen Gefährdung des Raumfahrzeugs und der siebenköpfigen Besatzung wollte sich Flugdirektor John Shannon noch nicht äussern.

USA wieder im Rennen

Die US Weltraumbehörde NASA wird die Mission auch dazu einsetzen, dringend benötigten Nachschub zur Internationalen Weltraum-Station (ISS) zu bringen.

"Der Start ist äusserst bedeutsam, denn für die Amerikaner war es eine sehr ungünstige Situation, zweieinhalb Jahre lang vom Weltall abgeschnitten zu sein", sagte Rudolf von Steiger, Co-Direktor des Internationalen Instituts für Weltraumforschung (ISSI) kurz vor dem Start gegenüber swissinfo.

"Sie mussten sich für den Zugang zur Raumstation auf andere Länder wie Russland verlassen, womit sie ziemlich in der Zwickmühle waren."

Sicherheit

Die aktuelle Mission gilt nun als Test für die neuen Sicherheits-Massnahmen der NASA. Doch die Weltraumbehörde war von verschiedenen Experten kritisiert worden, das Risiko herunterzuspielen und veraltete Shuttles ins All zu schicken. Die drei Fähren sind zwischen 13 und 21-jährig.

Von Steiger stimmte zu, dass es mit dem derzeitigen System einige Probleme gebe, ist aber sicher, dass die Discovery "so sicher ist, wie sie vernünftigerweise sein kann".

"Das Shuttle-System war in den 70er-Jahren ins Leben gerufen und entwickelt worden. Das erste Spaceshuttle flog in den 80er-Jahren. Seither sind mehr als 20 Jahre vergangen und das System ist nun bereits ziemlich veraltet", ergänzte er.

"Wir mussten auch auf die harte Tour herausfinden, dass das System einen sehr fundamentalen und beträchtlichen Fehler aufweist. Sowohl die Nutzlast wie auch die Astronauten sind in derselben Hülle untergebracht, was das Shuttle sehr gross und anfällig auf tödliche Sicherheitsrisiken macht."

Und er fügte an: "Das muss sich in einem zukünftigen System ändern."

Probleme mit Sensoren

Die Discovery hätte bereits am 13. Juli starten sollen, doch zweieinhalb Stunden vor dem geplanten Start brach die NASA alle Vorbereitungen ab. Der Grund: Einer von vier Sensoren zeigte eine zu niedrige Treibstoffmenge an.

In den letzten zwei Wochen haben Spezialisten rund um die Uhr daran gearbeitet, die Ursache des Problems zu finden. Am Dienstag Morgen während dem Betanken bestand der Sensor die Tests.

"Ein Sensor-Problem muss immer ernst genommen werden. Auch wenn es sich herausstellt, dass es kein richtiges Problem war", erklärte von Steiger. "Man muss in jedem Fall ganz genau hinschauen, und es sieht so aus, wie wenn die NASA das Problem gelöst hätte."

swissinfo, Isobel Leybold-Johnson
(Übertragen aus dem Englischen: Christian Raaflaub)

Fakten

Discovery ist am Dienstag Morgen um 10:39 Ortszeit zu einer fast zweiwöchigen Reise gestartet.
Damit kehrte die NASA zur bemannten Raumfahrt zurück, zweieinhalb Jahre nach dem Unglück der Columbia, bei dem alle sieben Insassen ums Leben gekommen waren.
Die siebenköpfige Besatzung wird von der Veteranin Eileen Collins kommandiert.
Auf der zwölftägigen Mission im All sollen neue Sicherheits- und Reparatur-Massnahmen getestet werden.
Am Donnerstag soll sie an der Internationalen Raumstation ISS andocken, um Nachschub zu liefern.

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