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Schweizer bilden sich nur wenig weiter

Im Vergleich mit dem Ausland bilden sich Schweizerinnen und Schweizer nur mangelhaft weiter. Keystone

In der Schweiz hat die Weiterbildung von Erwachsenen einen geringeren Stellenwert als in anderen europäischen Ländern. Im letzten Jahr besuchten knapp 40 Prozent mindestens einen Weiterbildungskurs, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag (18.06.) mitteilte. Zwei Drittel der Kurse dienten der beruflichen Weiterbildung.

Dieser Inhalt wurde am 18. Juni 2001 - 10:51 publiziert

In den letzten Jahren veränderte sich in der Schweiz die Beteiligung an organisierter Weiterbildung kaum. Seit 1993 bewegte sich die Teilnahme an sämtlichen Kursen knapp unter 40 Prozent. Allerdings haben sich laut BFS die Gewichte verschoben. Die berufliche Weiterbildung gewann in den 90er-Jahren auf Kosten der Freizeitkurse an Bedeutung. Zwischen 1996 und 1999 besuchten 2,9 Millionen Erwachsene mindestens einen Kurs. Die Hälfte davon besuchten in dieser Zeit konstant Kurse, die andere Hälfte nur sporadisch. Pro Jahr bildeten sich 1,9 Millionen Erwachsene in 2,7 Millionen Kursen während 123 Millionen Stunden weiter. Daneben habe das selbstständige Lernen mit Hilfe von Fachliteratur, Vorträgen, Tagungen oder Lernsoftware zugenommen.

Im Ausland grösseres Interesse an Weiterbildung

In Skandinavien und den englischsprachigen OECD-Ländern liegt der Anteil teilweise beträchtlich höher. In Dänemark belegen 49 Prozent, in Norwegen 44 Prozent und in Australien 43 Prozent der Bevölkerung im Erwerbsalter berufliche Kurse. In der Schweiz liegt der Anteil bei 32 Prozent. Das Schlusslicht bildet Polen mit elf, gefolgt von Ungarn mit 13 und dem flämischen Belgien mit 14 Prozent. In sämtlichen Ländern nehmen laut BFS Personen mit höherer Bildung viel häufiger an Kursen teil als Leute ohne Abschluss nach der obligatorischen Schulzeit. Jenen Ländern mit der höchsten Beteiligung sei es gelungen, sämtliche Bildungsschichten für Weiterbildung anzusprechen. In der Schweiz sei das Ziel der lernenden Gesellschaft ohne Einbindung dieser bildungsfernen Bevölkerungsschichten nur schwer zu erreichen, schreibt das BFS.

Frauen erhalten weniger Unterstützung

Die Betriebe in der Schweiz investierten laut BFS nur selektiv in Weiterbildung. 28 Prozent der Arbeitnehmenden wurden unterstützt, indem der Betrieb den Kurs organisierte, die Weiterbildung während der Arbeitszeit ermöglichte oder sich finanziell beteiligte. Frauen wurden laut BFS weniger vom Arbeitgeber unterstützt als Männer. Unternehmensleiter und Vorgesetzte profitierten häufiger als die übrigen Beschäftigten sowie gut Ausgebildete mehr als Personen ohne nachobligatorische Bildung. Grossbetriebe investierten mehr ins Wissen ihrer Angestellten als Mittel- und Kleinbetriebe.

swissinfo und Agenturen

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