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Schweizer Atom-Uhren in EU-Satelliten

Das Modell eines Galileo-Satelliten. Keystone

Die europäische Weltraumagentur hat sich auf die Entwicklung des Navigations-Systems Galileo geeinigt, das ab 2008 mit 30 Satelliten funktionieren soll.

Dieser Inhalt wurde am 28. Mai 2003 - 17:29 publiziert

Die Schweiz will 120 Atomuhren für das Konkurrenz-System des amerikanischen GPS liefern.

In Paris hat man sich am Anfang Woche bei der Europäischen Weltraumagentur (ESA) auf die Finanzierung Galileo-Projekts geeinigt: 4,9 Mrd. Franken sollen in 30 Satelliten investiert werden, die eine Alternative zum "Global Positioning System" (GPS) der amerikanischen Armee darstellen sollen.

Die Kosten von 1,7 Mrd. Franken für den Start des Projektes sollen je zur Hälfte aus dem Budget der ESA und dem EU-Haushalt kommen.

Die Schweiz profitiert...

Dass das Projekt seiner Realisierung einen wichtigen Schritt näher gekommen ist, freut auch die Schweiz.

"Jetzt kann es beginnen", sagte Maurice Borgeaud vom Büro für Weltraum-Angelegenheiten im Innen-Ministerium (EDI) in Bern und meinte die Produktion der Uhren als Schweizer Beitrag.

Bis jetzt ging es laut Borgeaud darum, zu zeigen, dass die Schweizer die nötigen Ultrapräzisionsuhren für die Satelliten auch entwickeln könnten. Hergestellt werden die Uhren von Temex in Neuenburg, 120 Stück sollen fürs ganze Projekt erforderlich sein.

... und investiert

Die Schweiz als ESA-Mitglied will sich mit rund 35 Millionen Franken an Galileo beteiligen. Bereit, an Projektausschreibungen für Galileo teilzunehmen, sind laut Borgeaud die Firmen Contraves, Ruag, Alcatel Space Switzerland oder Nemerix.

Streit um die Rückflüsse

Die europäischen Regierungen hatten seit mehr als einem Jahr um Galileo gerungen: Grossbritannien und die Niederlande hatten die Notwendigkeit des Systems in Frage gestellt, Deutschland, Italien, Belgien und Spanien waren uneins über ihre Anteile an dem Projekt.

Dabei geht es um die Aufteilung der erwarteten Milliarden-Rückflüsse. Diese werden nach der Höhe der Investitionen verteilt. Eine EU-Kommission beziffert die volkswirtschaftlichen Erträge auf 74 Mrd. Euro in den nächsten 20 Jahren.

Der Direktor der Europäischen Weltraumagentur, Antonio Rodotà,
sprach von einem grossartigen Tag für Europa. "Galileo wird nun
endgültig Realität."

Drei Konkurrenz-Systeme

Neben dem amerikanischen GPS existiert bereits ein russisches Satelligen-Navigations-System. Sowohl das amerikanische als auch das russische System dienen primär militärischen Zwecken. So werden etwa Marschflugkörper mit den Positionsdaten, die das GPS liefert, punktgenau ins Ziel gesteuert.

Mehr und mehr werden die Daten aber auch im zivilen Bereich genutzt, etwa um Schiffe, Autos, Lastwagen oder auch Rettungsteams zu steuern. Auch Hochseesegler, Bergsteiger oder Wüstenfahrer benutzen die Daten, um ihre Position auf wenige Meter genau zu bestimmen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Europäische Weltraumagentur (ESA) will 2005 den ersten Satelliten fürs Galileo-System ins All schiessen. Dieses Navigations-System soll mit 30 Satelliten eine Konkurrenz zum amerikanischen "Global Positioning System" (GPS) darstellen. Die Kosten dafür betragen insgesamt 4,9 Mrd. Franken.

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