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Schweizer Curlerinnen holen verdient Silber

Die Enttäuschung ist Mirjam Ott ins Gesicht geschrieben. Keystone

Das Schweizer Curling-Team um Mirjam Ott konnte gegen Schweden zwar mithalten, doch am Schluss reichte es in Turin "nur" für die Silbermedaille.

Dieser Inhalt wurde am 23. Februar 2006 - 20:43 publiziert

Es ist dies bereits die vierte Silbermedaille für die Schweizer Delegation. Insgesamt holten die Schweizer bis Donnerstag 13 Medaillen, ein grosser Erfolg.

Die Erwartungen an die Schweizerinnen waren hoch. Mit einem grandiosen 7:5-Sieg über Kanada hatten sich diese in den Final gegen Schweden gespielt. Und auch dort gaben die Schweizerinnen in einem Spitzenspiel der Extraklasse alles.

Nach 10 Ends stand es 6:6, die Schweiz zwang Favoritin Schweden ins Zusatz-End. Nervenkitzel bis zum letzten Stein. Doch das Weltklasse-Team um Skip Anette Norberg bewies am Schluss doch die stärkeren Nerven: Dank einem Double-Takeout mit dem letzten Stein gewann Schweden knapp mit 7:6.

Bronze geht an die Curling-Frauen aus Kanada, die im kleinen Finale Norwegen klar und deutlich mit 11:5 besiegten. Die Skandinavierinnen hatten bereits im achten End kampflos aufgegeben.

Bittere Erinnerung an Salt Lake City

Mirjam Ott hat bereits einmal knapp an der Olympia-Goldmedaille vorbeigespielt: 2002 hatten Skip Luzia Ebnöther und ihrer damaligen Nummer 3 Mirjam Ott gegen Grossbritannien nur wenige Zentimeter zum olympischen Gold gefehlt.

Diesen Fehler konnte Ott auch in der Skip-Rolle ihres Teams Flims PurePower in Turin nicht ausbügeln.

Aussenseiterinnen

Flims PurePower mit Michèle Moser, Valeria Spälty, Binia Beeli und Mirjam Ott war als Aussenseiterin in den Final gegangen. Der ganze Druck hatte auf dem anerkanntermassen weltbesten Team, den Schwedinnen um Skip Anette Norberg, gelegen.

Olympiasieger Schweden hat zuletzt fünfmal in Serie den EM-Titel gewonnen und wurde im April 2005 erstmals auch Weltmeister.

Phänomenale Bilanz

Trotz dem verlorenen Final konnte Mirjam Ott einen olympischen Rekord brechen: Als erste Curlerin der Geschichte kann sie bereits ihre zweite Olympiamedaille entgegen nehmen. Bei den Männern hat es auch nach Turin noch überhaupt keinen zweifachen Olympiamedaillen-Gewinner gegeben.

Und die Ausbeute von Schweizer Curling-Teams an Olympischen Spielen ist geradezu phänomenal: Die bis heute fünf verschiedenen Schweizer Teams an Olympia holten viermal Edelmetall: Gold in Nagano 1998, Silber und Bronze in Salt Lake City 2002 sowie Silber in Turin 2006.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Medaillenspiegel Schweiz: 5 Gold, 4 Silber, 4 Bronze (insgesamt 13 Medaillen)
Die Schweizer Männer konnten sich im Curling nicht für die Finalrunde qualifizieren.
In Salt Lake City 2002 holten die Damen Silber, die Männer Bronze.
Ott ist die erste Curlerin der Geschichte, die bereits ihre zweite Olympiamedaille gewonnen hat.

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In Kürze

Curling ist ein Mannschaftssport, der auf einem Eisfeld gespielt wird. Ähnlich wie Boccia oder Boules geht es darum, möglichst viele Granitsteine (Stones) in einen Kreis hinein (House) zu bringen.

Laut der Legende wurde Curling im 16. Jahrhundert in Schottland erstmals gespielt. Auch heute noch kommen die 19,96 kg schweren Steine aus Schottland.

Curling war bereits 1924 bis 1932 im olympischen Programm, dann verschwand es für über 50 Jahre. Erst seit Nagano 1998 wurde es wieder aufgenommen. Dort holten die Schweizer Männer Gold.

Die Curling-Wettkämpfe von Turin 2006 werden im "Palaghiaccio" von Pinerolo ausgetragen.

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