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Schweizer Bahn bis an die Nordsee

SBB-Cargo-Lok in Köln. (Bild: SBB)

Dank der Bahnliberalisierung in Europa sind die Schweizer Bundesbahnen (SBB) im Güterverkehr längst auch in Deutschland aktiv. Die Zuwachsraten der SBB Cargo sind bedeutsam.

Dieser Inhalt wurde am 07. September 2007 - 15:08 publiziert

In Duisburg in Nordrhein-Westfalen ist der Sitz von SBB Cargo Deutschland. Die Gesellschaft ist soeben fünf Jahre alt geworden ist. Sie ist auch in den Häfen von Hamburg und Bremerhaven aktiv.

Duisport heisst der Hafen von Duisburg – eine Verbindung des Ortsnamens mit dem englischen Wort für Hafen 'port'. Der Duisburger Hafen am Rhein ist mittlerweile der grösste Binnenhafen der Welt und der grösste Container-Hafen im Binnenland der Bundesrepublik.

Das Hafengelände mitsamt Umland hat sich zu einem der wichtigsten Logistikstandorte Deutschlands entwickelt. Eine gute Infrastruktur mit Autobahn- und Eisenbahnanschluss ist vorhanden. Dazu gibt es viel verfügbares Land, seit etliche Zechen im Ruhrgebiet geschlossen wurden.

Sichtbare Aufbruchstimmung

Bei der Hafenrundfahrt wird die Aufbruchsstimmung sichtbar. Überall wird neu gebaut. Neue Terminals zum Löschen der Ladung von Schiffen, neue Bahngeleise, neue Lagerhallen und Bürogebäude. Auch das Logo des Schweizer Speditionsunternehmens Kühne + Nagel ist zu sehen.

Die Firma gehört zu den rund 50 Logistikdienstleistern, die sich in den letzten Jahren hier neu angesiedelt haben. Auch das private Schweizer Eisenbahn-Verkehrsunternehmens Crossrail AG mit Sitz im bernischen Wiler hat seine Präsenz in Duisburg ausgebaut.

Leader im Nord-Süd-Verkehr

Wo viele Waren umgeschlagen werden, müssen sie auch transportiert werden. Die SBB Cargo haben dies erkannt und Duisburg zum Sitz ihrer Niederlassung in Deutschland ernannt. Diese war im Juni 2002 in Köln gegründet worden.

Die Bahnliberalisierung in Europa erlaubt es, dass die SBB-Züge über die Landesgrenzen hinaus fahren. Und SBB Cargo hat sich auf den Nord-Süd-Verkehr zwischen Deutschland und Italien über die Schweiz spezialisiert.

"Die Schweiz zeigt, dass sie aus eigener Kraft einen grossen Beitrag zu Europas Verkehrspolitik leistet", sagt Urs Wüest, stellvertretender Generalkonsul der Schweiz in Düsseldorf, gegenüber swissinfo. Das Echo in Nordrhein-Westfalen sei sehr positiv.

Zu den wichtigen Auftraggebern von SBB Cargo zählt beispielsweise die Thyssen Krupp Steel AG in Duisburg, für die wöchentlich drei Ganzzüge der Güterbahn mit gerolltem Flachstahl in nur 24 Stunden von Deutschland nach Italien fahren.

SBB-Lok im Hamburger Hafen

Die SBB-Cargo-Loks sind aber nicht nur im Ruhrgebiet, sondern mittlerweile auch in Hamburg und Bremerhaven anzutreffen. Die Nordseehäfen sind wichtige Umschlagplätze im Seefrachtverkehr. Damit sind sie für den kombinierten Verkehr Richtung Schweiz von entscheidender Bedeutung.

Für SBB Cargo liegt in Hamburg - einem der Top Ten-Seehäfen weltweit - ein wichtiger Zukunftsmarkt. Denn der Güterumschlag wird in den nächsten Jahren kräftig wachsen. "Wir erwarten eine Verdoppelung des Umschlags bis zum Jahr 2015", sagt Bengt von Beuningen von der Hamburg Hafen Marketing e.V. gegenüber swissinfo.

Im Herbst 2006 entschied SBB Cargo die Ausschreibung von Intercontainer für den Hafenshuttleverkehr zwischen Norddeutschland und der Schweiz für sich; nur zehn Wochen später fuhr der erste von SBB Cargo gezogene Intercontainer-Shuttle im Hafenbahnhof von Hamburg ein.

Das Basler Logistikunternehmen Intercontainer Interfrigo ist in Hamburg sehr präsent. Und von Bremerhaven transportiert SBB Cargo Bananen, die aus Südamerika kommen, für die Migros in Kühlwagen in die Schweiz. 500 Tonnen sind es pro Woche.

Zweistellige Zuwachsraten

Im Deutschlandverkehr kann die SBB Cargo auf zweistellige Zuwachsraten verzeichnen. Im ersten Halbjahr 2007 wuchs die Leistung gegenüber dem Vorjahr um 43%. Wöchentlich werden 435 Züge gefahren, und SBB Cargo Deutschland zählt bereits 160 Mitarbeitende, davon 100 Lokführer.

"Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind natürlich auch in Deutschland unsere Steckenpferde", sagt Edmund Proschki, Geschäftsführer SBB Cargo in Deutschland, gegenüber swissinfo.

SBB Cargo insgesamt defizitär

Trotz dieser positiven Entwicklung in Deutschland geht es SBB Cargo insgesamt nicht bestens; die Rentabilität ist nicht zufrieden stellend, im heimischen Markt hat das Unternehmen Marktanteile verloren.

In den ersten sechs Monaten 2007 resultierte bei SBB Cargo ein Defizit von 35,5 Mio. Franken. Grund sind vor allem die höheren Aufbaukosten und die Kosten für den Einkauf von Leistungen bei Dritten. Die schlechte Finanzlage in der Gütersparte hatte vor kurzem zum Rücktritt von SBB-Cargo-Chef Daniel Nordmann geführt.

swissinfo, Gerhard Lob, Duisburg und Hamburg

Fakten

SBB Cargo Deutschland GmbH (seit 2002):

Sitz: Duisburg

Anzahl Mitarbeitende: 160

Anzahl Güterzüge pro Woche: 435

Leistung in Netto-Tonnenkilometer: 2500 (2006)

Zuwachsrate 2004-2006: + 33 Prozent

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Ruhrgebiet und die Schweiz

Nordrhein-Westfalen (NRW) ist das bevölkerungsreichste Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Es ist zu einer wichtigen Drehscheibe für Logistik in Europa geworden.

Im Rahmen ihrer Verlagerungspolitik hat die Schweiz grosses Interesse, dass die Güterströme Richtung Süden auf der Schiene transportiert werden.

Die konsularischen Vertretungen der Schweiz zeigen daher an Messen und in Vorträgen die Schweizer Verkehrspolitik auf und unterstreichen die Investitionen in die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT).

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