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Schweizer Experimente verloren

Der letzte Flug der Columbia war ganz der Wissenschaft gewidmet. An Bord waren insgesamt 40 Versuche, darunter zwei bio-medizinische Experimente der ETH Zürich.

Dieser Inhalt wurde am 02. Februar 2003 - 14:01 publiziert

Sämtliche Resultate dieser Experimente sind verloren, die Proben hätten nach der Landung analysiert werden müssen.

Sämtliche Resultate der zwei Schweizer Experimente an Bord der "Columbia" sind verloren gegangen. Das sagte Augusto Cogoli, Leiter der Forschergruppe an der ETH Zürich, am Sonntag.

Die Ergebnisse vieler Experimente würden laufend vom Shuttle auf die Erde übermittelt, sagte Cogoli. Bei den Schweizer Experimenten war dies aber nicht möglich.

Analyse nach der Landung

Die Proben wurden chemisch fixiert und auf minus 12 Grad Celsius eingefroren. Wenige Stunden nach der Landung hätten sie analysiert werden sollen.

Cogoli, der von einer Tragödie vor allem für die Angehörigen der Opfer sprach, geht davon aus, dass die Spaceshuttles nun wie nach der "Challenger"-Katastrophe für zwei bis drei Jahre auf dem Boden bleiben.

Das bedeute einen Rückschlag für die Forschung, zumal mit der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA bereits weitere Projekte aufgegleist worden seien.

"Doch es geht weiter", bekräftigte Cogoli. Die ETH Zürich habe zuletzt mit Bodensimulationen gute Ergebnisse erzielt.

Zwei Experimente

An Bord der "Columbia" wurden zwei Schweizer Versuche durchgeführt. Der eine drehte sich um die Funktion der weissen Blutkörperchen bei Infektionen. Laut Cogoli wurden Infektionen im Reagenzglas ausgelöst.

"Dann haben wir beobachtet, wie die weissen Blutkörperchen reagieren, welche Gene sie zu welchem Zeitpunkt aktivieren, um die Infektion zu bekämpfen". Die Biologen versprechen sich davon ein besseres Verständnis der Immunabwehr.

Im zweiten Versuch ging es um das Verhalten von Hefezellen bei Hitzeschocks und anderen Umwelteinflüssen. Die ETHZ entwickelte dazu einen Bioreaktor.

Weil sich die biologischen Vorgänge in Hefezellen denjenigen in menschlichen Zellen ähneln, hofften die Forscher laut Cogoli, die Ergebnisse der Experimente auf menschliche Zellen übertragen zu können. So soll dereinst die Herstellung von künstlichem menschlichem Gewebe möglich werden.

swissinfo und Agenturen

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